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Mac Pro aus der Nähe

25.10.2013 | 09:40 Uhr |

Mit zwei Grundkonfigurationen steht der Mac Pro bereits im Online-Store von Apple. Man bekommt ihn aber erst im Dezember. Wir dürfen trotzdem schon live einen Blick auf den Mac Pro werfen

Sehr lange, für einige zu lange, hat Apple sich Zeit gelassen, um das Profi-Segment mit neuen Rechnern zu beliefern. Seit dem 1.März 2013 wird in Europa der technisch schon lange überholte bisherige Mac Pronicht mehr verkauft . Aus diesem Grund sind nicht wenige Profi-Anwender notgedrungen zur Windows-Konkurrenz abgewandert. Vor allem für den professionellen Videoschnitt, der immer mehr zur 4k-Auflösung tendiert (4-fache Full-HD-Auflösung), ist der bisherige Mac Pro nicht mehr zeitgemäß. Doch ab Dezember soll sich das laut Apple ändern. Dann möchte Apple nach quälend langen zehn Monaten ohne Profi-Rechner in seinem Portfolio endlich den neuen Mac Pro anbieten, den Apple bereits auf der WWDC 2013 im Juni angekündigt hat . Sehr ungewöhnlich dabei war, dass Apple über ein zukünftiges Produkt gesprochen hat, dies entspricht sonst nicht den firmeneigenen Codex, der heißt: „we don´t speak about future products“.

Neues Gehäuse

Um Superlativen ist Apple bei seinen Produktvorstellungen nie verlegen, und so meinte Philip Schiller: „Der neue Mac Pro ist unsere Vision der Zukunft des professionellen Desktops, alles an ihm ist neu konzipiert worden und es gab niemals zuvor etwas Vergleichbares“. Zumindest die Form des Rechners hat im Internet schon einige Vergleiche provoziert, von Urne bis hin zu Mülleimer ist die Rede.

In der Realität sieht der Mac Pro dann doch deutlich anders aus, als die ersten Videos vermuten ließen. Die Gehäuse-Farbe ist nicht mattschwarz sondern eher ein sehr dunkles Violett, zudem spiegelt die Oberfläche sehr stark. Das nun 25,1 cm hohe Gehäuse ist deutlich kleiner als zuvor, dadurch soll der neue Mac Pro aus 79 Prozent weniger Aluminium bestehen, zudem habe man 80 Prozent Verpackungsmaterial eingespart. Außerdem soll der Mac Pro keine bromhaltige Flammschutzmittel sowie keine PVC-Materialien enthalten.

Die gesamte Wärmeleistung soll die Konstruktion des Mac Pro effizient über alle Prozessoren verteilen. Ein neuartiger Lüfter soll den Mac Pro sehr effektiv kühlen ihn so leise machen wie einen Mac Mini . Gerade in Tonstudios ist dies ein entscheidender Vorteil. Laut Apple soll der neue Mac Pro 70 Prozent weniger Energie als sein Vorgänger benötigen. Somit erfüllt der Mac Pro laut Apple die Anforderungen zu Energy Star 6.0.

Aufrüsten

Das Gehäuse des Mac Pro lässt sich nach oben abziehen. Dadurch gelangt man an das Innenleben und kann sowohl den Arbeitsspeicher als auch das PCIe-basierende Flash-Modul aufrüsten. Das Flash-Modul soll dabei einer von Apple nicht näher genannten gängigen Norm entsprechen, somit ist man nicht auf ein Apple-eigenes Format wie in den Macbooks und dem iMac angewiesen. Eine herkömmliche Festplatte findet im neuen Mac Pro keine Verwendung mehr. Für den Arbeitsspeicher bietet der Mac Pro vier Steckplätze, es passen die Module DDR3 ECC, die mit 1866 MHz Taktrate laufen. Die kleinste Konfiguration kommt mit 12 GB Arbeitsspeicher, maximal lässt sich der Mac Pro mit vier 16-GB-Modulen auf 64 GB Arbeitsspeicher aufrüsten. Auch PCI-Steckplätze bietet die kleine Tonne nicht mehr. Wer seine PCIe-Karten weiter verwenden möchte, kann dazu das externe Gehäuse für drei Steckkarten von Sonnet verwenden. Diese Echo Express III-D & III-R genannte Erweiterung verbindet man per Thunderbolt 2 mit dem Mac Pro. Übrigens bietet Sonnet ein kostenloses Update auf Thunderbolt 2, sofern man eine frühere Version dieser Erweiterungsbox besitzt.

Erster Blick auf den Mac Pro

Die Gehäusefarbe ist nicht Mattschwarz sondern eher von einem sehr dunklen Violett und spiegelt sehr stark. Das Besondere: Es gibt einen Mechanismus, mit dem man das Gehäuse nach oben abziehen kann. Der Benutzer darf also an die Innereien heran, um zum Beispiel den Arbeitsspeicher oder das Flash-Modul auszutauschen. Der Anschluss für das Flash-Modul soll ein Standard-Port sein, welcher das genau ist, konnten uns die Apple-Mitarbeiter aber bisher nicht sagen (vermutlich M.2).

