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Macwelt Replay 17/04

24.04.2004 | 09:06 Uhr |

Engel der Finsternis" kommt auf den Mac / Wird Half-Life 2 jemals fertig? / Mac stösst ins X2-Universum vor / Fallout 3 schlägt doch noch ein / Lara Croft meidet E3 / FBI nimmt Raubkopierer ins Visier

"Engel der Finsternis" kommt auf den Mac

Harsche Kritik musste der sechste Teil der Tomb-Raider-Actionsoap über sich ergehen lassen, als er bereits vor einem guten halben Jahr auf dem PC erschien. Besonders die verkorkste Steuerung wurde immer wieder kritisiert. Unser Schwestermagazin Gamestar etwa fand in Ausgabe 9/03 vernichtende Worte: "Frau Crofts neuer Auftritt sollte der beste von allen werden. Herausgekommen ist stattdessen der absolute Tiefpunkt der Kultserie." Doch aller Häme und Ungereimtheiten zum Trotz: Ob die jüngsten Abenteuer der wieder auferstandenen Action-Archäologin Lara Croft wirklich so ätzend sind oder auf ihrem Weg zum Mac vielleicht sogar eine wundersame Verbesserung erfahren haben, lässt sich demnächst auf einem G4- oder G5-Mac ab mindestens 733 MHz und ausreichender Grafikkarte feststellen. Laut Application Systems Heidelberg ist die deutsche Version von Tomb Raider: Angel Of Darkness in Produktion gegangen und kann für 40 Euro bereits vorbestellt werden.

Info: Applications Systems Heidelberg

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Wird Half-Life 2 jemals fertig?

Es ist nicht so, dass nur Macianer auf neue Spiele ewig lange warten müssen. Auch den Kollegen aus der PC-Fraktion geht es gelegentlich kaum besser. Man erinnert sich an das Verwirrspiel um "Duke Nukem Forever", in gewisser Weise gehört auch die ursprüngliche Mac-Produktion von Bungies "Halo" in diese Kategorie. Doch geradezu reif für einen Thriller-Oscar ist so langsam das Gehacke um das Erscheinungsdatum von "Half-Life 2". Eigentlich für September vergangenen Jahres angekündigt, sind böse Cracker angeblich in das Computersystem von Spielentwickler Valve eingebrochen und haben den kompletten Code des Shooters gestohlen. Der Release wurde auf unbestimmte Zeit verschoben, so mancher Insider munkelte, in Wirklichkeit sei das Spiel noch weit von seiner Vollendung entfernt gewesen. Valve habe dies mit einem vorgetäuschten Hackerangriff verschleiern wollen.
Jüngster Akt im Drama: Der Chefbetreiber der engagierten Fansite PlanetHalfLife.com hat das Handtuch geschmissen und Valve der Lüge über den wahren Status des heiß ersehnten Alien-Spektakels bezichtigt. Die Kollegen von Golem.de haben den Hintergrund dazu ausführlich dargestellt. Was aber spielt der betrogene PC-Gamer in der Zwischenzeit? Antwort: Kommt darauf an. Hartgesottene ballern sich durch Far Cry, besonnenere Actionfans greifen lieber zu Splinter Cell 2. Oder lassen es einmal ruhiger angehen mit dem ausgezeichneten Grusel-Adventure Black Mirror. Für Nervenkitzel in der Wirklichkeit sorgt schließlich schon Valve mit Half-Life 2 und der unterhaltsamen Frage: Kommt es, kommt es nicht, oder doch, oder vielleicht? Klare Antwort, ist inzwischen auch unser Lieblingsspruch bei Terminanfragen: "WID" (When it's done).

Info: Golem.de

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Mac stösst ins X2-Universum vor

Virtual Programming ist immer für eine Überraschung gut, diesmal sogar für eine richtig spannende. Bis zum dritten Quartal diesen Jahres möchte der Softwarehersteller die Space-Simulation "X2 - Die Bedrohung" für den Mac portiert haben. In dieser aufwändigen Mischung aus Action und Handel gerät der Spieler nach anfänglichen Startschwierigkeiten zwischen die Fronten eines interstellaren Krieges. Als besondere Stärke von X2 nannten Kritiker die offene Art des Spiels, die dem Protagonisten die Wahl zwischen mehreren Karrieren lässt. Unser Schwestermagazin verwehrte der PC-Version von X2 eine 80er-Wertung aufgrund der langatmigen Einführung, bei der bessere Raumschiffe, stärkere Waffen und größere Transporter in weite Ferne rücken. Wer sich mit dieser Kleinunternehmer-Phase mehrere Stunden abfinden kann, lernt anschließend die Spieltiefe von X2 sehr schätzen. Und trotz dieser Kritiken waren sich alle PC-Tester bei einem Punkt einig: Grafisch ist X2 ein Meisterwerk - hoffentlich auch auf dem Mac.

