Mac-OS X Lion
Wünsche an das erste Lion-Update
Die meisten Anwender von OS X Lion sind mit dem neuen Mac-Betriebssystem zufrieden, Macwelt-Leser haben Lion in einer Umfrage die Gesamtnote "gut" gegeben
Dennoch lässt Lion noch einige Wünsche offen, insbesondere an die neuen Funktionen muss man sich gewöhnen - wenn sie nicht gar für unausgereift hält. Unsere Kollegen der Macworld haben sich Gedanken gemacht, welche Detailverbesserungen ein Update auf OS X 10.7.1 bringen könnte, um den Lion noch geschmeidiger zu machen.
Der Vollbildmodus, den vorwiegend Apple-Apps anbieten, hat etwa ein Feature, das nicht wenige als Bug betrachten. Schaltet man eine App auf einem System mit zwei oder mehr Monitoren in den Vollbildmodus, füllt sie nur den Hauptmonitor, der Zweitmonitor zeigt nur den Hintergrund des Login-Bildschirms. Hier wäre eine Verbesserung wünschenswert, meint Lex Friedman. Ebenso könnte der Vollbildmodus zumindest noch Informationen aus dem Dock anzeigen, etwa neu ankommende Mails oder iChat-Nachrichten. Dies könne Apple etwa mit den für iOS 5 angekündigten Benachrichtigungen in fließenden Bannern ermöglichen.
Gesten: Eine der wichtigsten Verbesserungen ist die umfassendere Unterstützung von Trackpadgesten. Apple trägt hier den Verkaufszahlen der Macbooks Rechnung. Wer unter Lion mit der Maus arbeitet, ist fast im Nachteil. Vieles kann man per Multitouch-Geste steuern und so mit drei oder sogar vier Fingern über die großen Trackpads wischen.
Mit diesen Gesten kann man beispielsweise zwischen Vollbildanwendungen blättern oder vom Desktop zu Dashboard wechseln.
Mission Control: Dieser eigentümliche Name steht für eine Erweiterung der Fensterübersicht Exposé. Hier sieht man nicht nur Fenster, sondern auch offene Programme und Arbeitsbereiche auf einen Blick. Mission Control kann man ebenfalls schnell per Geste aufrufen.
Launchpad: Für eingefleischte Mac-Veteranen ein glatter Affront: Eine Programmübersicht zum Durchblättern von "Apps", die von der Oberfläche des iPhone inspiriert ist. Nüchtern betrachtet ist Launchpad aber nur eine weitere Möglichkeit um Programme zu starten – und dabei nicht einmal eine schlechte.
Adressbuch: Auch das Adressbuch von Lion bekommt einen natürlicheren Anstrich, der ebenfalls ein optischer Schwenk näher zu iOS ist.
iCal: Apple Kalender hat einen neuen Anstrich bekommen und ähnelt jetzt dem iPad-Kalender sehr.
Air Drop: Eine neue, ganz einfache Methode des Dateiaustauschs. Ein Klick auf den entsprechenden Reiter im Finder sucht nach umliegenden Macs mit Lion. Die Technik nutzt eine Adhoc-WLAN-Verbindung. Dafür ist kein Router und kein Netzwerk nötig. Leider müssen alle Beteiligten aktuell ein Air-Drop-Fenster offen haben, damit man sich findet.
Air Drop: Der Versand und auch…
… das Empfangen von Dateien per Air Drop ist spielend leicht.
Mail: Apple Mailclient zeigt jetzt auch zusammenhängende Mails auf Wunsch gemeinsam an. Zudem hat sich die Oberfläche von Mail deutlich verändert.
Mail: Die Spalte mit der Postfachübersicht (hier ganz links) wird standardmäßig ausgeblendet – wohl um Platz zu sparen. Man erreicht die wichtigsten Bereiche auch über die Buttons in der Leiste darüber.
Filevault: Neu ist auch die Verschlüsselung der gesamten Festplatte. Dies sollte für mehr Sicherheit sorgen.
Sticks verschlüsseln: Unter Lion kann man jetzt auch USB-Laufwerke wie Sticks verschlüsseln.
Backups verschlüsseln: Auch die Backups via Time Machine sind jetzt mit einem Kennwort verschlüsselt.
Rettungspartition: Sollte das System einmal spinnen, kann man von einer Not-Partition booten und hat die üblichen Rettungstools zur Hand.
Versions: Dies ist eine besonders wichtige und praktische neue Funktion: eine automatische Versionierung für Dokumente. Es ähnelt in der Praxis Time Machine – nur für einzelne Dateien. So kann man alle Versionen des Dokuments in der Übersicht sehen und wiederherstellen. Anwendungen müssen dies aber unterstützen, sonst funktioniert Versions nicht.
Versions: Man sieht des Versions-Status oben im Titel der Anwendung. Dort ruft man auch das entsprechende Menü auf, um alle Versionen zu sehen, die aktuelle Version zu sperren etc. Jetzt muss man auch nicht mehr manuell speichern, bevor man ein Programm schließt. Dies kann nun automatisch geschehen, wenn das Programm dies unterstützt.
