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Macinday - Von Mac-Enthusiasten für Mac-Enthusiasten

08.04.2002 | 14:14 Uhr |

Mehr als nur ein harmloses "Get-Together" war die erste große Mac-Veranstaltung in Würzburg dank namhafter Aussteller. Auch Apple schickte einen Repräsentanten.

München/Macwelt - Mehr als 300 Besucher fanden am Samstag den Weg zur ersten Veranstaltung rund um den Mac in das Technikum Hotel in Würzburg. Der Macinday, organisiert vom ortsansässigen Macintisch e. V., brachte vor allem die Mac-Anwender aus dem Mainfränkischen Einzugsgebiet näher zusammen. Dass der Tag mehr als das übliche "Meet and Greet" wurde, dafür sorgten zum einen die teilnehmenden Firmen, ein kleiner Flohmarkt, verschiedene Präsentationen und Workshops. Der relativ junge Verein präsentierte eine durchgehende Agenda von 10 bis 18 Uhr mit Größen, wie Apple, Adobe, Application Systems Heidelberg, Hermstedt und Filemaker. Der Einladung des Mac-Vereins folgten auch das Mailorder-Haus Playmax aus Berlin und der Mac Club Aschaffenburg. Alle Aussteller boten ausgiebige Möglichkeiten, sich über die neuesten Produkte zu informieren und diese auch Vorort zu testen. Fast die komplette Produktlinie vom iMac bis zum iPod, konnte man auf den Ausstellungsflächen von Apple und den ortsansässigen Händlern Cancom Würzburg und FMS begutachten. "Der Schwerpunkt der Veranstaltung liegt aber nicht auf dem Verkauf", so Bernd Fertig vom Macintisch e. V., "vielmehr wollen wir den Informationsaustausch in der Mac-Gemeinde fördern". Vorträge und Workshops gab es zu den Themen Web-Publishing, Musikproduktion am Mac, Video- und DVD-Produktionsworkflow mit Final Cut Pro und iDVD, Grundlagen Filemaker Pro, Leonardo over IP von Hermstedt, aktuelle Softwareangebote von Applikation Systems Heidelberg, Adobe-Produkte Photoshop 7, Indesign 2.0 und Golive 6.0 und Produkte und Technologien rund um den "Digitalen Hub" von Apple.

Holger Niederländer, Product Marketing Manager bei Apple, sieht mit dem "digitalen Lifestyle" das dritte goldene Computerzeitalter eingeläutet und stellte die Lösungen vor, die der Mac-Hersteller dazu beisteuert. Neben einer Live-Demo des Musik-Allrounders iTunes zeigte Apple auch die Software für den Bereich digitale Fotografie iPhoto. Interessant waren dabei nicht nur das Zusammenspiel einer Digitalkamera mit der Fotosoftware und der demonstrierte Webexport, sondern auch die Informationen über den integrierten Webfotoservice, der bislang nur Nutzern in den USA vorbehalten bleibt. Einen gleich gearteten Service möchte man nun auch für Deutschland bis zum Sommer dieses Jahres etablieren. Probleme bereitet hierbei allerdings der wenig homogene deutsche Markt in diesem Bereich und zähe Verhandlungen mit Anbietern. Allerdings wird der deutsche Mac-Anwender, auf ein gebundenes Fotoalbum in Buchform noch eine Weile verzichten müssen. Ein Starttermin für diesen Service ist in Deutschland nach Angaben von Apple noch nicht abzusehen.
Aber auch die bewegten Bilder sollten bei dem Vortrag nicht zu kurz kommen. Gezeigt wurde kurze Umgang mit der semiprofessionellen Videoschnittsoftware iMovie und der DVD-Authoring-Lösung iDVD. Am Rande seines Vortrags ging Niederländer auf Fragen zur Integration von Bluetooth auf der Apple-Plattform ein. Apple möchte die Funktechnologie vor allem im Bereich der Kommunikation mit Peripheriegeräten oder zum Beispiel bei Handys und PDAs einsetzen. Zur Frage, wie Apple in diesem Zusammenhang die Zukunft für den zwar schnelleren, aber auf Sichtverbindung angewiesenen IrDA-Standard sieht, macht Niederländer von der einschlägigen Marktentwicklung abhängig, bevor man bei Apple auf Bluetooth anstatt auf IrDA setzt. Allerdings musste er auch auf die lange Lieferzeit von sechs bis acht Wochen des Bluetooth-USB-Adpaters von D-Link hinweisen.
Weshalb die Werbung auf dem deutschen Markt im europäischen Vergleich eher spärlich erscheint, begründete er mit der werbestrategischen Fokussierung in Deutschland auf Großstädte wie etwa Berlin oder München. Die reduzierte Präsenz im deutschen Fernsehen, im Gegensatz zu Beispiel zu Frankreich, begründete Niederländer vor allem mit den zwei bis dreimal höheren Kosten der Werbezeit hierzulande. Stellung bezog er auch zu dem Engagement an deutschen Schulen. Dort möchte der Mac-Hersteller vor allem mit seinem mobilen Klassenzimmer die Produktivität der Apple-Lösungen forcieren.

Der Macintisch e.V. war mit der Veranstaltung allgemein und vor allem der relativ vielen Besucher mehr als zufrieden, so Bernd Fertig. Im Vorfeld hatten sie nur über Newsdienste im Internet, örtliche Plakate und Mundpropaganda für die Veranstaltung geworben. Dadurch seien die Kosten des Macindays verhältnismäßig gering gehalten werden, so dass der Verein auch keinen Eintritt verlangen musste. Aber auch die Unterstützung verschiedener Unternehmen, das persönliche Engagement der derzeitig 57 Mitglieder und eine Tombola, trugen entscheidend dazu bei. Auf dieser Basis möchte mach auch in Zukunft weitere Veranstaltungen auf die Beine stellen und hat schon den zweiten Macinday im Auge. Wer sich auch außerhalb solcher Veranstaltung über alle Neuigkeiten rund um den Macintosh informieren möchte, kann dies bei regelmäßig stattfinden monatlichen Treffs des Vereins tun. Immer aktuelle Themen und Infos bietet der Macintisch e. V. auch auf seiner Webseiten macintisch.de .
Eine allgemein positive Rückmeldung gab es auch von den Besuchern, die vor allem den Überblick über die aktuellen Produkte rund um den Macintosh und den Informationsaustausch mit anderen Anwendern lobten. Die vertretenen Händler bewerteten den Tag als wichtige Veranstaltung für die Mac-Gemeinde. Auch wenn es bei Cancom Würzburg, Playmax, Application Systems Heidelberg oder FMS an diesem Tag hauptsächlich um die Image-Pflege ging und am Ende nicht die großen Umsätzen in den Auftragsbücher standen. mh/chr

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