Anschlüsse

Trotz seiner geringen Größe bietet der Mac Pro eine beachtliche Anzahl an Anschlüssen. Neben vier USB-3-Anschlüssen findet man sechs Thunderbolt-2-Ports. Die Übertragungsgeschwindigkeit von Thunderbolt 2 liegt bei theoretischen 20 GBit/s, doppelt so hoch wie beim herkömmlichen Thunderbolt-Anschluss. Somit lassen sich laut Apple bis zu 36 Hochleistungsperipheriegeräte betreiben, darunter auch 4K-Monitore. Zudem ermöglicht eine neue Funktion von OS X Mavericks ein selbstkonfigurierendes „IP over Thunderbolt“. Somit lassen sich zwei Macs via Thunderbolt verbinden und Daten so schnell übertragen.

Prozessor und Grafik

Den Mac Pro wird es in der Grundausstattung mit einem Quad-Core-Prozessor und einem 6-Core-Prozessor geben, jeweils Xeon E5. Zusätzlich kann man einen 8-Core und 12-Core-Prozessor wählen. Laut Apple sollen die neuen Prozessoren bis zu doppelte Geschwindigkeit von Gleitkomma-Berechnungen liefern als die vorhergehende Generation des Mac Pro. Die Grafik des Mac Pro lässt sich allen Anschein nicht tauschen. In der Grundkonfiguration sorgt der Grafikprozessor Dual AMD Fire Pro D300 mit je 2 GB Grafikspeicher für das Bild, bei der höheren Konfiguration ein Dual AMD Fire Pro D500 mit je 3 GB Grafikspeicher. Optional kann man in der höchsten Ausbaustufe den Dual AMD Fire Pro D700 mit je 6 GB Grafikspeicher wählen. Bis zu achtmal bessere Grafikleistung als bei den Vorgänger-Mac-Pros verspricht Apple.

Preise und Konfigurationen

Mit zwei Grundkonfigurationen für 2999 und 3999 Euro steht der Mac Pro bereits im Onlie-Store von Apple (siehe Tabelle). Weitere Ausstattungsmerkmale wie einen besseren Grafikchip, mehr Flash- oder Arbeitsspeicher und schnellerer Prozessor lässt sich zur Zeit noch nicht wählen. Auch zu den Preisen der höheren Ausbauvarianten mit 12-Kern-Prozessor gibt es noch keine Angaben.

Modell

Mac Pro Quad-Core 3,7 GHz

Mac Pro 6-Core 3,5 GHz

Preis

€ 2999

€ 3999

Technische Angaben

Prozessor

Intel Xeon E5 Quad-Core 3,7 GHz

Intel Xeon E5 6-Core 3,5 GHz

CPU-Takt

4x 3,7 GHz (Turbo-Boost bis 3,9 GHz)

6x 3,5 GHz (Turbo-Boost bis 3,9 GHz)

Level-3-Cache

10 MB shared Level 3

12 MB shared Level 3

Systembus

1866 MHz

1866 MHz

Speicher (standard)

12 GB DDR3 ECC

16 GB DDR3 ECC

Speicher (maximal)

64 GB (4 Slots)

64 GB (4 Slots)

Grafikchip

Dual AMD Fire Pro D300 (optional Dual AMD Fire Pro D500 oder Fire Pro D700)

Dual AMD Fire Pro D500 (optional Dual AMD Fire Pro D700)

Videospeicher

2x 2 GB GDDR5

2x 3 GB GDDR5

Display-Unterstützung

Bis zu drei 4K-Monitore, bis zu sechs Display-Port-Monitore

Bis zu drei 4K-Monitore, bis zu sechs Display-Port-Monitore

Interner Speicher

256 GB Flash-Speicher/PCIe (optional 512 GB oder 1 TB Flash-Speicher)

256 GB Flash-Speicher/PCIe (optional 512 GB oder 1 TB Flash-Speicher)

Drahtlos

Wi-Fi 802.11ac, Bluetooth 4.0

Wi-Fi 802.11ac, Bluetooth 4.0

Externe Anschlüsse

6x Thunderbolt 2, 4x USB 3.0, 2x Gigabit-Ethernet, 1x HDMI, Kombinierter optisch-digitaler Audio-Ausgang/analoger Kopfhörerausgang, Kopfhöreranschluss

6x Thunderbolt 2, 4x USB 3.0, 2x Gigabit-Ethernet, 1x HDMI, kombinierter optisch-digitaler Audio-Ausgang/analoger Kopfhörerausgang, Kopfhöreranschluss

Größe (Höhe/Durchmesser) in cm

25,1/16,7

25,1/16,7

Gewicht

5 kg

5 kg

Weitere Optionen

3,5 GHz 6-Core, 3,0 GHz 8-Core oder 2,7 GHz 12-Core Prozessor

3,0 GHz 8-Core oder 2,7 GHz, 12-Core Prozessor

 

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