Von Redaktion Macwelt - 03.01.2013, 00:00

Macwelt-Jahresrückblick

Das war 2012: September

©Klaus Westermann

Apple stellt iPhone 5 vor +++ Neue iPods: Touch im iPhone-Stil, Nano wird wieder länglich +++ Ärger um Apples neue Karten-App +++ OS X, Java und die Sicherheit
Apple stellt iPhone 5 vor - iPods renoviert
Nach Wochen der Spekulationen und im Internet aufgetauchten Bildern wie Mockups enthüllt Apple am 12. September in San Francisco das iPhone 5. Länger und dünner als sein Vorgänger läutet es mit dem Lightning-Anschluss eine neue Schnittstellenära ein. Auch die iPods hat Apple renoviert und das erste große Update für iTunes nach zwei Jahren gezeigt. Verfügbar wird iTunes 11 aber erst Ende November.
Das iPhone der sechsten Generation heißt iPhone 5 - vielleicht nicht logisch aber doch zwangsläufig nach iPhone, iPhone 3G, iPhone 3GS, iPhone 4 und iPhone 4S. Wie erwartet reagiert Apple auf den Druck der Konkurrenz und spendiert seinem Smartphone einen größeren Bildschirm und dazu die neueste Mobilfunkgeneration LTE. Von NFC ist jedoch keine Rede, dafür erhält das neue iPhone einige interessante Neuerungen im Detail. Nach einem Jahr der Vernachlässigung erhält nun auch der iPod eine Aufwertung - der klassische iPod mit Festplatte bleibt unverändert im Angebot.
Lang aufgehalten mit Nebensächlichkeiten hatte sich Apples CEO Tim Cook bei der Premiere des iPhone 5 nicht. Die Nachricht für den Einstieg: In Barcelona hat Apple nun seinen ersten spanischen Apple Store eröffnet, den das Unternehmen ausführlich mit einem Video würdigt. Doch dann ging Cook sogleich in medias res und stellt zunächst interessante Zahlen einander gegenüber: Von OS X 10.8 Mountain Lion, das Apple im Juli veröffentlicht hatte, zählte Apple bisher 7 Millionen Downloads. Der Mac erreiche in den USA mittlerweile einen Marktanteil von 27 Prozent - nicht schlecht, erinnert man sich an den Spruch aus dem Jahr 2002, "5 down, 95 to go", als Apple gerade seine Marginalisierung hatte abwenden können. Auf der anderen Seite stehen jedoch die Verkaufszahlen aus dem Juni-Quartal allein für das iPad: 17 Millionen. Insgesamt 400 Millionen iOS-Geräte hat Apple mittlerweile verkauft, davon 84 Millionen iPads, eine nicht näher genannte Anzahl von iPod Touch und geschätzt mehr als 200 Millionen iPhones. Das iPhone 4S dürfte wohl nach wie vor das meistverkaufte Smartphone sein, doch hat Samsung mit seiner Galaxy-Klasse trotz Apples juristischer Bemühungen als Hersteller insgesamt die Nase vor. Es wird also Zeit für eine neue Generation, die wie im Vorfeld erwartet tatsächlich iPhone 5 heißt.
iPhone 5 wird länger und dünner
Apples Marketingchef Phil Schiller hatte gut eine halbe Stunde Zeit, die Vorzüge der neuen Generation zu preisen. Die meisten vorher kolportierten Features hat Apple tatsächlich verbaut: Der Bildschirm hat nun eine Diagonale von vier Zoll und ist dabei vor allem länger geworden. Die Auflösung beträgt bei einer Pixeldichte von 326 dpi 1136 x 640 Pixel. Dadurch passt aber nicht nur eine fünfte Reihe von Icons auf jeden Home-Screen, sondern auch vor allem im Querformat mehr Inhalt auf den Bildschirm: Die Kalender-App stellt nun fünf statt nur drei Tage in dieser Ansicht nebeneinander dar. Für Entwickler kommt nun aber jede Menge Arbeit auf sie zu, wollen sie ihre Apps an das neue Bildschirmformat anpassen - Apple hat diese Arbeit bereits erledigt und die iLife- und iWork-Apps in neuen Versionen parat. Den Vorteil eines größeren Bildschirms erkauft sich Apple aber nun mit einer Fragmentierung: Entwickler müssen nun eine weitere Auflösung für ihre Apps ins Kalkül ziehen oder bei der Darstellung auf dem neuen iPhone Nachteile wie schwarze Ränder in Kauf nehmen.
