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MacHeist.com: Verlockende Angebote und vernichtende Kritik

13.12.2006 | 09:30 Uhr |

Was des einen Freud', ist des anderen Leid: MacHeist.com bietet aktuell ein Software-Bundle aus insgesamt acht erstklassigen Shareware-Programmen an - und zwei weitere Kandidaten könnten noch dazu kommen. Geschicktes Marketing und ein Dumping-Preis von 49 US-Dollar ruft gleichzeitig Kritiker auf den Plan: "Solche Angebote sind nichts für seriöse Entwickler."

Delicious Library, FotoMagico und RapidWeaver sind nur drei namhafte Programme aus dem Korb, den MacHeist.com noch fünf Tage lang zum Schleuderpreis von 49 US-Dollar verkauft. Nach eigenen Angaben erreicht der Wert des Bundles mehr als 280 Dollar - und 25 Prozent des Umsatzes gehen an gemeinnützige Einrichtungen, wobei es dem Käufer obliegt, den Spendenempfänger auszuwählen. Erreicht die Spendensumme 50.000 Dollar, wandert der RSS-Reader NewsFire mit in den Korb, findet dieser MacHeist-Deal sogar so viele Käufer, dass insgesamt 100.000 Dollar an Spenden überwiesen werden können, ist auch der Texteditor TextMate Bestandteil des Bundles - für alle Käufer. Eine gute Sache also: Knallerpreis für Software und Wohltätigkeit für alle - so feiert MacHeist.com die "Woche der unabhängigen Mac-Entwickler". Dieser Meinung sind aber nicht alle: Im Entwickler-Lager entwickelt sich ein Lager, das die Aktivitäten von MacHeist.com zunehmend kritisch sieht. Der Entwickler des Dashboard-Widgets iStat meldet sich mit einem scharfen Blog-Eintrag zu Wort und rechnet - trotz des Spendenanteils - einen netten Gewinn für das MacHeist-Team heraus, der sechmnal über dem liegt, was die beteiligten Software-Entwickler an dem Deal verdienen. Auch Entwickler Gus Mueller hält aus seiner Sicht wenig von dem Deal: 3,67 Dollar kostet den Kunden jedes Programm - was davon geht letzlich noch an die Entwickler? In beiden Einträgen findet eine lebhafte Kommunikation statt. Letzlich entscheidet jeder Software-Entwickler selbst, wie er sein Werk an den User brningen möchte - Promo-Aktionen wie diese bringen auch den geldwerten Vorteil des kostenlosen Marketings. Und auch der Anwender ist nicht gezwungen, gleich zehn Programme zum Preis von einem plus kleiner Spende zu erwerben. Wer den beteiligten Softwarefirmen eine bessere Marge ermöglichen möchte, kann deren Websites besuchen und den vollen Preis bezahlen. Allein der Sinn erschließt sich nicht...

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