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Mac-OS X verkauft sich in Japan besser als Windows

14.11.2007 | 12:18 Uhr |

Microsoft hat auf dem japanischen Markt einen Einbruch erlebt. Sobald Mac-OS X 10.5 Leopard freigegeben war, stiegen gemäß einer Studie des japanischen Marktforschungsunternehmens BCN (Business Computer News) dessen Verkaufszahlen dramatisch an. Von seit Monaten konstanten 15,5 Prozent Marktanteil ist zwischen September und Oktober die Rate auf 60,5 Prozent hochgeschnellt. Microsoft nahm den umgekehrten Weg: Der Marktanteil fiel von 75,5 auf 28,7 Prozent.

Der Aufschwung beschwerte Apple im Betriebssystemmarkt in Japan für Oktober einen 53,9-Prozent-Anteil – laut BCN ein echter Durchbruch. Obwohl die Zahlen nach den Leopard-Launch wohl wieder abflauen werden, ist dieser Rekord ein deutliches Beispiel, dass Mac-Anwender wesentlich häufiger auch außerhalb des Neugerät-Zykluses zum Upgrade greifen, als Windows-Benutzer. Microsofts Vista ist in Japan wesentlich teurer im Vergleich zur Leopard Vollversion für 130 US-Dollar: Visa Home Premium Vollversion kostet 380 US-Dollar, ganz zu schweigen davon, dass Mircosoft sich auch die Upgrades (180 US-Dollar) gut bezahlen lässt. Außerdem sind die Mindestanforderungen an die Hardware für Leopard wesentlich niedriger und somit attraktiver zum Upgrade.

Nicht enthalten sind in dieser Erhebung allerdings die OEM-Versionen, also vorinstallierte Betriebssysteme auf PCs, sondern ausschließlich die Retail-Boxen. Absolute Zahlen nennt BCN nicht - nur diese könnten tatsächlich einen Einbruch bei den Vista-Verkaufszahlen belegen. Wahrscheinlicher ist, dass dieser "Peak" ausschließlich mit der Veröffentlichung von Mac-OS X 10.5 zusammenhängt und sich das Zahlenwerk innerhalb der nächsten Wochen wieder entzerrt.

Damit zahlt sich Apples Strategie aus, neue Betriebssysteme in kürzeren Intervallen freizugeben. Laut BCN lag der Verkaufszahlen-Zuwachs für Tiger im April 2005 bei lediglich 10 Prozent, wohingegen Leopard am ersten Wochenende bereits 2 Millionen Mal über den Ladentisch ging. Tiger brauchte hingegen dafür mehrere Wochen.

Japan gilt als einer der schwierigsten Märkte weltweit. Die Gesamtverkaufszahlen für Computer sind rückläufig, Hitachi hat sich im Oktober ganz aus dem japanischen Markt zurückgezogen, und viele andere PC-Hersteller setzen auf neue Computer-Entwicklungen wie Internet AQUOS von Sharp. Apple hingegen vermeldet einen leichten Zuwachs der Importe nach Japan, aber die Käufer entscheiden sich mehr und mehr für günstigere Einstiegsmodelle, sodass die reinen Verkaufszahlen nicht in Relation zum Gewinn stehen.

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