Das iPhone 5 ist vor allem dünner und leichter geworden. Apple verspricht eine Gewichtsersparnis von rund 20 Prozent, 112 Gramm soll das iPhone nun nur noch wiegen. Der dünnere Formfaktor ist unter anderem durch eine neue Displaytechnik möglich geworden, die Touch-Sensoren sind nun direkt in den Bildschirm integriert und nicht mehr dahinter montiert - das iPhone wird dadurch bis zu 30 Prozent dünner. Nebeneffekt: Das Bild werde nun auch schärfer und heller und insbesondere bei Sonnenlicht besser abzulesen.
Apple wäre nicht Apple, würde es eine lang erwartete technische Erweiterung nicht unter einem prägnanten Schlagwort zusammenfassen. Das iPhone 5 hat nun auch einen LTE-Chip an Bord, "Ultrafast Wireless" werde das Telefon somit. Datenübertragungsraten von bis zu 100 Mbps seien nun möglich. Anders als das iPad 3 soll das iPhone 5 sich aber mit seinem einzigen Funkchip, der alle Frequenzbänder und Technologien abdecken soll, auch außerhalb der USA und Kanadas funktionieren, viele Provider, auch in Deutschland, würden das iPhone 5 auf ihren LTE-Frequenzen funken lassen. Ende 2012 gilt: In Deutschland verfügt nur die Telekom über ein kompatibles Netz.
Als Hauptprozessor verwendet Apple den eigenen Chip A6, der doppelt so schnell sein soll als der Vorgänger-Chip A5. Seine geringere Größe (minus 22 Prozent) soll auch zu höherer Energieeffizienz führen - und mehr Platz für andere Bauteile lassen. Apple will es trotz der geringeren Abmessungen des Gehäuses gelungen sein, eine Batterie einzubauen, die gleiches wie die des iPhone 4S leiste, bis zu acht Stunden Gespräche über 3G-Funk und browsen über LTE oder zehn Stunden browsen über Wi-Fi, zudem zehn Stunden Videonutzung oder 40 Stunden Musikwiedergabe oder 225 Stunden Standby. Wer sein iPhone intensiv nutzt, wird also weiterhin jeden Abend die Ladestation aufsuchen müssen - aber nicht öfter als bisher.
Die Kamera in einem noch dünneren Gehäuse steht vor weiteren technischen Herausforderungen. Acht Megapixel beträgt die Auflösung, die Apertur f/2.4. Das Objektiv besteht aus fünf Elementen, eine Hintergrundbeleuchtung und ein low-light-Modus soll die Kamera zudem bieten. Der Image Signal Processor (ISP) verspricht Verringerung des Rauschens, die "Welt soll einfach besser aussehen" schwärmt Schiller von der neuen Kamera.
Damit auch andere etwas von den Künsten des iPhone-Fotografen haben können, führt Apple mit iOS 6 den "Shared Photostream" ein. Was aber nur die Kamera des iPhone 5 kann: Das Erstellen von Panorama-Fotos. Man muss dazu einfach nur das iPhone über die gewünschte Szene bei geöffneter Blende ziehen und kann so bis zu 28 MB an Bilddaten sammeln. Zu den Neuerungen gehören weiter ein verbesserte Gesichtserkennung, die bis zu zehn Personen unterscheiden kann, eine bessere Video-Kamera mit 1080p-Auflösung und ein bessere Stabilisierung.
Nicht nur bei der Optik will Apple Fortschritte gemacht haben, sondern auch bei der Akustik. Drei statt bisher nur zwei Mikrophone nehmen Gespräche auf, was eine bessere Sprachqualität und höhere Rauschunterdrückung gewährleisten soll. "Wideband Audio" soll zudem die Komprimierung der Sprachdaten ändern: Waren Stimmen bisher vor allen Dingen auf ihre mittleren Frequenzen beschränkt, gewährleiste die Technik nun natürlicheren Klang. Die Lautsprecher des iPhone bekommen nur höhere Wiedergabequalität fünf Magnete.
Donner und Blitz
Fast zehn Jahre hat Apple nun den 30-poligen Dock-Connector in iPod und iPhone verwendet, erklärt Schiller den Verzicht auf den bisherigen Anschluss und die Einführung des neuen neunpoligen "Lightning": "Wir haben nun Thunderbolt und Lightning", scherzt Schiller. Man habe mit renommierten Peripherieherstellern zusammen gearbeitet, wie etwa Bose oder JBL. Wer sein neues iPhone nun an alte Peripherie anschließen will, kann einen Adapter vom alten auf den neuen Dock-Conector bei Apple käuflich erwerben. Schick: Die Rückseite des iPhone 5 besteht nun nicht mehr aus Glas, sondern aus dem gebürsteten Aluminium früherer Apple-Designs. So gibt es das iPhone 5 nun nicht offiziell in schwarz oder weiß sondern in "schwarz/graphit" oder "weiß/silber".
