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Macbook: "Firewire wegzulassen war notwendig"

30.10.2008 | 13:57 Uhr |

Ein Elektrotechnik-Ingenieur hat die Bilder eines zerlegten Macbooks studiert und kommt zu dem Schluss, dass Firewire wegfallen musste.

Macbook Oktober 2008
Vergrößern Macbook Oktober 2008
© Apple

Rainer Brockerhoff, ein in Deutschland geborener Elektroingenieur und Programmierer, kommt zu dem Schluss, dass Apple nichts anderen übrig bliebt, als den Firewireanschluss beim neuen Macbook zugunsten des Designs wegzulassen. Auf seiner Webseite versucht der Techniker zu erklären, warum Firewire am kleinen Macbook sterben musste.

Er verweist dabei auf die zahlreichen Fotostorys , in denen das Macbook Stück für Stück zerlegt wird. Hier könnte man sehen, warum Firewire nicht mehr möglich war. Er verweist auf das Logicboard, die Hauptplatine eines jeden Mac. Beim Macbook ist diese besonders klein geraten. Es ist kaum größer als die Hand eines Erwachsenen. Man sieht auch: Die volle Breite des Logicboards ist mit Buchsen besetzt, eine weitere würde nicht passen. Nur durch diese kompakte Bauweise sei die Konstruktion des Macbooks in dieser Form möglich, so Brockerhoff.

Flache, enge Konstruktion oder Firewire?

Früher, als die Ports noch auf beide Seiten des Gehäuses verteilt waren, musste die Platine entweder die volle Breite Umfassen oder auf der anderen Seite musste eine kleine Extra-Platine befestigt sein, die über empfindliche Kabel mit der hauptplatine verbunden ist. Dies hält der Elektrotechniker für keine gute Lösung. Beim neuen Macbook sei dies besser gelöst.

Es gebe keine Überlappung der Komponenten, schreibt Brockerhoff. Alles sei nebeneinander angeordnet. Nur dadurch könnten die Macbooks so dünn und zugleich so aufgeräumt konstruiert sein. Besonders die jetzt leicht austauschbare Festplatte sei ein Grund für das geschrumpfte Logicboard. Brockerhoff bezeichnet dieses "rationale" Layout als "echten Gewinn". Kleiner könnte man ein Notebook mit diesen Komponenten nicht bauen, glaubt er.

Firewire braucht Strom

Zudem erfordere ein Firewire-Anschluss nicht nur Platz, sondern auch zusätzliche Infrastruktur. So hätte Apple mit einem Firewire-Anschluss die Ressourcen für zusätzliche sieben Watt Stromverbrauch mit einplanen müssen, so Brockerhoff. Er glaubt auch nicht, dass Apple Firewire aus produktpolitischen Gründen weggelassen habe, um das Macbook deutlicher vom Macbook Pro zu unterscheiden.

Brockerhoff ist in der Mac-Szene kein Unbekannter. Der in Brasilien lebende Ingenieur hat mehrere Shareprogramme entwickelt und gilt vielen als sachkundiger Beobachter der Macszene. Seine Ausführungen zu Firewire im neuen Macbook schafften es sogar ins Blog der bekannten Technikzeitschrift Wired

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