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Trojaner gegen Greenpeace: Gefängnisstrafe für Energiemanager

15.11.2011 | 07:11 Uhr |

Der Sicherheitschef des französischen Energiekonzerns EDF Pascal Durieux muss für drei Jahre hinter Gitter und sein Arbeitgeber, Betreiber von 58 französischen und acht britischen Kernreaktoren, eine Strafe in Höhe von 1,5 Millionen Euro bezahlen

Mac Malware Trojaner Wurm Monster
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Das Gericht in Nanterre befand EDF schuldig, zur Ausspähung der Umweltschutzorganisation Greenpeace einen Trojaner in deren Computernetz eingeschleust zu haben. Insbesondere habe sich die im Jahr 2006 ausgesetzte Spyware für den Rechner des damaligen französischen Kampagnenchefs Yannick Jadot interessiert, berichtet Techworld. Ebenso zu einer drei Jahren verurteilt hat das Gericht Durieux’ Stellvertreter Pierre-Paul Franois, der aber nur für sechs Monate einsitzen muss, während Durieux nur ein Jahr Straferlass erhält.

Den von EDF in Auftrag gegebenen Angriff hatte Kargus Consultants ausgeführt, dessen Chef erhielt eine dreijährige Gefängnisstrafe (ein Jahr zur Bewährung ausgesetzt), der Sicherheitsbeauftragte des Unternehmens kommt mit einer zweijährigen Bewährungsstrafe davon. "Die dem Gericht vorgelegten Beweise zeigen, dass die von EDF initiierte Spionage zur Diskreditierung von Greenpeace intensiv und komplett illegal war," erklärt der britische Greenpeace-Chef John Sauven. EDF müsse nun all seine Spionagetätigkeiten gegen seine Kritiker offen legen, fordert Sauven.

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