Ab dem 21. September wird das iPhone 5 in den wichtigsten Märkten zu haben sein, also in Nordamerika, Deutschland, UK, Frankreich, Australien, Hongkong, Japan und weiteren Ländern - 20 kommen eine Woche später hinzu. Aus dem Angebot genommen hat Apple das iPhone 3GS, das neue Einsteigerhandy ist nun das iPhone 4, das mit Zweijahresvertrag kostenlos zu haben ist, in der Variante mit 8 GB Speicher.
Schon am ersten Wochenende verkauft Apple fünf Millionen Stück, Analysten hatte jedoch mit bis zu zehn Millionen Geräten gerechnet. Apple kommt aufgrund hoher Qualitätsanforderungen in der Produktion nicht mit dem Nachschub nach. Foxconn-Manager beklagen sich, das iPhone 5 sei das bisher am schwierigsten zu produzierende Gerät.
iTunes wird sozial, iPod Nano wieder länglich
Mit iOS 6 werden Nutzer sich auch einen aufgefrischten iTunes Store gewöhnen dürfen, auch für den Mac (und den PC) hat Apple eine neue Version von iTunes in petto. Wesentliche Neuerungen sind dabei die Anbindung an Facebook und Twitter und eine verbesserte Suche, die iTunes nun auch im Mini-Player anbietet. iTunes lässt jedoch auf sich warten, nach mehrmaligen Verschiebungen bringt Apple die Software erst am 30. November heraus.
Nach einem Jahr, in dem Apple den iPod, den Urvater von iPhone und iPad, eher stiefmütterlich behandelt hatte, bringt das Jahr 2012 nun eine Renovierung über (fast) das gesamte Angebot. Der iPad Nano wird gemäß der Erwartungen vieler wieder etwas länglicher, sein Display ist nun auch auf Multitouch angelegt - im Prinzip sieht der Nano der siebten Generation nun aus wie das kleinste iOS-Gerät. Wie das iPhone 5 wartet nun auch der Nano mit einem Lightning-Dock auf und kann wie sein Vorvorgänger auch wieder mit Video umgehen - sie wenigstens wiedergeben, die Kamera fehlt weiterhin. Dennoch ist der Nano 7G Indiz dafür, dass Apple mit dem quadratischen Desing des Nanos 6G wohl eher nicht so erfolgreich war. Die Apps des iPod Nano sind auch weiterhin von Apple vorgegeben und nicht von Dritten ergänzbar.
Auch der iPod Touch wird dünner in seiner nunmehr fünften Generation, nur noch 6,1 Millimeter dick und damit kaum dicker als der Nano - 88 Gramm wiegt er nur noch. Der Bildschirm hat die gleichen Ausmaße und die gleiche Auflösung wie der des iPhone 5. Als Prozessor dient der Dual-Core-Chip Apple A5. Auch die Kamera-Technologie teilt sich der iPod Touch weitgehend mit dem iPhone 5, die Batterielaufzeiten sollen sich ebenso entsprechen: Bis zu 40 Stunden Musikwiedergabe sind laut Apple möglich. Die Facetime-Kamera an der Front versteht sich auf das HD-Format 720p, mit iOS 6 kommt auch Siri auf den iPod Touch. Vielleicht nichts für Puristen, aber Indiz dafür, dass nun der iPod Touch der "iPod für alle" wird und als solcher den Nano ablöst: Der iPod Touch ist erstmals bunt. Neben schwarz und weiß bietet Apple auch blau, gelb und rot zur Auswahl. Die Farben des iPod Shuffle ändern sich zudem geringfügig, seine Technik und Erscheinungsform nicht. Der iPod Shuffle hält weiterhin 2 GB an Musik und ist in sieben Farben ab Oktober für 49 Euro erhältlich, der iPod Nano in sieben Farben kostet mit 16 GB Speicher 169 Euro, der iPod Touch der vierten Generation bleibt in schwarz und weiß mit 16 GB für 209 Euro und mit 32 GB für 259 Euro im Angebot, der neue iPod Touch kostet 319 und 419 Euro  mit 32 GB und 64 GB.
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