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Macworld Expo: Apple setzt voll auf iMac

08.07.1998 | 00:00 Uhr |

New York, 8. Juli 1998 — Die größte Überraschung zur Eröffnung der Macworld Expo im Jacob Javits Convention Center am East River in New York war Steve Jobs selber. Entgegen früheren Ankündigungen, er werde nur via Satellitenschaltung präsent sein, weil seine Frau das vierte Kind erwarte, stand Apples Interimschef doch leibhaftig auf der Bühne der Special Events Hall, um den rund 1200 Besuchern und Hunderten von Medienvertretern seine Botschaft über den Stand der Dinge bei Apple zu verkünden.

Im Mittelpunkt der zweistündigen Eröffnungsveranstaltung stand, wie erwartet, die Präsentation des iMac, Apples neuer Rechner für Einsteiger und Heimanwender, der ab 15. August auf den Markt kommen soll (siehe die entsprechenden Produktnews in Macwelt Online). Auf den Messeständen von Apple und einigen Herstellern, die Peripherieprodukte für den iMac anbieten werden, sind bereits rund 100 Exemplare des futuristisch gestalteten Rechners zu bestaunen. "I must have it", "I love it" lauteten immer wieder die Kommentare von Besuchern, die liebevoll über das Gehäuse des kompakten Macs strichen und vor allem die an der rechten Gehäuseseite in einer Vertiefung untergebrachten beiden USB-Schnittstellen begutachteten.

Auch Riesenposter, die an verschiedenen Stellen der Messehalle hängen, verkünden die frohe Botschaft. Kostproben: "I think, therefore iMac." "You enter a beige-free zone now." Apple wirbt darüber hinaus an verschiedenen Stellen in der Stadt für den iMac.

Steve Jobs nutzte die Eröffnungsveranstaltung aber nicht nur dazu, kräftig für den iMac die Werbetrommel zu rühren, sondern versuchte seinen Zuhörern auch einzubleuen, wie gut es Apple mittlerweile wieder geht und welch blendende Zukunft das Unternehmen und mit ihm die Mac-Plattform haben.

Bei seiner Rückkehr zu Apple vor genau einem Jahr habe er einen fünf Punkte umfassenden Strategieplan entworfen, um den Konzern wieder auf Vordermann zu bringen:

1. Dafür zu sorgen, daß Apple überlebt

2. Ein stabiles Busineß aufzubauen

3. Eine klar definierte Produktstrategie

4. Für eine neue Vielfalt an Programmen zu sorgen

5. Wachstum

Die ersten drei Punkte seien mittlerweile geschafft. So werde Apple auch für das dritte Geschäftsquartal in Folge (Zeitraum April bis Juni 1998) wieder einen Gewinn melden können. Die genaue Höhe wird am 15. Juli bekanntgegeben; wir von der Macwelt gehen davon aus, daß er sich auf rund 80 Millionen US-Dollar belaufen wird. Und von den G3-Rechnern seien seit seiner Einführung im November letzten Jahres 750 000 Exemplare verkauft worden.

Was Punkt vier, eine neue Vielfalt an Programmen, betrifft, so sei man auch hierbei auf dem besten Wege. Seit der Erstvorstellung des iMac am 6. Mai seien 177 neue Applikationen für die Mac-Plattform angekündigt worden, darunter neben Updates auch zahlreiche neue Produkte beziehungsweise solche, die es bisher nur für Windows-basierte PCs gegeben habe (vergleiche die verschiedenen Produktmeldungen in Macwelt Online). Zwei von den vielen Angeboten für den Mac wurden im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung besonders herausgestellt: der Internet Explorer 4.01, der mit einer ganzen Reihe von Features aufwartet, die erstmals und nur in der Mac-Version implementiert sind, ferner Disney Blast, der Internet-Online-Service des Entertainment-Konzerns speziell für Kinder.

Mit dem iMac werde auch der fünfte Punkt, Wachstum in Stückzahlen und Marktanteil, erfüllt werden, so Jobs' Überzeugung. Der iMac sei nicht nur für Computerneulinge, sondern vor allem auch für die installierte Basis an Mac-Anwendern eine interessante Option. Marktstudien hätten gezeigt, daß es neben jeweils sechs Millionen Mac-Anwendern im professionellen Bereich und Bildungsbereich rund zehn Millionen im Consumer-Segment gäbe, die zum großen Teil noch mit vier bis sechs Jahre alten Rechnern arbeiten. ab

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