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"Mac-OS X ist keine Weiterentwicklung, sondern eine technische Revolution"

28.03.2001 | 00:00 Uhr |

Der ehemalige Top-Apple-Manager Diego Piacentini hat in einem Interview mit der US-amerikanischen Publikation Macity sich über die Situation des Mac-Herstellers in Europa geäußert. Mac-OS X wird in den Augen des ehemaligen Europa-Chefs eine positive Wirkung auf den Mac-Markt haben.

Diego Piacentini, ehemaliger Vice President und General Manager Apple Europe ist mittlerweile als Senior Vice President und General Manager International bei Amazon.com angestellt. In einerm Interview mit der US-amerikanischen Macity äußert sich Piacentini zur Sitiuation von Apple in Europa, die sich seiner Meinung nach von der in den USA deutlich unterscheidet. Alles in allem, zeigt sich Piacentini jedoch zuversichtlich, dass nach ein paar nicht so brillianten Monaten die Dinge wieder gut für Apple laufen werden.

Der regional sehr unterschiedliche Markt in Europa mache es einer amerikanischen Firma wie Apple unmöglich, den Markt wie in den USA zu durchdringen, was zu dem kompletten Ausfallen des Bildungsmarktes für Apple in Europa führe. Wörtlich sprach Piacentini von einer "almost zero quota in the educational sector".
Neben dem Zeitverlust, der Piacentini zufolge zwangsläufig immer entsteht, bis ein international agierendes Unternehmen seine Strategien auch in den einzelnen Regionen durchsetzen kann, sei es auch die distanzierte Haltung der Europäer dem Mac gegenüber, die den Markt schwieriger mache. In den beiden anderen wichtigen Märkten, Amerika und Japan, könnte Apple entweder von einem stark Mac-orientierten Bildungssektor profitieren, oder von einem "very pleasant fanaticism on the part of the Mac user" - wie Piacentini es formulierte.
Die Idee, eigene Apple-Shops in den USA zu öffnen, hält Piacentini für erfolgsversprechend. Allerdings nur in den großen US-amerikanischen Metropolen, wo der Absatz an Macs sowieso hoch ist.

Ein großes Problem sieht der ehemalige Apple-Manager jedoch in der Abhängigkeit Apples von zwei krisengeschüttelten Firmen wie Motorola und IBM. Für die Zulieferer sei es schwierig, Produkte auf dem von Apple geforderten hohen Standard zu entwickeln, ohne sie einem breiten Markt verkaufen zu können. Trotz Jobs Versuchen, einige PC-Standards auf den Mac zu portieren, sieht Piacentini auch keine Alternative zu dieser Situation. "Ich denke, dies ist eine schreckliche Situation, die Steve Jobs nachts den Schlaf raubt. Wir alle wissen, dass es schlecht ist, einen 500-Megahertz-Prozessor anzubieten, während andere 1000 MHz anzubieten haben, trotzdem hängt von diesem Unterschied nicht das Schicksal der Firma ab...Die Kunden, die einen guten Rechenr kaufen wollen, sollen selber den Unterschied zwischen einem Risc-Prozessor und einen Nicht-Risc-Prozessor erfahren." schließt Piacentini das Thema Megahertz-Lücke ab.

Bezüglich Mac-OS X hat Piacentini hochgesteckte Erwartungen: "Das System ist keine Weiterentwicklung, sondern eine technische Revolution, und nicht alle Revolutionen zeigen sofort Einfluss auf dem Markt. Ich bin mir sicher, dass Mac-OS X diesen Einfluss haben wird. Hoffen wir nur, dass die Entwickler aller wichtigen Anwendungen mitspielen!" mbi

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