Info: Virtual Programming

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Fallout 3 schlägt doch noch ein

Zweite Überraschung in dieser Woche war die offizielle Absichtserklärung von Interplay-Chef Herve Caen, das bereits eingestellte Projekt "Fallout 3" wiederzubeleben und möglichst schnell zu veröffentlichen. Als direkter Nachfolger der beiden erfolgreichen "Fallout"-Rollenspiele war der dritte Teil bereits einige Zeit in den inzwischen aufgelösten Black Isle Studios (Icewind Dale, Planescape: Torment) in der Entwicklung - und Insider-Informationen zufolge zu rund 80 Prozent fertig gestellt. Caen unterstrich jedoch, dass die Arbeiten an Fallout 3 noch nicht wieder begonnen haben, in den kommenden Wochen aber eine Ankündigung diesbezüglich zu erwarten sei. Fans nahmen diese unverhoffte Nachricht positiv auf und rechnen sich bereits aus, wann Fallout 3 im Handel erhältlich sein kann. Ob sich Interplay mit Hilfe eines externen Entwicklers wieder zu einer Mac-Version durchringen kann ist allerdings noch offen.

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Lara Croft meidet E3

Im kommenden Mai richtet die Spielebranche erneut die Augen auf das kalifornische Los Angeles, denn dort öffnet wie jedes Jahr die Electronic Entertainment Expo ihre Pforten. Für gewöhnlich geben sich auf dieser Veranstaltung zumindest die besonders zugkräftigen Namen der Branche ein Stelldichein, Fans reiben bei Fortsetzungen erfolgreicher Serien vorfreudig die Hände. Allerdings ist der Liebhaber-Club für die gut gebaute Action-Archäologin Lara Croft diesmal auf ein anderes Objekt der Begierde angewiesen: Eidos wird den bereits in Entwicklung befindlichen siebten "Tomb Raider"-Teil nicht offiziell zeigen. Derzeit kümmern sich Crystal Dynamics ("Legacy of Kain", "Soul Reaver") zusammen mit Kult-Designer Warren Spector ("Deus Ex", "Thief") um die finanzstarke Lizenz. Im Sommer 2005 möchte Eidos das noch namenlose Tomb-Raider-Spiel weltweit auf den Markt bringen, zunächst für PC und Playstation 2.

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FBI nimmt Raubkopierer ins Visier

In einer international organisierten Aktion haben das Federal Bureau of Investigation (FBI) zusammen mit ausländischen Kollegen weltweit gleichzeitig mehrere Hausdurchsuchungen bei mutmaßlichen Raubkopierern durchgeführt. Insgesamt wurden in 120 Fällen in den USA, Belgien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Ungarn, Israel, den Niederlanden, Singapur, Schweden und Großbritannien über 200 Computer und 30 Server beschlagnahmt. Auf diesen Servern stellten die Ermittler raubkopierte Materialien im Wert von 50 Millionen US-Dollar sicher, bestehend aus rund 65 000 Computerspielen, Filmen und kommerziellen Software-Paketen. Mit der "Operation Fastlink" getauften Operation will das FBI bekannten Warez-Gruppen den Kampf ansagen. US-Generalstaatsanwalt John Ashcroft nimmt die Raubkopie-Problematik sehr ernst: "Verstöße gegen das Urheberrecht sind inzwischen ein globales Problem, die den betroffenen Wirtschaftszweigen schweren Schaden zufügen. Mit unseren international koordinierten Aktionen fügen wir dem Kern der Internet-Piraterie schweren Schaden zu". Verfechter des Urheberrechts bemängelten, dass sich die Behörden in den Raubkopierer-Hochburgen Malaysien, China und Russland nicht an der Operation Fastlink beteiligt haben.

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