Macbook Pro Retina

Macbook Pro Retina: Profifotografen fühlen sich vernachlässigt

19.06.2012 | 09:25 Uhr | Peter Müller

Profifotografen sind über das neue Macbook Pro mit Retina Display verärgert: Derzeit gibt es keine angepasste Software, die Updates für Bildbearbeitungsprogramme kommen erst später in diesem Jahr.

Vor einem Jahr hatte Apple mit der vollkommen neu programmierten Videoschnittsoftware Final Cut Pro X professionelle Cutter vor den Kopf gestoßen und nach einer Welle der Kritik die Software nach und nach mit verloren gegangenen Features nachgerüstet. Das Macbook Pro mit Retina Display verärgert nun eine andere ehemalige Kernzielgruppe des Mac-Hersteller, professionelle Fotografen. In einem Beitrag für Photofocus fasst Sott Bourne den Unmut der Szene zusammen. Die neue Technik des Macbook Pro mit Retina Display bedeute, das Software wie Photoshop daran angepasste Updates benötigten - Adobe selbst hatte letzte Woche zwar eine Retina-Fassung gezeigt, das offizielle Update aber erst für "später in diesem Jahr" in Aussicht gestellt.

Bevor man sich als Fotoprofi ein Retina-Macbook anschaffe, müsse man erst sicher sein, dass für alle Programme und Plug-ins entsprechende Updates vorlägen, warnt Bourne. Auch Hardware für die Farbkalibrierung könne Probleme mit dem neuen Bildschirm bekommen und womöglich unbrauchbar werden. Dass Apple die Fotobibliotheken von Aperture und iPhoto vereinheitlicht habe, sei ein weiteres Indiz dafür, dass Profis bei Apple nur noch wenig zählten. Profifotografen müssten also der Tattsache ins Auge sehen, nicht mehr Zielgruppe Apples zu sein, das sich immer mehr am Massenmarkt orientiere: "Sie sind kein Hersteller professioneller Software mehr und auch keine Hardware-Firme, sondern eine Mobile Company." Pro Apps seien Geschichte, schließt Bourne, Apple habe sich für den profitableren Massenmarkt entschieden.

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