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Macworld Expo: iLife '04

06.01.2004 | 21:54 Uhr |

Apples iLife-Paket besteht nun aus fünf Programmen. Während iTunes, iPhoto, iMovie und iDVD zum teil nur marginale Änderungen bekommen haben, ergänzt das virtuelle Tonstudio Garageband die Reihe.

Apple hat das strenge Zählen der Versionsnummern seiner iLife-Produkte aufgehört und nennt das Bundle jetzt iLife '04 (gesprochen: o - four). Während der Keynote zur Macworld Expo in San Francisco widmete Steve Jobs etwa eine Stunde seiner Vortragszeit den Neurungen in iTunes und Konsorten, die meiste Aufmerksamkeit erhielt jedoch das fünfte Mitglied der iLife-Familie, die Musik-Software Garageband.
In jedem zweiten US-Haushalt gebe es jemanden, der ein Instrument spiele, meinte Jobs und sieht in den lustigen Hausmusikanten innerhalb und außerhalb Amerikas einen "gigantischen Markt". Garageband dient Hobbymusikern als Sequenzer und Harddisk-Recording-System und stellt für diesen Zweck rund 50 Softwareinstrumente und mehr als 200 vorprogrammierte und lizenzfreie Loops zur Verfügung. Garageband erlaubt Kompositionen und Arrangements mit bis zu 64 Kanälen, die Aufnahme externer Tonquellen erfolgt über USB, etwa bei einem Midi-Keyboard, oder Audioeingang. Auch Gitarristen sollen ihr Vergnügen an der Software haben, für das direkt an den Mac angeschlossene Instrument stellt die Software eine Reihe von Verstärkersounds bereit.
Die Loops hat die Band um den New Yorker Gitarristen und Sänger John Mayer (Hit: Your body is a wonderland) eingespielt, Mayer selbst unterstützte Steve Jobs bei der Präsentation der Software.
Garageband ist nicht als einzelne Applikation erhältlich, zusammen mit renovierten Versionen von iTunes, iMovie, iDVD und iPhoto verkauft Apple die Software im Paket iLife '04 für 49 Dollar, erhältlich ist das Paket ab 16. Januar. Eine erweiterte Version des Programms mit zusätzlichen Loops, Effekten, Sounds und Softwareinstrumenten bringt Apple unter dem Namen Jam Pack für 99 Dollar in den Handel. Einsteigern in die Welt der virtuellen Garagenbands verkauft Apple ein Keyboard mit 49 Tasten zum Preis von 99 Dollar.

Photodienste endlich in Europa

Die Neuerungen in iTunes 4.2 betreffen neben der Integration mit Garageband - die im virtuellen Tonstudio produzierten Tracks lassen sich auch in Apples Jukeboxsoftware exportieren - vor allem das Zusammenspiel mit dem iTunes Music Store. Apples Online-Musikladen hat mittlerweile 30 Millionen Stücke verkauft, darunter rund 50.000 Downloads der 5.000 vorrätigen Hörbücher. Laut Nielsen Audioratings hält Apple einen Marktanteil von 70 Prozent bei den legalen Musikdownloaddiensten. Die Bibliothek des iTMS hat Apple mittlerweile auf 500.000 Stück erweitert, klassische Musik hat den Katalog erheblich erweitert. In einer neu geschaffenen Ansicht haben iTMS-Kunden nun die Möglichkeit, sich aus den Listen der Billboard-Charts von 1946 bis heute zu bedienen, sofern die Stücke vorhanden sind - Originale der Beatles sind nach wie praktisch nicht vorhanden. Einen Termin, zu dem der iTunes Music Store auch außerhalb der USA öffnet, konnte Jobs ebenfalls nicht nennen.
Immerhin kommen die in iPhoto integrierten Foto-Dienste nach Europa, im April soll es so weit sein, verspricht Jobs, schon im März können sich Japaner Abzüge und Alben direkt aus iPhoto bestellen.
Apples Photoalbum verwaltet jetzt bis zu 25.000 Bilder, neue Suchfunktionen sollen das Auffinden digitaler Aufnahmen erleichtern. So ordnet iPhoto die Bilder auf Wunsch nach Aufnahmedatum. Die aus iTunes bekannten "smart playlists" halten als "smart albums" nun in iPhoto Einzug, das Programm sortiert auf Wunsch die in den letzten Monaten genommenen oder die mit einer bestimmten Wertung versehenen Bilder automatisch in ein Album ein. Wie es in iTunes mit Musikstücken möglich ist, können nun Hobbyfotografen ihre Bilder mit bis zu fünf Sternen auszeichnen. An der Ausgabe als Dia-Show hat Apple ebenso gearbeitet und die aus Keynote und dem schnellen Benutzerwechsel von Mac-OS X 10.3 bekannte "Cube-Transition", bei der die Bilder wie auf nebeneinander liegenden Würfelseiten aufeinander folgen, eingeführt. Die Diashow untermalen nun auch mehrere aus iTunes importierte Stücke. Wie die Jukeboxsoftware hat jetzt auch das virtuelle Photoalbum die Zero-Conf-Technologie Rendezvous integriert, in einem Netz lassen sich auf diese Art Bilder von Rechner zu Rechner streamen.

Hier bearbeiten - dort brennen

iMovie 4 bekommt nur geringfügige Neuerungen. Neben neuen Titeleffekten, etwa langsamen Ein- und Ausblenden von Text oder rotierenden Zeilen hat das neue iMovie eine Importfunktion erhalten, die bewegte Bilder von Apples Webcam iSight als DV-Clip abspeichert. Ebenso lässt sich die Länge von Clips nun in der Zeitleiste per Drag-and-drop ändern. Das neue iDVD wartet jedoch mit einem Projektmanager auf, der unter der Schaltfläche "Map" zu finden ist, und einen Überblick über alle Inhalte gibt. Die in iDVD-Projekten verbauten Slideshows lassen sich nun auch in unendlichen Schleifen abspielen, der von DVD Studio Pro übernommene Encoder erlaubt es, bis zu zwei Stunden Film auf einen handelsüblichen Rohling zu brennen. Der Einsatz von iDVD ist nun nicht mehr auf Rechner mit Superdrive beschränkt, Projekte lassen sich nun an jedem unter Jaguar oder Panther laufenden Mac erstellen und als Archiv, das man zum Brennen auf einen anderen Rechner ziehen kann, dort sichern. Nach wie vor arbeitet iDVD nur mit internen DVD-Brennern, den "Superdrives", zusammen.

Das iLife '04-Paket liegt ab 16. Januar allen neuen Macs bei, ob neben iTunes auch andere Komponenten zum kostenlosen Download bereit stehen werden, gibt Apple zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt.

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