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Mac-OS X 10.2.1: Das bringt das Update

20.09.2002 | 14:48 Uhr |

Kaum vier Wochen alt, erfährt Mac-OS X 10.2 Jaguar ein erstes Serviceupdate. Wir haben uns die jüngste Aktualisierung näher angesehen und geprüft, welche Fehler ausgemerzt sind und wo Apple noch nachsitzen muss.

Schon vor dem 24. August wurden Gerüchte laut, dass Apple bereits an einem Update für das frisch erschienene Jaguar-Update arbeite. Auf verschiedenen Websites häuften sich Berichte über die Build-Versionen 6D42, 6D47 oder 6D51. Und auch Apple schürte - beabsichtigt, oder nicht - die Spekulationen um das jüngste Serviceupdate, indem am Montag für kurze Zeit das Dokument mit der Artikel-ID 107036 in der Knowledge-Base erschien und gleich darauf wieder verschwand. Seit gestern lässt sich nun das Serviceupdate Mac-OS X 10.2.1 mit der Build-Version 6D52 über die Softwareaktualisierung oder manuell aus der Knowledge-Base über die genannte Artikel-ID laden. Doch deckt auch dieses nicht alle versteckten und offensichtlichen Bugs ab.

CDs brennen

Hybrid-CDs, die mit der integrierten Brenn-Engine erstellt wurden, lassen sich jetzt problemlos unter Windows einlesen. Außerdem behebt das Update eine Fehlerquelle, die es verhindert hatte, dass iTunes Audio-CDs nur in zweifacher statt vierfacher Geschwindigkeit auf USB-Laufwerken brennen konnte. Da Jaguar auch teilweise bestehende Treiber modifiziert, kann es vor allem in Verbindung mit SCSI-Geräten dagegen nach wie vor noch zu Inkompatibilitäten kommen. Das behebt auch das neueste Update nicht. Dafür wurden neue Brenner von TDK, MCE, Lacie, Ezquest und Formac in die Liste unterstützter Geräte aufgenommen.

Digital Hub und Peripherie

Das Update 10.2.1 sorgt in erster Linie für mehr Kompatibilität zu Videokameras und Scanner in Verbindung mit iMovie und Digitale Bilder. Damit deutet Apple allerdings erst den ersten Schritt in die richtige Richtung an. Denn zu viel Peripherie wird auch vom jüngsten Systemrelease noch nicht vollständig unterstützt. Davon sind in erster Linie Profis betroffen, die vorhandene Scanner weiter nutzen wollen. Außerdem enttäuscht die Beschränkung der über die Twain-Schnittstelle von Digitale Bilder ansprechbaren Scanner auf Epson-Geräte, wo doch gerade im Profibereich auch Heidelberg, Umax und Microtek weit verbreitet sind.

Internet und Mail

Wer Probleme beim Versenden von E-Mails mit dem SMTP-Server seines ISPs hatte, wird diesen Fehler nach dem Update los. Auch sollen IMAP-Nachrichten nicht mehr verloren gehen, wenn beim Abrufen die Verbindung zum Internet getrennt wird und der Import von Eudora-Nachrichten in Mail soll jetzt problemlos funktionieren - ein Fehler, den wir vorher nicht nachstellen konnten. Dagegen bleibt das Problem bestehen, dass Mail in der Listendarstellung die Uhrzeit nur mit 12-Stunden-Ansicht darstellt und auch URLs in HTML-Nachrichten, wie sie etwa Newsletter anbieten, nicht erkennt. Genauso dauert das Rendern von E-Mails sowohl in Mail als auch in anderen E-Mail-Clients wie etwa Entourage erheblich länger als unter Mac-OS X 10.1.5.

Druckverbesserung

Als eine wesentliche Verbesserung gegenüber den ersten Mac-OS-X-Releases galt in Jaguar die Druckarchitektur Cups (Common Unix Printing System). Andererseits wurden auch mit dieser Technik nicht alle Anwender gleichermaßen rund um glücklich: Einige USB-Drucker ließen sich über den "Hinzufügen"-Button im Print Center nicht auswählen, was mit einem Fehler "error -1" quittiert wurde. Dieses Problem behebt das Update zwar zum Teil, wir mussten aber auch unter 10.2.1 mit einem Brother HL 1240 diesen Fehler ernten. Abhilfe schaffen nur neuere Treiber der betreffenden Dritthersteller oder die Freeware Gimp Print 4.2.2 (http://gimp-print.sourceforge.net). Sonst verspricht das Update eine höhere Kompatibilität zu dem HP Laserjet 4V und 4MV und kleinere Fehler in Verbindung mit der Abarbeitung von Druckjobs über Cups.

Weitere Nachbesserungen

Wie nahezu jedes Update verspricht Mac-OS X 10.2.1 mehr Stabilität bei weniger Kernel Panics. Es fällt nur auf, dass in Verbindung mit SCSI-Adapterkarten und -peripherie der Finder teilweise nicht starten kann, aber auch Probleme in Verbindung mit der Classic-Umgebung, vor allem bei der Arbeit mit Quark Xpress nach wie vor auftreten. Auch die Stabilität der Textverarbeitung Word X lässt nach wie vor zu wünschen übrig. Deutliche Geschwindigkeitszuwächse oder -einbußen konnten wir bisher nicht bestätigen. Dafür verschwindet nach dem Update ein lästiger Fehler, der bestehende Appletalk-Verbindungen über die Classic-Umgebung beim Aufwachen aus dem Ruhezustand beendet hatte.

Fazit

Wer zu den Jaguar-Switchern zählt, sollte getrost das Update aufspielen. Es behebt zwar noch nicht alle Mängel, die Apples jüngstes Mac-OS mitbringt, sorgt aber in mehreren Bereichen für mehr Kompatibilität und Stabilität. Allerdings dürfen wir bereits jetzt auf das nächste Update gespannt sein. Denn vor allem die Stabilität von Standardanwendungen wie etwa Word, aber auch die bestehenden Bugs in Mail behindern die Arbeit mit Jaguar zum Teil erheblich. Da trösten auch die vielen kleinen Schmankerl und Details nicht darüber hinweg.

Von Christian Rüb

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