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Making Apps und Mobile Marketing

15.10.2013 | 12:36 Uhr |

Wo die Programmierung endet, fängt das Marketing an. Professor Leisenberg gab Entwicklern auf einem Macwelt-Workshop wertvolle Tipps, wie sie Ihre Apps am besten an den Kunden bringen.

25 Teilnehmer hatten sich am 10. Oktober 2013 im IDG-Verlagshaus in München zu unserem Workshop "Making Apps und Mobile Marketing" eingefunden, um sich darüber zu informieren, wie man Apps programmiert und sie richtig vermarktet. Die Reihe "Making-Apps" wurde vor drei Jahren von der Macwelt-Redaktion ins Leben gerufen. In den Seminaren, die etwa ein bis zweimal pro Jahr stattfinden, dreht sich alles um das Thema Apps, Programmierung – und wie in diesem Fall um die Vermarktung.

Das Seminar leitete Prof. Dr.-Ing. Manfred Leisenberg , Professor für Wirtschaftsinformatik an der Hochschule des Mittelstands in Bielefeld. Außerdem gehört ihm das Beratungsunternehmen "Mediatechnology" und berät Firmen in Sachen App-Vermarktung, Social Media und Monitoring. Seine beruflichen Stationen erstrecken sich bis nach Berkley, Ottawa, South Hampton und Moskau.

Das Seminar war für Einsteiger ausgelegt, die mit dem Gedanken spielen, eine eigene App für das Unternehmen oder für ein Produkt zu entwickeln. Prof. Leisenberg stellte eine Reihe von Möglichkeiten vor, wie solch eine App aussehen und welche technischen Features sie nutzen könnte. So habe beispielsweise ein bekannter Autohersteller aus Stuttgart vor einiger Zeit einmal eine App entwickelt, mit Hilfe derer die Nutzer mittels Geolokalisation einen Autoschlüssel im gesamten Stadtgebiet suchen mussten. Derjenige, der den Schlüssel fand, durfte das Auto behalten. Die App, die sich der Nutzer auf dem Smartphone installiert hatte, gab stets Rückmeldung, wie nah oder fern man sich gerade vom versteckten Schlüssel befindet. Außer Geolokalisiation gibt es noch eine Reihe von anderen Möglichkeiten, technische Funktionen einzubinden und zu nutzen, wie zum Beispiel QR-Codes, Augmented Reality oder den Bewegungssensor. 

Hybride und native Apps

Wer sich jedoch auf die reine Lesefunktion beschränken möchte, also eine Art digitale Visitenkarte auf Mobilgeräten plane, solle sich überlegen, ob nicht eine mobile Webseite auf der Basis von HTML 5 und CSS3 geeigneter wäre. Diese "hybride App" passt sich an der Darstellung auf sämtliche Geräte und Displaygrößen von Smartphones und Tablets an und ist unabhängig von der Geräteplattform. Besitzer von iOS-Geräten sollten die mobile Webseite ebenso gut sehen und nutzen können wie Besitzer von Android-Geräten.       

Will man eine App für beide Plattformen (iOS und Android) programmieren, erfordert das viel Aufwand. In einem gesonderten Slot ging Leisenberg auf die Vor- und Nachteile beider mobilen Betriebssysteme ein und auf die Besonderheiten in Sachen Sicherheit und Publikation. Anschließend ging es an das Programmieren: Anhand eines kleinen Fallbeispiels zeigte Leisenberg, wie man eine App programmiert und welche Befehle beziehunsgweise wieviel Aufwand dafür nötig sind, damit der Nutzer später in der App seinen Namen in ein Feld eintragen kann, was wiederum eine Reaktion im Programm auslöst.

App Store: Suchfunktion wird zentrale Rolle spielen

Hat man es geschafft, dass Apple die App akzeptiert und in den App Store zum Download zur Verfügung stellt, fängt das Marketing an. Das Problem ist, dass eine App, die gerade neu im App Store erschienen ist, noch nicht ausreichend Downloadzahlen vorweist, um in den Top-Listen zu erscheinen. Donnerstags jedoch präsentiert Apple im iTunes-Store die neuen Apps der Woche. Idealerweise publiziert man also am Mittwoch seine neue App im AppS tore. Mit etwas Glück und Beziehungen zu Apple-Mitarbeitern kann in der "Neue-Apps-Liste" auch die eigene App auftauchen. Leisenberg geht davon aus, dass der App Store sich künftig noch stark verändern wird, was Struktur, Gestaltung und Aufbau betrifft. So wird die Suchfunktion ähnlich wie bei Google eine sehr zentrale Rolle spielen, so dass man noch besser nach Apps suchen kann. 

Da die Nachfrage an der Veranstaltung groß war, wird es 2014 eine Fortsetzung geben. Im Frühjahr ist ein Seminar zum Thema Social Media geplant, im Herbst wird es wohl noch einmal eine Neuauflage des Mobile-Marketing-Workshops geben. 

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