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Mac-OS X86

06.06.2005 | 20:26 Uhr |

Seit heute ist die Katze aus dem Sack: Mac-OS X arbeitet auch mit Intel-Prozessoren zusammen. Steve Jobs hat es heute in San Francisco auf der Keynote zur WWDC verkündet – und demonstriert. Damit bricht fürwahr ein neues Zeitalter bei Apple an, denn bislang waren die Prozessoren von der „anderen Seite“ verteufelt. Heimlich arbeitet Apple aber bereits seit drei Jahren an dem Projekt.

Intel übertrifft Erwartungen der Wall Street
Vergrößern Intel übertrifft Erwartungen der Wall Street

Der Flirt mit der Intel-Plattform ist so alt wie Windows 3.1: Im Sommer 1992 begannen 14 Apple-Mitarbeiter und vier von Novell in Santa Clara mit einer geheimen Mission: „StarTrek“ hieß das Projekt – und das Ziel war die Portierung von Mac OS (aktuell System 7) für das Wintel-Lager. Die Situation damals vor 14 Jahren war sehr ähnlich zu der heutigen: Bei Microsoft in Redmond arbeiteten die Ingenieure und Programmierer an der Entwicklung von Windows 95, das Star-Trek-Projekt wollte ein Jahr früher mit der Arbeit fertig sein und damit eine Alternative für das DOS-basierende Betriebssystem bieten. Nach einem Jahr stellte das 18-köpfige Team die Arbeit ein: technische Probleme waren die eine Seite, Personalentscheidungen und die Ablehnung von des Projekts von Hardware-Herstellern die andere Seite.

Star Trek war der erste Versuch, den x86-Markt für Apple zu erschließen. Copland sollte nach Mac-OS System 7 das Betriebssystem der nächsten Generation werden mit Speicherschutz und präemptiven Multitasking für mehr Systemstabilität und Geschwindigkeit. Die Entwicklung dauerte Jahre, kostete Millionen und führte zu nichts. Windows 95 marschierte am Mac-OS vorbei und Apple sah sich gezwungen, seinen Kunden bessere Windows-Kompatibilität anzubieten, unter anderem 1995 mit der legendären „DOS Compatibility Card“ im Powermac 6100 und einigen Performa-Modellen.

The next step

Zu der Zeit war Steve Jobs längst nicht mehr bei Apple, sondern seit 1985 Chef der Computerfirma NeXT, die leistungsfähige Workstations für den Bildungs- und Forschungsbereich entwickelte – und das entsprechende Betriebssystem. Im Mai 1993 erblickte mit der NEXTSTEP 486 eine Intel-Version das Licht der Märkte und ebenso ein Betriebssystem, das nicht mehr ausschließlich auf 68040-Prozessoren lief, sondern auch auf 486ern und Pentium-Chips. Marktakzetanz erlebte NeXT jedoch nicht, weite Teile der Software sind letztendlich in Mac OS X aufgegangen.

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