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Mac Pro: Gefährliche Dämpfe sind krebserregend

26.09.2008 | 12:16 Uhr |

Den richtigen Riecher hat die französische Tageszeitung Libération bewiesen. Sie hat sich auf eine Fährte gesetzt hat, die - einmal aufgenommen - kaum mehr zu verfehlen ist: Der Mac Pro stinkt nicht nur zum Himmel, seine unangenehmen Ausdünstungen sind auch gefährlich, wie nun ein Speziallabor herausgefunden hat.

Vor rund einem Jahr machte die Nachricht bereits einmal die Runde: MacBidouille.fr hatte Witterung aufgenommen, einige Mac Pro-Besitzer klagten über den störenden Geruch ihrer Geräte. Die französische Seite sah darin keinen Grund zur Sorge und erklärte das Problem mit Resten von Lösungsmitteln, die im laufenden Betrieb verdunsteten. Seitdem soll Apple versucht haben, einzelne Teile der betroffenen Maschinen auszutauschen und so für reine Luft zu sorgen - ohne allerdings in einer Stellungnahme Klarheit zu schaffen. Pech für den Mac-Hersteller: Auch im Büro eines Wissenschaftlers der nationalen französischen Forschungsorganisation CNRS verpestete ein solcher Mac Pro die Luft, er reizte die Schleimhäute des Mitarbeiters und brachte ihn förmlich zum Heulen. Apple versuchte zwar, Teile des Geräts auszutauschen, allerdings ohne Erfolg. Der Wissenschaftler, der anonym zu bleiben wünscht, ließ indes nicht locker und wandte sich an die Umweltorganisation Greenpeace, die den Mac Pro an ein Speziallabor schickte. Das Ergebnis ließ nicht lange auf sich warten. Das im Februar 2007 gekaufte Gerät dünstet eine Reihe von flüchtigen Stoffen aus, darunter das gesundheitsgefährdende Benzol. Benzol ist bei längerer Belastung krebserregend, die Dämpfe sind beim Einatmen giftig - Schwindelgefühle, Übelkeit und Kopfschmerzen können die Folge sein. Libération befragt zwei Toxikologen: Reizungen durch die Stoffe der Augen, der Haut und der Atemwege sind möglich, sagen diese, Vergiftungen unwahrscheinlich. Mit einer Ausnahme: Benzol wirke auf das Knochenmark. Sei eine Person über zwei Monate hinweg acht Stunden am Tag solchen Dämpfen ausgesetzt, so bestehe die Gefahr einer Leukämie-Erkrankung. Auf die Vorwürfe angesprochen, schweigt der Mac-Hersteller laut Libération. Welche Mac Pro-Modelle genau betroffen sein sollen, sagt die Zeitung nicht.

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