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Macs sind (noch) sicher (II)

22.01.2008 | 14:20 Uhr |

Sie heißen Internet-Protokolle (kurz: IP) und sie sind die Basis der Kommunikation zwischen Rechnern. Grundsätzlich funktionieren sie wie der Briefverkehr – die einzige Besonderheit ist, dass – um im Bild zu bleiben – die Post entscheiden kann, ob sie einen Brief am Stück befördert oder ihn teilt und die Bestandteile einzeln verschickt. Die Internet-Post weiß, dass der Empfänger in der Lage ist, die Teile wieder zusammenzusetzen.

IP-Konfiguration Darüber hinaus sind die Grundlagen dieser Protokolle schnell erklärt. Rechner kommunizieren, wenn man einige wichtige IP-Parameter eingestellt hat. Dazu gehören eine eindeutige IP-Adresse (beim Briefverkehr entsprechend der eigenen Anschrift) und – in der Regel – ein Router, sprich: ein Gerät, das Datenpakete annehmen kann und sie weiterleitet, da es einen Weg (oder: eine Route) zum Empfänger ermitteln kann.

IP-Adresse IP-Adressen bestehen aus Ziffern. Es sind vier Gruppen aus Ziffern getrennt durch einen Punkt. Jede Zifferngruppe darf Werte von 0 bis 255 annehmen; allerdings sind in den meisten Netzen Maximum und Minimum reserviert und damit für Rechner nicht gültig.

Port Will in einem IP-Netz ein Gerät mit einem anderen sprechen, muss es nicht nur dessen nummerische Adresse kennen. Darüber hinaus muss die jeweils zuständige Software wissen, welche Software beim Empfänger antworten soll. Damit erreicht man zum Beispiel, dass der Browser Safari mit der Serversoftware Apache spricht und nicht mit dem POP3-E-Mail-Server, der möglicherweise auf dem selben Server installiert ist. Die gewünschte Software wird ebenfalls als Ziffer angegeben; jeder Rechner und jede Software konsultiert dazu eine Liste mit den „well-known port numbers“. Um beim Beispiel Safari zu bleiben: Der Browser weiß anhand dieser Liste, dass die für ihn zuständige Serversoftware die Nummer 80 hat. Zumindest solange die Adresse der Internet-Seiten mit „http“ beginnt. Wer einmal selbst die Liste sehen will, tippt im Terminal den Befehl „cat /private/etc/services“ ein – das Ergebnis sind viele Zeilen, die den Kurznamen des Dienstes (oder des Protokolls) enthalten, die Nummer und einen Kommentar.

TCP oder UDP Letzter hier erwähnenswerter Teil der Kommunikation ist die Kommunikation mit verschiedenen Briefarten – TCP oder UDP sind die häufig genutzten, um größere Datenmengen von einem Rechner zum anderen zu transportieren. Transmission Control Protocol ist das Pendant zum Einschreiben mit Rückschein: Rechner des Absenders – und notfalls alle Router dazwischen – stellen sicher, dass die Daten beim Empfänger ankommen. Speziell bei größeren Datenübertragungen aus mehreren Teilen kann der Empfänger im Zweifelsfall verlangen, dass ein bestimmtes Datenpaket noch einmal übertragen wird, weil es fehlt oder weil sein Inhalt unleserlich ist. Nur damit ist es möglich, sicher zu stellen, dass nach dem Download eines größeren Bildes die Daten in der Datei auf der Mac-Festplatte identisch sind mit denen auf dem Server, von dem man die Datei geladen hat.

Anders UDP, das eher dem Standardbrief entspricht. Hier fehlen alle Prüfmechanismen, deshalb kommt UDP in der Regel schneller zum Empfänger als TCP. Man verwendet es für unter anderem für Video- und Audio-Live-Übertragungen, weil es dort wichtiger ist, dass beim Empfänger überhaupt Daten landen. Wenn ein Teil eines Live-Bildes fehlt oder es im Internet-Radio kurz knackst, ist das verschmerzbar.

Beispiel Safari Wer im Browser die Internet-Adresse www.macwelt.de eintippt, startet damit einen mehrstufigen Vorgang, der am Ende dazu führt, dass die entsprechende Internet-Seite in Safari sichtbar wird. Wenn wir davon ausgehen, dass der Mac eine Verbindung ins Internet hat, ist Schritt 1 die Umwandlung der Adresse www.macwelt.de in eine IP-Adresse. Für diese Wandlung sind die DNS-Server verantwortlich. Sie übersetzen die Buchstaben in die IP-Adresse „217.111.81.60“.

Da Safari automatisch vor den Namen das Protokoll „http“ gesetzt hat, schickt der Browser dann ein erstes Datenpaket heraus, das für den Empfänger mit der IP-Adresse 217.111.81.60 bestimmt ist und die Bitte enthält, dass eine Software antworten möge, die sich bei Anfragen auf Port 80 zuständig erklärt. Als Absender trägt Mac-OS X in das Paket die IP-Adresse ein, die in den Systemeinstellungen unter „Netzwerk“ sichtbar ist. Zusätzlich wird vermerkt, dass Antworten an den zufällig gewählten Port 21367 gesendet werden sollen. Mac-OS X führt intern eine Liste dieser zufällig gewählten Ziffern und sorgt dafür, dass ein Datenpaket das von außen kommt, an den Browser Safari weiter geleitet wird. Denn nur so ist sichergestellt, dass die eintreffenden Pakete richtig verteilt werden, wenn man beispielsweise gleichzeitig im Internet surft und E-Mails abruft. Da die Texte und Bilder in Safari korrekt ankommen sollen, verwendet man für die Kommunikation zwischen Browser und Serversoftware meistens TCP. Ausnahme ist Live-Video oder Internet-Radio.

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