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Probleme mit dem Apple-Logo im christlichen Russland

15.10.2012 | 11:48 Uhr |

Russland und die dortige orthodoxe Kirche verschärfen ihre fundamentalistischen Ansätze. Der angebissene Apfel das Markenzeichens von Apple könnte dort zum Ärgernis werden.

Russland und die dortige orthodoxe Kirche verschärfen ihre fundamentalistischen Ansätze. Der angebissene Apfel das Markenzeichens von Apple könnte dort zum Ärgernis werden. 
In Genesis 3 (1. Mose 3) im Alten Testament der Bibel ist zu lesen, dass Eva auf Zuflüstern der Schlange von der verbotenen Frucht des Baums in der Mitte des Gartens nahm und aß. Und auch Adam gab sie davon, der im Gegensatz zur ersten Frau der Bibel, die wenigstens noch kurz über die Überschreitung des strengen Verbots diskutierte, sofort hinein biss. Von einem Apfel steht dort übrigens nichts, aber fast die gesamte Kunstgeschichte hat dies als Motiv aufgegriffen. Da es in dieser Geschichte auch um die Erkenntnis von Gut und Böse geht, hat man den angebissenen Apfel im Apple-Logo als  Symbol für den Aufbruch des Verstandes aus der selbst verschuldeten Unmündigkeit interpretiert.

In fundamentalistisch-christlichen Kreisen jedoch steht diese Metapher nach wie vor für den größten Frevel gegen Gott, der so genannten Erbsünde. Kein Wunder, dass dies bei den christlich-reaktionären Tendenzen im Russland unter Putin Mitgliedern der orthodoxen Kirche übel aufstößt. Wie kompromisslos man dort bereit ist, gegen Kritiker vorzugehen, zeigten jüngst der Prozess gegen junge Frauen der Punkband Pussy Riot und die gnadenlosen Forderungen auch der Kirche nach deren Verurteilung. Viele Menschen fragen sich, wo in der orthodoxen Kirche von Russland eigentlich das christliche Verständnis von Gnade und Barmherzigkeit geblieben ist. Insofern muss man sich wenig wundern, wenn nun das Apple-Logo als Provokation und Kränkung des christlichen Glaubens verstanden wird und Besitzer von Apple-Geräten diese bereits mit Kreuzen überklebt haben, wie Winfuture.de im Anschluss an die russische Nachrichtenagentur Interfax jetzt berichtet.

Man kann dies auch im Zusammenhang mit der geplanten drastischen Verschärfung der Blasphemie-Gesetzgebung verstehen, mit der die Verletzung religiöser Gefühle der Gläubigen unter Strafe gestellt werden soll. Sollte diese Tendenz sich verstärken und allgemein auf Elektrogeräte von Apple übergreifen, könnte das für das Ansehen und den Absatz des Unternehmens in Russland ernsthaft Probleme bereiten.
 
Info: Winfuture.de

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