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Mac-Trends 2001

22.12.2000 | 00:00 Uhr |

Viel Bewegung zeichnet das neue Jahr im Mac-Markt aus: Der Wechsel auf Mac-OS X bedeutet nicht nur eine Umstellung liebgewonnene Gewohnheiten, er könnte die Initialzündung für eine Flut neuerinnovativer Hard- und Software sein

Es wird wieder spannend. Mit einer ganzen Palette an neuen Rechnern will Apple das neue Jahr eröffnen, schnellere Prozessoren und eine verbesserte Platinenarchitektur sollen die Gigahertz-PCs in die verdienten Schranken weisen. Mit Mac-OS X wird es gleich weitergehen, das neue Betriebssystem soll schon im Februar in einer finalen Version vorliegen. Dies sind nur einige Highlights des neuen Jahres, das gewiss noch die eine oder andere Überraschung bringen wird.

Zukunft Mac-OS

Richtig spannend wird das Jahr 2001 für experimentierfreudige Mac-Anwender. Noch nie hat es einen dermaßen heftigen Bruch im Mac-Markt gegeben wie mit Mac-OS X. Das neue Betriebssystem stellt seit der Einführung des Mac und des Mac-OS im Jahre 1984 die wichtigste Änderung in der Geschichte des Unternehmens dar. Wenn im Februar Mac-OS X auf den Markt kommt, brechen neue Zeiten für die Anwender an.
Läuft alles nach Plan, wird man schon im Februar 2001 mit der finalen Version des neuen Betriebssystems Mac-OS X arbeiten können. Nach üblicher Jobs-Manier dürfte der Apple-Boss das neue System im Januar zur Macworld Expo in San Francisco vorstellen und darüber hinaus die Verfügbarkeit innerhalb von 60 Tagen ankündigen.
Umsteiger und Neulinge sollten sich
für den Wechsel Zeit nehmen. Es lohnt sich, das System frühzeitig zu kaufen, und dann
ohne Zeitdruck Erfahrungen zu sammeln. Gegenüber Mac-OS 9 stellt das neue System einen radikalen Schnitt dar. Mac-OS X bietet zwar wichtige Vorteile wie mehr Stabilität und eine bessere Ausnutzung der Doppelprozessoren, erfordert jedoch eine gewisse Einarbeitungszeit. Nicht nur die Benutzeroberfläche Aqua, sondern auch die Struktur von Mac-OS X ist für Mac-OS-9-Anwender ungewohnt (siehe Macwelt 1/ 2001, "Der Countdown läuft", ab Seite 130).
Unter Mac-OS X lassen sich zwar
sowohl Mac-OS-9-Programme als auch
Anwendungen (Carbon und Cocoa) für das neue Betriebssystem nutzen. Laut Apple können jedoch Mac-OS-9-Programme, die hardwarenah programmiert sind, für Probleme sorgen. Die Mehrzahl der so genannten klassischen Applikationen dürfte jedoch auch unter Mac-OS X fehlerlos funktionieren. Hält Apple an seiner bisherigen Update-Politik fest, wird das neue System für rund 200 Mark erhältlich sein.

Rechner/Prozessoren

Die aktuelle Produktpalette hat Apple zwar im Laufe des Jahres 2000 immer wieder aufgefrischt, dabei aber das Grundgerüst nicht verändert. Das hat dazu geführt, dass das Design der Hauptplatinen nicht mehr mit den aktuellen Windows-kompatiblen PCs aus dem Profilager mithalten kann. Höchste Zeit also, eine komplett überarbeitete Produktpalette vorzustellen: Zur Macworld Expo in San Francisco darf sich die Mac-Gemeinde auf neue Rechner freuen, angefangen von iMac und iBook über Cube und Power Mac bis zum Powerbook. Ob hinter Letzterem "G4" stehen wird, darüber lässt sich spekulieren.

Netze/Kommunikation

Strippen ziehen ist out, drahtlose lokale Netze werden sich dieses Jahr stark verbreiten. Auch Peripheriehersteller rüsten auf: So dürfte schon dieses Jahr ein erster Tintenstrahldrucker von HP auf den Markt kommen, den man über die Airport-Schnittstelle ansprechen kann. Apple setzt mit Airport auf den am weitesten verbreiteten Standard für drahtlose Netzwerke, IEEE 802.11b. Schon bald könnte Apple die Geschwindigkeit von Airport verdoppeln, denn der drahtlose Standard soll auf 20 Megabit pro Sekunde (MBit/s) aufgestockt werden.

Da der Platz auf dem 2,4-GHz-Frequenzband eng wird, arbeitet man schon an einem erweiterten IEEE-802-Standard, der das Frequenzband von 5 GHz benutzt. Dieser Standard soll die Daten mit bis zu 54 MBit/s durch den Raum übertragen, fünf Mal so schnell wie es Airport derzeit kann.

Für den Heimanwender ist die Airport-Lösung relativ kostspielig, deshalb bietet Home RF eine abgespeckte Version. Auch dieser drahtlose Standard überträgt die Daten auf dem 2,4-GHz-Frequenzband, allerdings nur mit einer Übertragungsrate von maximal 2 MBit/s. Erste Produkte für den Mac könnten in diesem Jahr kommen.

Monitore

LCD-Displays werden in diesem Jahr billiger, das steht fest. Einen allzu großen Preisverfall darf man zwar nicht erwarten, denn die weltweite Produktionskapazität deckt die Nachfrage nach wie vor nicht. Trotzdem ist die Branche zuversichtlich: Tom Martin,
Director des Flat-Panel-Bereichs bei IBM, rechnet damit, dass der Preis für einen flachen 15-Zöller bis Ende 2001 auf bis zu 500 US-Dollar sinken wird. Damit wäre ein solches Gerät zwar immer noch doppelt so teuer wie ein vergleichbarer 17-Zoll-Monitor mit Kathodenstrahlröhre, hätte aber Martin zufolge allemal "das Zeug zum Technik-Weihnachtsgeschenk des Jahres 2001". Darüber hinaus stehen neue Technologien vor der Tür, die die Entwicklungsabteilungen der großen Hersteller in eine ganz andere Richtung leiten werden.

Drucker

Nie zuvor gab es so viele Druckerhersteller, die Geräte für den Mac anbieten. Deshalb verspricht dieses Jahr, spannend zu werden. Profitieren wird auf alle Fälle der Verbraucher. Der schon seit Jahren anhaltende Trend zu Farbdruckern bekommt durch das Internet weiter Schwung, da schwarzweiß ausgedruckte Web-Seiten wesentlich an Informationsgehalt verlieren.

Scanner

Da sich die USB-Schnittstelle im Consumer-Bereich großflächig durchgesetzt hat, bieten inzwischen alle Scannerhersteller eine große Palette solcher Geräte an. Dieser Trend wird sich im kommenden Jahr fortsetzen und weiter ausgebaut werden. Die Scanner haben inzwischen ein sehr hohes Niveau bei extrem günstigen Preisen erreicht. Viele Geräte arbeiten schon heute mit 42 Bit Farbtiefe, in diesem Bereich sind daher kaum noch Steigerungen zu erwarten. Als maximale Auflösung werden sich 1200 x 2400 Pixel etablieren.

Mehr Trends und Prognosen in Macwelt 2/2001, die ab 3. Januar im Handel sein wird.

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