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Macs auf der Cebit: Ein Themenpark für Geschäftslösungen

09.07.2008 | 15:38 Uhr |

Mit Apple ist kein Staat mehr zu machen, wenn es um Messen geht. Der Mac-Hersteller hat sich inzwischen aus allen europäischen Veranstaltungen zurückgezogen, aus London, aus Köln und schließlich aus Paris. Privatkunden sollen nicht Messen besuchen, sondern Apple Stores, so die Idee, die Insider hinter dieser Entscheidung vermuten. Die entstandene Lücke trifft Anbieter von Geschäftslösungen besonders hart: Für sie soll nun auf der CeBIT 2009 ein Themenpark entstehen.

Eine Technik-Messe mag auch für Privatbesucher zum lohnenden Erlebnis werden, wenn es dort wirklich Neues zu bestaunen gibt. Auf der MacLive Expo in Köln war das kaum der Fall, nicht einmal mehr die Apple Expo in Paris brachte in den vergangenen Jahren noch wichtige Neuerungen für den Heimbereich. Apple gibt hier den Takt an: Die Macworld Expo in San Francisco ist einmal im Jahr zentrale Anlaufstelle für weltweites Interesse, ein Publikumsmagnet, der auf Grund von Steve Jobs' Keynotes auch in den Medien viel Beachtung findet. Darüber hinaus können sich Heimanwender in Magazinen und beim Apple-Händler über Neues informieren. Und wenn es nach dem Mac-Hersteller geht, sollen Mac-Kunden die hauseigenen Apple Stores besuchen - dieses Geschäftsmodell funktioniert zunehmend gut, wie aktuelle Finanzergebnisse zeigen. Apple betreibt in Ländern mit vielen eigenen Retail-Geschäften, insbesondere in den USA, zudem eine Art von künstlicher Auslese: Die einen mögen das Qualitätskontrolle, die anderen Vormundschaft nennen: Es ist nicht einfach, sein Produkt in einem Apple Store zu platzieren, die Hersteller können ein Lied davon singen. Ob man Apples Vorgehen im Privatkundenbereich nun gut heißt oder nicht: Geschäftskunden sowie Anbieter und Hersteller von Geschäftslösungen fallen unter den Tisch. Die einen benötigen eine Plattform, um sich über passende Anwendungen und Geräte zu informieren, die anderen wollen ihre Konzepte vorstellen. Je spezieller eine Anwendung ist und je enger das Zielpublikum, um so weniger wird ein Apple-Händler bei der Auswahl behilflich sein können. Den Ausweg aus diesem Dilemma will nun ein Kooperation der Service- und Beratungsgesellschaft SBG|28 mit der Deutschen Messe AG schaffen: Auf der nächsten CeBIT, vom 3. bis 8. März 2009, werde es "einen Gemeinschaftsstand zum Thema Business-Lösungen" auf dem Mac geben, so eine erste Ankündigung. Das Konzept will jene Lücke schließen, die für Geschäftskunden entstanden ist, dafür sollen zwischen 200 und 230 Quadratmeter zur Verfügung stehen: "Primäre Besucher-Zielgruppe der Sonderfläche sind Selbständige und IT-Entscheider aus kleinen und mittleren Unternehmen mit bis zu 50 PC-Arbeitsplätzen." In einer Pressemitteilung verspricht Reinhold Umminger, Abteilungsleiter und Sales Director 'Business Processes' der CeBIT: "Gerne unterstützen wir deshalb die Realisierung eines gemeinschaftlichen Themenstandes für Geschäftskundenlösungen auf Basis der Apple OS Plattform." Noch steckt der angekündigte Themenpark in der Anfangsphase. Die genauen Details will Projektdirektor Ralf Hinnenberg, der bereits für die MacLive Expo 2007 verantwortlich zeichnete, erst in den nächsten Wochen bekannt geben. Die Lücke, die das Ende der Kölner Messe hinterlassen hat, ist unübersehbar: Viele Hersteller und Kunden und dem Geschäftsumfeld dürften begrüßen, wenn sie jemand schließen kann.

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