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Mac-OS X goes Audio

13.03.2003 | 11:31 Uhr |

Auf der Frankfurter Musikmesse zeigte sich, das Apple im Audio-Bereich verlorenes Terrain allmählich zurück gewinnt.

Wenige Tage vor der Cebit ging die Musikmesse 2003 in Frankfurt zu Ende. Mit knapp 100.000 Besuchern aus 100 Ländern erreichte die Fachmesse für Musiker ihr Vorjahresniveau. Schien es in den letzten Jahren so, als ob der Macintosh an Marktanteil in der einst von ihm angeführten Audio-Domäne zu verlieren, gewinnt Apple langsam aber sicher Terrain zurück. Einen nicht unerheblichen Teil tragen dazu die Fähigkeiten von Mac-OS X bei. Doch trotz der spektakulären Akquisition des Audio-Softwareherstellers Emagic blieb Apple auch dieser Messe fern. Vor allem das in Deutschland heiß ersehnte Logic 6, das nur noch für den Mac erhältlich ist war lediglich als Hostapplikation für VST-Plugins auf einigen Computer der Aussteller zu sehen. Dennoch lautete das Credo der Programmierer von Audioprogrammen auf der Musikmesse: Mac-OS X arbeitet stabil, ist leistungsfähig und es lässt sich leicht dafür entwickeln.

Software-Neuheiten


Bias zeigte den bekannten Stereo Editor Peak, den Sequenzer Deck und als neues Highlight SoundSoap. Das Programm dient zum Denoisen von Audiomaterial und zeichnet sich durch einfache Bedienung und die beidseitige Funktion sowohl als Plug-in als auch als Standalone-Applikation aus. TC Works stellte neben Spark 2.7, das nun CDs über die systemeigenen Routinen brennt, eine neue Version von Powercore vor, die man über Firewire an den Rechner anschließt. Das Gerät sitzt in einem 19-Zoll-Gehäuse und verfügt über die knapp zweifache Rechenleistung der originalen PCI-Karte. Speziell mobile Macs sollen von der Rechenleistung der Karte profitieren, die VST Plugins und Audio Units Plug-ins berechnet. Prosoniq hat die eigenen VST Plugins auf Mac-OS Xportiert und kündigt schon bald den Stereo Editor Sonic Worx an. Damit wäre deren gesamte Produktpalette Mac-OS-X-kompatibel. Selbst weniger bekannte Firmen haben ihre VST Plugins an Apples Standardsystem angepasst, wie etwa Arturia, die den Moog Modular V präsentierten oder Yellow Tools, die mit ihren virtuellen Synthesizern vertreten waren.

Neues vom Sequenzermarkt


Im Bereich der Sequenzer präsentiert Digidesign ProTools 6. Außerdem wurde eine neue Softwareregistrierung iLok vorgestellt. Mit Hilfe eines USB-Keys können beliebigen Rechnern Plug-ins registriert werden, die Autorisierung bleibt so lange erhalten, wie der Key in der Tastatur steckt, somit kann man auf jedem beliebigen System arbeiten. Ableton bedient mit Live 2 einen erweiterten Arrangementbereich und verbesserte Timestretch-Modi. Steinberg erklärte gegenüber Macwelt, weiterhin plattformunabhängig bleiben zu wollen, anders als etwa Emagic, die jetzt nur noch für den Mac entwickeln. Interessant war neben einer neuen Betaversion von Cubase SX, dass Nuendo demnächst unter Mac-OS X arbeiten soll. Motu präsentierte den Digital Performer in einer Jaguar-Version, die DP4 heißt. Als Neuerungen gelten der Rewire 2.0 Support, eine Übertragung der FreeMidi Patchlists auf Mac-OS X, womit sämtliche Patchlisten unter dem OS-eigenen Dienstprogramm Audio-Midi-Konfiguration erscheinen, erweiterte Menüs und eine verbesserte Notation. Der neue Surround-Sampler Mach Five wurde auf dem Klemm-Stand beeindruckend demonstriert, wobei die schnelle und intuitive Bedienung besonders auffällig waren. Florian Rüb

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