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Machtkampf um Telekom-Spitze

21.08.2006 | 10:03 Uhr |

Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke muss nach Vorlage der enttäuschenden Halbjahreszahlen der Telekom um seinen Posten zittern. Magazinberichten zufolge drängen Investoren auf die Ablösung des Managers. Auch intern sei ein Machtkampf entbrannt, so die "Wirtschaftswoche".

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Nach Vorlage enttäuschender Habjahreszahlen muss Telekom -Chef Kai-Uwe Ricke einem Pressebericht zufolge um seinen Posten fürchten. Der Vertrag des 44-Jährigen läuft im November 2007 aus. In Aktionärskreisen heißt es dem Nachrichtenmagazin "Focus" zufolge: Niemand kann sich vorstellen, dass er noch einmal verlängert wird. Vor allem der im April mit 2,68 Milliarden Euro eingestiegene US-Investor Blackstone dränge auf Ablösung. Aber auch der Bund, der direkt und indirekt 31 Prozent der Anteile hält, sei laut Berliner Kreisen nicht glücklich über die Vernichtung von Aktienkapital.

Kritik richte sich auch gegen T-Com-Chef Walter Raizner und den Chef der Geschäftskundensparte Lothar Pauly. Aus Investorenkreisen heiße es, der Aufsichtsrat suche derzeit nach Alternativen und werde sich mit diesen Personalien auf seiner nächsten Sitzung im September befassen.

Zwischen Ricke und seinem Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick ist laut einem Bericht der "Wirtschaftswoche ein Machtkampf um den Vorstandsvorsitz entbrannt. Demnach möchte Eick allen öffentlichen Loyalitätsbekundungen zum Trotz Ricke an der Konzernspitze lieber heute als morgen ablösen. Eick ist extrem ehrgeizig und will unbedingt Konzernchef werden, hätten führende Telekom-Manager gesagt, wenn nicht bei der Deutschen Telekom, dann bei einem anderen Unternehmen.

Finanzchef Eick hat sich dem Bericht zufolge schon vor vier Jahren, als Ricke zum Nachfolger von Ron Sommer bestellt wurde, nur zähneknirschend mit der Rolle als Stellvertreter begnügt. Einer demnächst anstehenden erneuten Verlängerung seines im November nächsten Jahres auslaufenden Fünfjahresvertrages als Finanzvorstand werde er nicht zustimmen, heiße es. Die Chancen für Eicks Aufstieg an die Konzernspitze seien allerdings gering. Selbst wenn Ricke gehen muss, rückt Eick nicht automatisch nach, heiße es in Aufsichtsratskreisen.

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