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Macwelt 10/06: Der Leopard springt noch nicht

06.09.2006 | 07:36 Uhr |

Stille - nur eine kurze, aber dafür eine umso deutlichere Stille. Und dann ein schneller Themenwechsel. Als Steve Jobs bei der Eröffnung der Entwicklerkonferenz in San Francisco den Erscheinungstermin von Mac-OS X 10.5 bekannt gab, hätte man die sprichwörtliche Nadel fallen hören können, so groß war die Entäuschung unter den angereisten Mac-Getreuen.

Einen Termin noch in diesem Jahr hatte man allgemein erhofft, und sei es nur, um Microsoft mit Vista die lange Nase zeigen zu können. Welch eine Vorstellung, Vista könnte vor Leopard fertig werden!

Dass die Apple-Entwickler fünf neue Betriebssystemversionen in einer Zeit fertiggestellt haben, in der die Kollegen aus Redmond nicht mal eine hinbekamen, mag zwar gut fürs Ego sein, sich aber über andere lustig zu machen und selbst zu verzögern, das nahmen dann doch manche übel. Dabei sind die Neuigkeiten in Mac-OS X 10.5 durchaus vielversprechend. Ein integriertes Backup-System, Groupware-Funktionalitäten, systemweites Aufgabenmanagement, Präsentationen in iChat und vieles mehr zeigen, dass in Cupertino die Kreativität nicht ausgeht. Und Steve Jobs hat nicht einmal alles präsentiert, was Teil des neuen Systems werden soll.

Und so - nach der Keynote ist vor der Keynote - darf jetzt munter weiter spekuliert werden, was denn noch alles an streng geheimen Funktionen den Weg in Leopard finden wird. Beispielsweise Bootcamp: Nachdem Microsoft Virtual PC einstellt, spricht einiges dafür, dass Apple den Ansatz des Open-Source-Projekts Wine verfolgen und eine Basis für Windows-Programme schaffen könnte, die dann ohne Windows auf dem Mac laufen. Andere sprechen von einer Handheld-Variante des Mac-OS, analog zu Windows Mobile, quasi ein Leoparden-Baby, das auf PDAs funktioniert.

Bis Apple den Vorhang lüftet, halten wir uns an irdischere Dinge: die verbrieften Funktionen von Mac-OS X 10.5, die neuen Mac Pro, die wir auf Herz und Nieren geprüft haben, die Parade an neuen Macs, die uns wohl noch im September erwarten, und die 1,8 Millionen Powerbook-Akkus, die Apple zurückruft - genügend Themen für einen heißen Apple-Herbst.

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