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Macworld | iWorld – Branchentreff für Fans und Profis

30.01.2012 | 16:18 Uhr |

Kann eine Apple-Messe ohne Apple funktionieren? Unsere Kollegen der Macworld haben sich auf der Macworld | iWorld in San Francisco umgesehen und etliche spannende Neuheiten sowie interessante Veranstaltungen auf der Apple-Messe ohne Apple gefunden.

„We don’t believe in tradeshows“ erklärt Apple seit Jahren auf die Frage nach seinen Messeaktivitäten. Gerne verweist der Mac-Hersteller auf seine eigenen Dauerausstellungen von Apple-Produkten und Zubehör in den weltweit 361 Apple Stores. Allein im letzten Quartal zählte Apple in seinen Stores 110 Millionen Besucher, die vor Ort 6,1 Milliarden US-Dollar ausgegeben haben. Braucht es da noch eine Messe?

Die Macworld | iWorld, bis vergangenes Jahr als Macworld Expo bekannt, ist eine der letzten ihrer Art nach dem Ende von Macworld Expo Tokio (zuletzt 2002) und Macworld Expo Boston (zuletzt 2005). Die Veranstalter wollen aber weiter an ihr als wichtigste Treffpunkt für Mac-Nutzer festhalten, die Namensänderung zeigt, dass sich der Fokus aber auch auf iPhone und iPad erweitert hat.

Drei Tage dauerte heuer die im Konferenzzentrum Mosone Center West in San Francisco abgehaltene Messe, der zuletzt 2009 Apple als Aussteller beiwohnte. Als „The ultimative Fan-Event“ bezeichnet, richtet sich die Messe nicht nur an Fachbesucher sondern auch ausdrücklich an Endanwender, die neue Produkte oft gleich kaufen können. Neben unzähligen Produkten der Mac-Plattform von etwa 300 Ausstellern konnten die Besucher 75 so genannten Tech Talks besuchen. Wir liefern einen Überblick über die Berichterstattung unserer Kollegen von der Macworld.

Tech Talks: The State of Apple und South Park

Die Tech Talks - Podiumsgespräche mit Insidern – gaben interessante Einblicke zur Strategie von Apple. Überraschenden Wendungen nahm etwa eine knapp einstündige Diskussion des Macworld-Chefredakteurs Jason Snell mit den Apple-Kennern Andy Ihnatko von der Chicago Sun Times und John Gruber von Daring Fireball. Das Gespräch ist als Audio- und Videodatei abrufbar, reinschauen und -hören lohnt sich. Während Apple seinen Fokus immer mehr auf Privatanwender setzt, gaben die Macher der Serie Southpark in ihrem Tech Talk einen interessanten Einblick auf den Einsatz des Mac im professionellen Umfeld. Die erfolgreiche Animations-Serie wird komplett in Maya von Autodesk erstellt, aktuell produziert auf 50 Mac-Workstations und 40 Xserve – Hardware, die von Apple wenig gepflegt beziehungsweise nicht mehr verkauft wird. Einen guten Einblick in das Veranstaltungsprogramm bietet der Youtube-Channel der Macworld.

