Dass die Hardware ihre passende Marktlücke fand und die komplette Zubehörindustrie beeinflusste - die Zahl der Drucker, Scanner, Diskettenlaufwerke, Speichermedien und Mäuse mit halbdurchsichtigen bunten Plastikteilen ist Legion - war gewiss kein Zufall, aber nicht unbedingt Ergebnis langfristiger strategischer Planungen. Eine langfristige Strategie stellte Apple jedoch zu Beginn der WWDC 1998 vor. Das neue Betriebssystem werde Mac-OS X heißen und im Wesentlichen auf Next Step basieren, dem Unix-System, das die von Steve Jobs nach seinem Ausscheiden bei Apple und Ende 1996 vom Mac-Hersteller übernommene Firma Next entwickelt hatte. Copland war längst Geschichte, Rhapsody zwar annähernd fertig aber wenig versprechend.
Seit Anfang der Neunziger war Apple mit seinem OS-Latein am Ende, alle Versuche, dem System einen modernen Nachfolger mit präemptiven Multitasking und Speicherschutz zu reichen, waren gescheitert. Next Step, das auf dem Free-BSD-Kernel basierte, war die Rettung, den "verlorenen Sohn" Steve Jobs musste Apple-CEO Gil Amelio aber mit einkaufen. Dass damit seine Tage als Geschäftsführer des Unternehmens gezählt waren, dürfte Amelio immerhin gedämmert haben. Die wesentlichen Punkte der neuen OS-Strategie, die Apple von zehn Jahren präsentierte, waren die Kompatibilität von Hardware und Software. Alle der damals aktuellen G3-Macs mit Ausnahme des kaum verkauften ersten G3-Powerbooks sollten mit dem neuen System umgehen können, eben auch der Low-End-Rechner iMac. Dank der Carbon-Umgebung lief "klassische" Software auch unter dem neuen System, erst mit dem Umstieg auf die Intel-Plattform acht Jahre später war deren Stunde geschlagen. Mac-OS X 10.5 Leopard kommt heute auch für PPC ohne Classic-Umgebung.
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