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März: Tiger-Update und Software-Feuerwerk

26.12.2007 | 10:00 Uhr |

Die Cebit kämpft mit einem Trend, den Apple gesetzt hat. Den Sinn der Hilfskampagne „Product Red“ zweifeln Kritiker an. Apple werkelt an Leopard und wartet den Tiger. Und Adobe feiert eine große Party in New York – Das ist der März 2007 im Überblick.

© Messe AG

Keine Mac-Messe im strengeren Sinn, aber immer noch die weltweit größte Computermesse ist die Cebit . Sie findet in Hannover vom 15. bis 21. März statt. Die negative Entwicklung der letzten Jahre setzt sich fort: die Organisatoren haben mit rückkläufigen Besucher- und Ausstellerzahlen zu kämpfen. Branchenriesen wie Nokia und Motorola bleiben der Messe fern.

Die Deutsche Messe AG kündigt an, die Messe 2008 grundlegend zu reformieren. „ Die Cebit der Zukunft wird eine ganz andere Veranstaltung sein, aber sie wird weiterhin einer der wichtigsten Treiber der digitalen Welt sein“, sagt Ernst Raue, Vorstandsmitglied der Messe AG. Die Cebit soll nach den Plänen wieder eine reine Profimesse werden. Motto: Weniger Plastiktütenträger, mehr Anzugträger. Gleichzeitig sollen die Hotels in Hannover ihre Preise senken, derzeit verlangen einige Häuser Zimmerpreise von 400 oder 500 Euro pro Nacht.

Schlecht für die Cebit: Die Macworld Expo macht Schule

Die Aussteller haben damit zu kämpfen, dass Firmen wie Nokia vermehrt auf hauseigene Messen setzen. Wie es Apple mit der Macworld Expo in San Francisco bereits vormacht. Die Unternehmen wollen Kunden hier direkt und kostengünstiger ansprechen. Apple war das letzte Mal 1999 auf der Cebit vertreten. Neue Produkte stellt der Konzern auf der Macworld Expo oder im Rahmen spezieller Presseveranstaltungen vor.

Die Veranstalter wollen der Cebit zukünftig ein schärferes Profil verleihen. Die Computermesse will sich an den Interessen von Unternehmenskunden und Mittelstand ausrichten.

Mit einer kurzfristigen Maßnahme geraten die Cebit-Macher in die Schlagzeilen. Die Messe AG vergibt massenhaft Cebit-Ticket zu Billigpreisen, um die Besucherzahl noch auf die Schnelle zu erhöhen. Die Veranstalter bieten Pakete mit 500 Eintrittskarten zu einem Preis von 490 Euro an. Das macht einen Preis von 98 Cent pro Ticket aus. So landen Eintrittskarten bei Elektronikdiscountern in Hannover. Wer eine Speicherkarte im Wert von rund 10 Euro kauft, kriegt eine Eintrittskarte für die Cebit kostenlos dazu. Die Aussteller kritisieren die Dumpingtickets nicht. Man freue sich über jeden Besucher am Stand, sagt ein Sprecher der Deutschen Telekom.

Die wichtigsten Themen

Der Streit um das Nachfolgeformat der DVD ist auch auf der Cebit bestimmend. Vertreter von Blu-Ray und HD-DVD erklären gleichermaßen, ihr Format habe die Nase vorn. Tatsächlich hat sich aber noch kein Format durchgesetzt und bis Ende 2007 wird es keinen Gewinner im Formatstreit geben.

Ein weiterer Trend der Cebit 2007 ist „Full HD“, also die Möglichkeit, hoch aufgelöste Inhalte auf einem Display oder Fernseher mit voller Auflösung wiederzugeben. Auf der Hannover Messe sind viele Geräte zu sehen, die diese Auflösung darstellen können.

Daneben sind Hybrid-Festplatten ein Thema, die eine herkömmliche Festplatte mit Flashspeicher kombinieren. Oft benutzte Daten sollen im Flash-Speicher abgelegt werden, um die Zugriffszeiten zu verringern und den Stromverbrauch zu senken.

Auch IP-TV, also Fernsehen über das Internet, wird von einigen Ausstellern präsentiert. Wer das Glück hat, im DSL-Empfangsgebiet von T-Online oder Hansenet zu wohnen, kann sich über Digital-Fernsehen ganz ohne Satellitenschüssel oder Kabelanschluss und eine riesige Auswahl an Sendern freuen.

Fast schon selbstverständlich: Viele Aussteller zeigen Zubehörprodukte für Apples Mediaplayer iPod. So gibt es auf der Cebit mobile Tonstudios, Funkfernbedienungen, Küchenradios und Videoprojektoren mit Dockanschluss zu sehen.

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