Neue Hardware und Software

Einen Schwerpunkt der vorgestellten Produkte machte das Zubehör für iPad und iPhone aus, Software für iOS und OS-X spielte eine ebenso große Rolle:
Eine neue Mischung aus Video- und Fotobearbeitung bietet etwa Echograph von Clear Media. Die im Frühling für iOS und Mac erscheinende Software kann Videos in eine Art animierte Fotos umwandeln.
Simpel aber wirkungsvoll erscheint etwa das Sound Claw: Dabei handelt es sich um einen Plastik-Clip, den man hinter den Lautsprecher eines iPad 2 klemmt. Der Lautsprecherklang wird dadurch noch vorn geleitet und klingt kräftiger. 10 US-Dollar soll das Zubehör kosten.
Schneider Optics bietet mit der iPro Tele Lens einen neuen Tele-Aufsatz für das iPhone 4. Der auf dem iPro Lens-Adapter basierende 2X-Zoom kostet hundert Dollar, benötigt allerdings zusätzlich das iPro Lens-Kit für 200 US-Dollar. Deutlich billiger ist der Adapter Olloclip, der für 70 US-Dollar zu haben ist
Auffallend viele Reinigungs-Lösungen für das iPad waren nach Meinung unserer Kollegen vertreten. Hersteller wie Zagg und iKlear boten ihre Reinigungsmittel an. Die Firma Lenspen, ein Spezialist für die Reinigung von Objektiven und Linsen zeigte den Spezial-Schwamm Sidekick.
Schon einige Zeit im Handel ist das iFlashDrive, eine Art USB-Stick für iPad und iPhones. Das von Photofast produzierte Geräte funktioniert am Mac wie ein gewöhnlicher USB-Stick und kann dank einer zusätzlichen Dock-Connnector-Schnittstelle Daten auf ein iOS-Gerät übertragen. Leider ist laut unseren Tests der Datentransfer zum iPad und iPhone auf etwa 0,1 MB pro Sekunde begrenzt.
Für Büroanwender interessant sind neue Dokumentenscanner mit Cloud-Anbindung. Die Geräte Doxie Go und Doxie Go + Wifi von Apparent kosten 200 bzw 240 US-Dollar und funktionieren ohne angeschlossenen Mac. Die Geräte (lieferbar über Amazon UK) können eingescannte Dokumente automatisch bei Dropbox, Evernote und Flickr hochladen.
Einen eigenen kostenpflichtigen Webdienst stellte der Hersteller Neat vor, der Mobilscanner und Desktop-Scanner für den Mac im Angebot hat. Eine Smartphone-App soll das Hochladen von Dokumenten ermöglichen. Tragbare Scanner kündigte der Hersteller Ambir an, New Soft zeigte die neue Software Biz Card Express, die sowohl Adressbuch als iCloud unterstützt.

iOS-Spiele

Die Macworld | iWorld gab Spieleherstellern eine gute Gelegenheit, neue Produkte vorzustellen. Gut gefiel unseren amerikanischen Kollegen etwa das Poker-Spiel Pokertini von Smappsoft, das im Februar erscheinen soll. Bereits verfügbar ist das neue Solitaire IV, bei dem man seine Karten nicht nur per Antippen sondern auch mit Gesten bewegen kann. Einen guten Eindruck machte auch das Spiel Garden Dash von Play First. In der auf dem ähnlichen Spiel Diner Dash basierenden Wirtschaftssimulation hat man als Gärtner die Aufgabe, Pflanzen anzubauen und zu verkaufen. Eine skurrile Koch-Simulation ist das Spiel Mad Chef von Forsaken Media, bei dem man die Gerichte per Messerwurf zubereitet. In Kürze soll auch das Action-Rollenspiel Monster Wars zu haben sei, eine Fortsetzung des erfolgreichen Legendary Wars. Im Unterschied zum Vorgänger übernimmt der Spieler die Rolle der Monster.

Best of Show

Zum Abschluß der Expo präsentierten unsere Kollegen von der Macworld herausragende Produkte als die „Best of Show“. Prämiert wurden der iPad-Stylus Adonit´s Jot touch, das USB-Mikro Spark Digital und die Stop-Motion Software iStop Motion for iPad von Boinx. Ebenfalls ein Mikrofon ist das teure Microcone von Dev-Audio, das Blinq von RyzMedia macht eine iPhone zur TV-Fernbedienung. PDFpen for iPad editiert PDFs auf dem iPad, Tour Wrist erstellt Panorama-Fotos. Mit dem Druckerserver X Print Server von Lantronix kann man vom iPad aus beliebige Netzwerkdrucker nutzen, i4Software ist eine Video-App. Ebenfalls für das iOS ist Global Delight Game Your Video, das Videos um Effekte ergänzt und mit File this Fetch kann man Finanzinfomationen abrufen.

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