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Mac-OS X Update 10.3.6

08.11.2004 | 15:33 Uhr |

14 oder 92 MB groß ist das aktuelle Update für Mac-OS X - bisher scheint alles zu funktionieren.

Apple hat am ersten Novemberwochenende das Update 10.3.6 für Mac-OS X auf die firmeneigenen Internetseiten gestellt. Es bringt wenige neue Funktionen, allerdings werden eine Reihe neuer, nicht namentlich genannter Digitalkameras und Mobiltelefone jetzt automatisch vom Betriebssystem erkannt.

Bei einem unveränderten Mac-OS X, Version 10.3.5, ist das Update auf 10.3.6 nur 14 MB groß.
Vergrößern Bei einem unveränderten Mac-OS X, Version 10.3.5, ist das Update auf 10.3.6 nur 14 MB groß.
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Die Größe des Updates schwankt sehr stark, abhängig davon, welchen Installationsweg man wählt beziehungsweise welche Version von Mac-OS X 10.3 auf dem Rechner vorhanden ist. Das besonders praktische, kleine 14 MB große Update ("Patch") erhält man nur über die Funktion "Systemsteuerung > Software aktualisieren" respektive "Software aktualisieren" im Apfel-Menü. Sie wird nur angeboten, wenn der Updatemechanismus eine einwandfreie, unbeschädigte Installation von Mac-OS X 10.3.5. vorfindet. Andernfalls schlägt das Update von Version 10.3.5. mit 34 MB zu Buche. Wer eine ältere Version von Mac-OS X 10.3. auf seinem Mac benutzt, bekommt dagegen nur die Variante "Combo-Update" angeboten und muss 92 MB über Internet von Apple laden.

Die Liste der Neuerungen umfasst:
1. Safari 1.2.4 lädt Webseiten auch dann, wenn der Name der Startfestplatte Umlaute oder andere Sonderzeichen enthält.
2. Safari bricht das Laden einer Webseite nicht mehr nach 60 Sekunden ab. Das Zeitlimit wurde aufgehoben, Safari wartet jetzt beliebig lange auf eine Antwort aus dem Internet.
3. Wer die Daten auf iDisk und der lokalen Festplatte synchronisiert, erhält künftig korrekte Angaben über den verfügbaren Speicherplatz, wenn man zusätzlich Platz auf der iDisk einkauft.
4. Beseitigt einen Grund für einen Betriebssystemabsturz, der auftritt, wenn man ein bestimmtes externes USB-Kabelmodem anschließt.
5. Verbessert die Leistung in AFP-Netzen.
6. Macht Änderungen der Dateinamen auf einem Server schneller in de Shell (bzw. im Dienstprogramm Terminal) zugänglich.
7. Einer der Gründe für einen Fehler bei der Anmeldung eines Benutzers über Ethernet wurde beseitigt.
8. Anders als bei Mac-OS X 10.3.5 ist es jetzt besser möglich, ein Programm zu starten, das auf einem Mac-Server liegt.
9. Windows-Server, die über SMB/CIFS zugänglich sind, verschwinden nicht länger kurz im Finder, wenn sich das Netz ändert.
10. Das Update beseitigt den Fehler, der bei einer Schulmanagementsoftware dazu führte, dass die Fehlermeldung "Another module has locked the MS Tx file. You will gain access when their task ist completed." auftauchte.
11. Im Computerspiel Halo, Version 1.0.5 wurde das verschwommene Bild beseitigt, das sichtbar wurde, wenn man auf einem Mac mit Nvidia-Grafikkarte die Zoom-Funktion verwendet.
12. Der Taschenrechner rechnet jetzt präziser und ermittelt zuverlässiger die Währungskurse.
13. Textedit stürzt nicht mehr ab, wenn man die kursive Variante der Schrift Euphermia statt der normalen verwendet.
14. Beseitigt einen Grund für den Absturz von Final Cut Pro HD.
15. Apple 23-Zoll-Cinema-HD-Bildschirme lassen sich besser mit Colorsync kalibrieren.
16. Beseitigt das Problem, bei dem manchen portablen Computer nach dem Aufwachen und der Eingabe des Kennwortes nur einen schwarzen Bildschirm und den Cursor zeigen.
17. Macht Datenübertragung und andere Dienste über USB (WMC) mit dem Mobiltelefon Nokia 7610 möglich.
18. Spezialschriften mit Alternativzeichen (Glyphen) beziehungsweise Adobe-Exert- und Dingbats-Zeichensätze sollten wieder in allen Programmen zugänglich sein.
19. Auf dem Bildschirm sollten nicht länger falsche Schriftzeichen in bestimmten Zeichensätzen auftauchen.
20. Classic stürzt jetzt weniger häufig beim Start ab.
21. Eine lange Liste von Benutzernamen sollte sich im Anmeldefenster schneller als bisher durchblättern lassen.
22. Enthält die meisten der zurückliegenden Sicherheitsupdates.

Die Zahl derjenigen, die sich bereits am Wochenende mit dem Update versorgt haben, ist scheinbar; die Zahl der Berichte über Fehler hält sich bis zum frühen Montag nachmittag noch in Grenzen. Allerdings scheinen die Internetserver von Apple zur Zeit etwas überlastet - zumindest sind einige nur nach sehr langer Anlaufzeit erreichbar.

Im Macwelt-internen Test können wir bisher Punkt 2, 16 und 20 bestätigen; Punkt 22 ist dagegen definitiv falsch. Das Update auf Mac-OS X, Version 10.3.6. enthält nicht das Sicherheits-Update vom 27. Oktober 2004 ("Security Update 2004-10-27"), das einen Fehler auf Macs mit der Software "Apple Remote Desktop" behebt. Wer diese Fernsteuerungssoftware benutzt, sollte unbedingt das Sicherheits-Update vom 27. Oktober einspielen, da es eine Hintertür schließt, mit der man als Benutzer von Apple Remote Desktop Programme auf dem ferngesteuerten Mac als Administrator ausführen, ohne dass der Benutzer etwas davon bemerkt.

Eine Kontrolle der Versionsnummern zeigt, dass sich außerdem die Dienstprogramme NetInfo Manager und Installationsprogramm geändert haben, allerdings geht aus der Apple-Dokumentation nicht hervor weshalb. Auf der Unix-Seite haben sich (entsprechend den Einträgen im Unix-Handbuch man) die Befehle "disklabel", "drutil" (beide in "/usr/bin") und "setregion" (in "/sbin") geändert. Während setregion fast ohne Dokumentation auskommen muss, wurde bei drutil lediglich das Handbuch erneuert (bisheriger Stand: März 2003). Einziger echter Neuzugang ist deshalb auf Unix-Seite der Befehl disklabel, mit dem man die Namen von Festplatten besser (lies: kompatibler) als bisher speichert.

In der Server-Variante von Mac-OS X verweist die Apple-Dokumentation im wesentlichen auf zwei Änderungen:
- Fiber-Channel-Karten von Drittherstellern werden unterstützt; das entsprechende Dienstprogramm liegt im Verzeichnis "Applications > Server".
- Ein Update von Squirrel Mail verbessert die Authorisierung vor dem Versand von Emails ("SMTP authentication with CRAM-MD5").

Wir erweitern diesen Bericht, sobald wir zusätzliche Informationen zum Update erhalten.

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