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Macworld Expo: Hardware im Überblick

21.07.2000 | 00:00 Uhr |

Apples neuer Star, der G4 Cube, ist nicht die einzige Hardware-Neuvorstellung von Bedeutung. Gerade der Firewire-Boom zwingt viele Drittanbieter, ihre Produktlinien zu überarbeiten.

Scanner waren das Hardwarethema dieser Macworld Expo. Der Preiskampf im Niedrigpreis-Segment und die zunehmende Verbreitung von Firewire-Schnittstellen zwingt die Hersteller, ihre Linien ständig zu überarbeiten. Bei Umax waren der Astra 6400 und sein mit Durchlichteinheit ausgestatteter Bruder Astra 6450 zu sehen. Zum Preis von 250 respektive 300 US-Dollar erhält man 42 Bit Farbtiefe, eine Auflösung von 600 x 1200 ppi und Firewire-Anbindung. Microteks Scanmaker 4700 kommt ebenfalls mit 42-Bit-Farbe, soll aber 2400 x 1200 ppi Auflösung bieten und mit USB arbeiten. Sein Bruder, der Scanmaker X12USL, ist mit 350 US-Dollar etwas kostspieliger als der 280 US-Dollar teure 4700, verfügt dafür aber über eine zusätzliche SCSI-2-Schnittstelle. Objekte kann man mit dem Lightshow Object Scanning System erfassen, das 3D Scan in New York zeigte. In der Druckerabteilung gab es die 2400-dpi-Farblaser HL-2400 und HL-3400 von Brother und die dreiköpfige Bürolaser-Familie Elite 21 von GCC zu sehen, die es auf Druckgeschwindigkeiten von bis zu 21 Seiten pro Minute bei 1200 x 1200 dpi bringen soll.

Ebenfalls getrieben vom Firewire-Boom stellten die Massenspeicher-Produzenten zahlreiche neue Produkte vor. Onstream zeigte den Macianern eine 600 US-Dollar teure Firewire-Version des ADR-Bandlaufwerks Echo, das eine Transferrate von bis zu 2 MB pro Sekunde mit unkomprimierten Daten erreichen soll. Besitzern von Macs aus der Prä-Firewire-Ära nimmt sich Que an. Der Hersteller, ansonsten vornehmlich im Markt für IEEE-1394-Peripherie engagiert, präsentierte neben Firewire-Brennern, -Festplatten und -DVD-RAM-Laufwerken auch einen CD-Rekorder mit SCSI-2-Schnittstelle. Das Gerät soll vor allem unter Eignern älterer Powerbooks Absatz finden. Dantz beglückte die Heimanwender mit einem Update von Retrospect Express 4. Version 4.3 ermöglicht es, mit dem Low-End-Produkt auch Backups auf Festplatten, und nicht mehr nur auf Wechselmedien, zu erstellen. La Cie dagegen fährt auf dem Firewire-Zug mit und zeigte ein 32-GB-Topmodell der Pocket-Drive-Familie von portablen Festplatten, einen CD-Brenner mit 12-facher Schreibgeschwindigkeit sowie, absolutes Highlight, ein DVD-RAM-Laufwerk für die Firewire-Schnittstelle, das bis zu 9,4 GB auf ein Medium bannen kann. Formacs neues Firewire-DVD-RAM-Laufwerk schafft bis zu 5,2 GB je DVD-RAM. Mit allgegenwärtiger Werbepräsenz ging VST die Expo an. Das Unternehmen, inzwischen im Portfolio von Smartdisk, brachte Firewire-Platten mit Kapazitäten von bis zu 75 GB nach New York, stellte ein Formatierungs-Tool für Firewire-Laufwerke namens VST Format 2.2 vor und präsentierte einen neuen USB-Kartenleser für die Mini-Speicherkartenformate Compact Flash (CF), CF+ und Smart Media vor. Micronet zeigte dagegen Firewire-Raids mit gewaltigen 450 GB Kapazität und auf Onstream-Technik basierende Bandlaufwerkslösungen.

Für die noch recht jungen Wallstreet- und Mainstreet-Powerbooks hat Powerlogix ab sofort eine Prozessorkarte mit 466 und 500 MHz schnellen G3-Chips im Programm. Die Blue-Chip-Erweiterung soll je nach Geschwindigkeit 700 respektive 800 US-Dollar kosten. Zu satten 400 MHz G3-Prozessortakt will Sonnet dem verbreiteten, aber in der Leistung unzeitgemäßen Powerbook 1400 verhelfen. Die Crescendo G3/PB 400 soll ab August für 500 US-Dollar erhältlich sein. Auf den Multiprozessor-Zug springt XLR8 auf: Mit den Mac-OS-X-kompatiblen Nachrüstkarten Mach Carrier G4 MPe und Carrier Zif MPe sollen sich alte Power Macs und Clones bald mit aktuellen Doppelprozessormaschinen messen können.

Das Ausbleiben von Standards und die Koexistenz verschiedener Schnittstellen erfordert Adapter und Erweiterungskarten, und diese waren auf der Macworld Expo zuhauf zu sehen. Neben der 3dfx Voodoo 5 5500 PCI und der ATI Radeon 256 gab es im Grafikbereich noch die Formac Proformance IV und einen Adapter von Silicon Graphics, der das bislang nur LVDS-taugliche TFT-Display 1600 SW auch zu VGA- und DVI-Ausgängen kompatibel macht. Formac stellte außerdem noch ProTV Stereo vor, eine PCI-Karte, mit der sich Film aus S-VHS- und VHS-Kameras digitalisieren läßt. Eine ähnliche Erweiterung, allerdings für die USB-Schnittstelle, hatte Irez parat: den Adapter Capsure USB. Creative Labs hielt die Besucher über den Fortschritt bei der Soundkarte Soundblaster auf dem laufenden und vertröstete wie bisher auf einen Liefertermin zum Ende des Jahres. Um perfekten Klang ging es auch am Stand von Harman Kardon, wo neben dem iMac-Subwoofer iSub auch die Komplettlösung aus Tieftöner und Satellitenboxen namens Soundsticks für Lautstärke sorgte. Ebenfalls vom Design der aktuellen Macs inspiriert zeigt sich Wacom mit seiner grafit eingefärbten Grafiktablettreihe Intuos und dem dazu passenden Maus-und-Stift-Set Graphire. XLR8 bot Firewire-Schnittstellen zum Nachrüsten von PCI-Power-Macs und Cardbus-kompatiblen Powerbooks an. Die Machfire PCI und die Machfire Cardbus sollen im August für 100 respektive 120 US-Dollar in den Handel kommen. Schon jetzt sind die Konkurrenzprodukte von Macsense erhältlich: Der Hersteller ergänzte die Linie aus Firewire PCI Adapter und Firewire Cardbus PC Card noch um den Signalverstärker Firewire Repeater, der die maximale Länge einer Firewire-Kette erhöht. Microtech will es mit dem FireSCSI Express ermöglichen, SCSI-Peripherie am Firewire-Port anzuschließen. Ein interessantes SCSI-Produkt hatte Atto mit seiner Ultra-3-Karte im Gepäck: Selbst, wenn langsamere Geräte in der Kette betrieben werden, soll der schnellen Peripherie noch die volle Geschwindigkeit zur Verfügung stehen.

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