875680

Mac-OS X soll schneller werden

15.01.2001 | 00:00 Uhr |

Mac-OS X ist noch nicht fertig. Apple-Manager KenBereskin sprach mit uns über die Zukunft desBetriebssystem und die Hausaufgaben, die Apple nochmachen muss.

Macwelt: Mr. Bereskin, viele Anwender haben in der
Public Beta USB-Printing vermisst. Was ist der Stand
der Dinge?

Bereskin: Wir haben viel verbessert seit der Public Beta
von Mac-OS X. Dort hatten wir nichts. Wir waren jedoch
sehr fleisig. Mittlerweile werden eine Vielzahl von
USB-Druckern von Mac-OS X unterstützt. Wir arbeiten
sehr eng mit den vier wichtigsten Druckerherstellern
zusammen. Das sind Canon, Epson, Hewlett-Packard und
Lexmark.

Macwelt: Werden die Druckertreiber mit der finalen
Version von Mac-OS X ausgeliefert oder muss man sich
direkt an die Druckerhersteller wenden?

Bereskin: Wir werden dazu noch nichts sagen. Fest steht
jedoch, dass wir die Software Update Funktion haben,
die die Anwender auch nutzen koennen und sollten. Dann
gibt es auch mit neüren Druckern überhaupt keine
Probleme.

Macwelt: Was hat sich im Detail im Netzwerkbereich
geaendert?

Bereskin: Wir haben zunaechst die Airport-Technologie
vollstaendig implementiert. Alle Treiber sind an Ort
und Stelle. Ausserdem haben wir die
Netzwerkeinstellungen überarbeitet. Die Einstellungen
lassen sich jetzt problemlos wechseln. Der
Location-Manager lasst Einstellungen für
unterschiedliche Umgebungen zu und benoetigt auch
keinen Neustart.

Macwelt: Man kann also alle Netzwerkeinstellungen ohne
Neustart aendern?

Bereskin: Ja, wir denken, dass man sogar noch weniger
Neustarts als mit Mac-OS 9 braucht. Wir haben unsere
Ingenieure diese Aufgabe gestellt, die sie sehr gut
geloest haben. Zudem haben wir im Gegensatz zu Mac-OS
9 im neün System Multihoming und erlauben damit
Anwendern die Installation von mehreren Netzwerkkarten
und eine unterschiedliche Zuordnung von Diensten und
Funktionen.

Macwelt: Was hat sich sonst noch bei den
Systemeinstellungen geaendert?

Bereskin: Wir haben die Screen-Saver überarbeitet und
zeigen die Quartz-Power bei einigen Funktionen sehr
deutlich. Die überblendungen bei den Sildeshows sind
hervorragend. Natürlich haben wir auch an anderen
Stellen einiges verbessert.

Macwelt: Was hat sich in der Zusammenarbeit der
Classic-Umgebung und Mac-OS X geaendert?

Bereskin: Ein wichtiger Besandteil von Mac-OS X ist die
Classic-Umgebung. Wir verwenden Mac-OS 9.1, das wir an
Mac-OS X angepasst haben. Damit wird es Anwendern
einfacher gelingen, die Plattformen zu wechseln. Durch
die Synchronisation des Dateisysstems haben wir den
Grundstein für einen einfachen Wechsel gelegt. Auch
die Application-Folder enthaelt nun alle Programme. Es
gibt keine weiteren Ordner mit diesen Funktionen.

Macwelt: Viele Mac-OS-X-Anwender haben sich über die
mangelnde Geschwindigkeit des Systems und Finders
beklagt. Wird die finale Version schneller sein?

Bereskin: Performance ist einer der wichtigsten Bereiche
für uns. Natürlich kann man Verbesserungen erwarten.

Macwelt: Wie sieht es mit zukünftigen Updates aus?
Lassen sie sich so einfach wie unter Mac-OS 9
installieren?

Bereskin: Software Updates werden sogar noch einfacher
sein. Wir glauben, dass Mac-OS X um einiges
geschmeidiger sein wird Mac-OS 9.

Macwelt: Wird es in Zukunft Linux-Benutzeroberflaechen
auf Darwin oder Mac-OS X geben?

Bereskin: Sicherlich gibt es Platz für alternative
Windowing-Systeme. So hat etwa auch Tenon ein
X-Windows-System für Mac-OS X vorgestellt. Andere
Entwicklungen wird es sicherlich im Hobby-Bereich
geben.

Macwelt: Im Java-Bereich will Apple zur
Referenzplattform werden. Wie schaut die
Java-2-Implementierung aus?

Bereskin: Wir haben mittlerweile einiges and
Java-2-Funktionen in Mac-OS X gebracht. Momentan
verbessern wir die Stabilitaet und
Ausführungsgeschwindigkeit. Froh sind wir natürlich
über die Entscheidung von Borland, ihre
Entwicklungsumgebung JBuilder auf Mac-OS X zu bringen.

Macwelt: Wie schauft es mit den eigenen
Entwicklungstools aus?

Bereskin: Die koennen sich registrierte Entwickler
kostenlos von unserer Web-Site herunter laden. Wir
denken jedoch darüber nach, sie noch einfacher zur
Verfügung zu stellen.

Interview: Martin Stein

0 Kommentare zu diesem Artikel
875680