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Lose/Lose: Ballerspiel "killt" reale Mac-Daten

23.09.2009 | 16:00 Uhr |

Dieses Spiel meint es wirklich ernst: Wer mit Lose/Lose von Zach Gage Aliens abschießt, der zerstört unwiederbringlich Dateien und Dokumente auf seiner Festplatte.

Lose/Lose
Vergrößern Lose/Lose

Im Stil und Design der Raumschiffe erinnert Lose/Lose eindeutig an Space Invaders. Allerdings fehlen bei Lose/Lose die anfangs für den Spieler hilfreichen Schutzbarrieren, welche erst im Lauf des Gefechts zerballert werden, während die Aliens immer näher rücken. Dafür ist der Thrill bei Lose/Lose um ein Vielfaches höher. Mit jedem Alien, das man zerschießt, "stirbt" nämlich eine reale Datei auf dem Laufwerk. Wenn dies passiert, leuchtet für einen kurzen Moment die Endung der Datei ohne Bezeichnung auf, das heißt welches Dokument es gerade getroffen hat, bleibt vorerst offen, bis der Spieler Zeit zum Nachsehen findet. Falls dann überhaupt noch etwas da ist ....

Die Aliens selbst schießen übrigens nicht. Wenn sie das Spielerschiff aber berühren, zerstört dies das komplette Game - man kann also dabei nur verlieren, daher wohl "Lose/Lose". Die einzige Chance, seine Dateien zurück zu erhalten, ist dann ein Backup, das man zum Beispiel über Time Machine - hoffentlich - angelegt hat. "Highscores" kann man auf der Website der Entwickler eintragen. Bislang haben sich dort kaum mehr als 20 Wagemutige gefunden - wobei manche Spieler nur einen einzigen "gekillten" Alien angeben.

Das kostenlose Ballerspiel verstehen die Entwickler als Beitrag zur Diskussion über digitale im Verhältnis zu realer Gewalt. Tatsächlich überschreitet das Spiel die Grenze von rein virtuellem Geschehen und der physischen Konsequenz in der "realen Wirklichkeit", wenn dabei eben Dateien auf der Festplatte vernichtet werden. Man könnte freilich argumentieren, dass jedes Spiel und jedes Programm schon immer realen Einfluss auf die Festplattenstruktur nimmt, wenn es installiert wird oder man auf dem Laufwerk Dokumente oder Spielstände speichert. Immer ist dabei ein physischer Vorgang durch Magnetisierung impliziert. Insofern wäre der "Abschuss" von beliebigen Daten nur eine wenn auch für den User schmerzliche Grenzsituation, ein Spezialfall des allgemeinen Vorgangs auf der Festplatte. Unter diesem Aspekt lassen sich auch die Wirkungen mancher Viren betrachten.

Wie auch immer man dies sieht: Absolute Vorsicht ist geboten beim Herunterladen des knapp 6 MB großen Games und insbesondere seines Betriebs. Dass Lose/Lose nur für das bislang als virenfrei geltende Mac-OS X verfügbar ist, lässt sich als pikant-ironisches Detail werten. Allerdings weisen Forenteilnehmer bei Golem.de darauf hin, dass es etwas Vergleichbares bereits zu MS-DOS-Zeiten gegeben habe ...

Info: Golem.de

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