Finder: Die Seitenleiste des Finders hat sich nicht nur optisch verändert. ganz oben findet man nun eine Datenbankübersicht über alle bestimmten Dateitypen auf dem Rechner…
… wer dagegen manuell durch Laufwerke und Ordner wühlt, der muss jetzt viel scrollen. Apple hat die Übersicht über Geräte, Laufwerke und andere physische Medien ganz nach unten gelegt – bislang stand sie ganz oben.
Safari: Im Browser Safari hat Apple jetzt eine Markierungsfunktion integriert. Damit kann man Artikel ablegen, um sie später zu lesen. Hier hat sich Apple bei Drittanbietern wie "Read it later" inspirieren lassen.
Safari: Wie früher kann man immer noch per Geste vor- und zurückspringen. Jetzt ist dies jedoch bedeutend schöner und praktischer animiert: Safari schiebt volle Screenshots der entsprechenden Seite ins Bild.
Safari: Auch Safari hat jetzt einen Vollbildmodus. Dies lässt bei vielen Webseiten aber einen großen weißen Rand entstehen.
Safari: Um den Vollbildmodus zu verlassen, muss man oben die Menüleiste aufrufen und klickt rechts auf das Vollbildsymbol.
Facetime: Unter 10.6 Snow Leopard musste man Facetime noch nachkaufen, bei Lion ist es mit dabei.
Spotlight: Sehr schön – die Suche Spotlight zeigt jetzt schon eine Vorschau des Suchergebnisses, wenn man darüber fährt. Dies funktioniert nicht bei allen Dateien.
Spotlight: Eine weitere Verbesserung in Spotlight: Man kann jetzt schon suchen, während Spotlight die Festplatte noch indiziert.
Java: Apple liefert die Java-Umgebung nicht mehr mit. Wer entsprechende Programme nutzen will, muss Java nachladen und installieren. dies passiert aber automatisch.
Erst nach der Installation von Java kann man entsprechende Programme nutzen.
Nicht alles funktioniert unter Lion. Diese Systemeinstellung, die USB-Massenspeicher, die in Belkin-Router stecken, mountet, ist unter Lion ohne Funktion. Gerade Treiber, Systemerweiterungen und ähnliche Software ist anfällig, unter einem neuen System nicht mehr zu funktionieren.
PPC-Software: Mit Lion kommt das Ende von Rosetta und damit auch von alter PowerPC-Software. Nur Intel- und Universal-Programme funktionieren unter Lion.
Auch Laufwerkstreiber haben es unter Lion schwer. Weder USB 3.0-Treiber noch der NTFS-3G-Treiber, der das Windows-Dateisystem nutzen kann, funktionieren unter Lion.
Eine bessere Mission Control wünscht sich Dan Moren, der etwa bekrittelt, dass sich die Arbeitsbereiche nicht sinnvoll benennen lassen, sondern einfach nur Desktop1, Desktop 2 und so weiter heißen. Desktops und Vollbild-Apps sollen sich per Drag-and-drop verschieben lassen, fordert er weiter, die Reihenfolge der Spaces und der Vollbild-Apps soll sich festlegen lassen. So könne Mail im Vollbildmodus etwa immer rechts vom Hauptdesktop liegen.
Apples Entscheidung, dem Anwender weniger Zugriff auf Änderungen im System zu geben, gefällt Christopher Breen gar nicht. Dabei meint er nicht, die von Apple unsichtbar gemachte Library im Ordner des Anwenders sondern eine restriktive Rechtevergabe. Man solle nur mal versuchen, das mitgelieferte Schachspiel in den Papierkorb zu legen. Lion verweigere dies mit der Fehlermeldung, dass dies nicht möglich sei, weil Chess vom System benötigt werde.
Den Wirrwarr in der Autokorrektur wünscht Lex Friedman durch ein Wartungsupdate beseitigt. Es ist nicht die Funktion als solche, die störe, sondern dass sie in Programmen wie Textedit und Mail vorhanden sei, in den Notizzetteln und iChat aber nicht.
Natürlich findet Lex Friedman hingegen die bevorzugte Scrollrichtung von OS X Lion nur, wenn man ein Trackpad oder die Magic Mouse einsetze, mit einer Maus mit Scrollrad sei das überhaupt nicht natürlich. Umkehren kann man die Scrollrichtung aber nur global und nicht pro Eingabegerät, wie Friedman vorschlägt.
Für einige Gestensteuerungen sieht Friedman seine Finger als zu wurstig an, etwa jene mit Daumen und drei Fingern. Warum sollte man nicht seine eigenen Gesten definieren können? Mit iOS 5 biete Apple auch an, Vibrationsmuster individuell anzupassen, sodass man Anrufe von bestimmten Personen oder Alerts schon am Zucken des iPhones erkennt.
Mehr Medienformate fordert Christopher Breen. Apple setzte auf die eigenen Lösungen AAC und H.264, ignoriere dabei aber Formate wie Ogg Vorbis oder Flac, die weder iTunes noch Quicktime verstünden. OS X 10.7.1 solle hier Abhilfe schaffen.





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