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Das ABC des Macintosh - Z wie ZFS

27.10.2008 | 10:20 Uhr |

Im kommenden Frühjahr bringt Apple das nächste große Update für sein Betriebssystem. Eine wesentliche Neuerung könnte das Dateisystem erfahren, für Mac-OS X 10.6 Leopard ist ZFS im Gespräch.

DVD von Mac-OS X 10.6 Snow Leopard
Vergrößern DVD von Mac-OS X 10.6 Snow Leopard

ZFS verspricht in seinem Namen schon schier unendliche Datenmengen, steht das Akronym doch angeblich für Zettabyte File System. Ein Zettabyte, das wären 10^21 Byte oder eine Milliarde Terabyte. Bedenkt man, dass Festplatten mit einem Terabyte mittlerweile gang und gäbe sind, ein Terabyte eine Milliarde Kilobyte entspricht und es nicht einmal drei Jahrzehnte her ist, dass Bill Gates 640 Kilobyte vollkommen ausreichend für alle, wird die scheinbare Unendlichkeit auf ein überschaubares Maß gestutzt. Will heißen: Das Kilobyte von gestern ist das Terabyte von morgen und das Terabyte von heute wird zum Zettabyte von morgen. Zumindest, solange der Moore’sche Gesetz noch Gültigkeit behält. Schlicht Unfug ist aber die legendäre Behauptung des ZFS-Entwicklers Jeff Bonwick, dass man eine Energie benötigen würde, welche die Ozeane der Erde komplett verdampfen könne, um ein 128-Bit-Dateisystem zu füllen. Die Gegenrechnung ist schnell aufgemacht : Die benötigte Energie ist mit fast drei mal 10^10 Mega-Joule alles andere als klein, würde aber gerade mal zum Verdampfen von 10 Millionen Kubikmetern Wassern ausreichen.

Mit Mac-OS X 10.5 Leopard sind Macs in der Lage, das von Sun Microsystems entwickelte und unter Open Source gestellte Dateisystem ZFS zu lesen. Mac-OS X 10.6 Snow Leopard dürfte mehr damit anfangen können, ob ZFS im nächsten Frühjahr Standard wird, bleibt höchst ungewiss. Das Dateisystem hat unbestrittene Vorteile, der für rund 10^14 Dateien (genau 2^48), also 100.000 Milliarden Dateien ausreichende Platz, der exakt 16 Exbibyte (16 mal 2^60 Byte = 1.152.921.504.606.846.976 Byte) umfasst, ist nur einer davon. Vor allem hat ZFS RAID -Funktionalitäten bereits integriert, mehrere physikalische Volumes lassen sich zu einem logischen Volume zusammenfassen und ausfallsicher betreiben. Sollte ein Mac Pro der nächsten Generation etwa mit ZFS laufen, ergäbe sich ein praktischer Vorteil: Man bestückt einfach die Festplattenplätze mit neuen Laufwerken, ohne weiteres Zutun wächst das logische Volume "Macintosh HD" einfach mit. Spannend wäre ein solches Verhalten auch für Macbooks oder iMacs der nächsten und übernächsten Generation. Die magnetische Festplatte hat ausgedient und weicht dem Flashspeicher. Mit wachsendem Platzbedarf ließen sich Einschübe für Flash-Module füllen. Ab Werk könnte ein solcher iMac etwa ab 2009 mit 64 GB Flash-Speicher kommen, nach und nach ließe er sich aufrüsten, je nach Kasse des Nutzers und verfügbarer Flash-Module.

Derzeit verwendet Apple in Mac-OS X das 32-Bit-Dateisystem HFS+, das für die gleiche Datenmenge von maximal 16 Exbibyte ausgelegt ist. Der Nachteil von HFS+ (Hierarchical File System) liegt aber etwa in seiner mangelnden Datenkonsistenz. Schnappschüsse des Systems - und damit ein "Zurück"-Button, der ein missglücktes Update korrigiert - sind nicht möglich. Unter ZFS entfiele auch die lästige Pflicht zum Abmelden externer Volumes, USB-Sticks ließen sich einfach ohen weiteres Ausstecken. Länger währende File System Checks nach einem Absturz wie unter HFS+ (Journaling) bräuchte ZFS auch nicht. Alles in allem brächte ZFS mehr Vorteile als Nachteile. Da Apple aber bekannt dafür ist, sich nicht mit vorgefertigten Lösungen zufriedenzustellen - siehe die Eigenentwicklung HFS oder der nur von Apple verwendete Displayport der neuen Macbooks, ist das letzte Wort in Sachen ZFS für Snow Leopard noch nicht gesprochen.

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