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Maßvolles Gaming fördert die Intelligenz

02.10.2006 | 10:58 Uhr

Kreativität und Anpassungsfähigkeit an neue Aufgaben, schnelleres Erfassen von vielschichtigen Vorgängen und die eigene Gedächtnisleistung - das alles lässt sich trainieren. Zum Beispiel beim Spielen von PC-Games. Das fand ein Gehirntraining-Experte in einer Studie heraus.

Im Auftrag von Gamesload , einem digitalen Shop für Computerspiele, bewertete der Erlanger Hirnforscher Dr. Siegfried Lehrl 30 Spiele verschiedener Genres. Sein Fazit: Neben Spiel, Spaß und Spannung stellen Games auch immer Leistungsanforderungen wie Reaktionsschnelligkeit und räumliches Orientierungsvermögen an den Spieler. Dies kann sich auch positiv auf das reale Leben auswirken. Demnach haben PC-Spiele grundsätzlich ein Nutzenpotential für die geistige Leistungsförderung.

Games wie zum Beispiel "Mah Jong Quest Deluxe" fördern die mentale Fitness, so das Ergebnis der Studie. Eine Runde "Mah Jong" bringt geistig in Schwung und erleichtert es dem Spieler, wichtige und komplexe Aufgaben des Alltags in Angriff zu nehmen. "Wer täglich fünf Minuten 'Mah Jong' spielt, behält auch beim unübersichtlichen Terminkalender des Chefs den Überblick", so Lehrl.

Andere Spielgenres wie Simulationen fordern vom Spieler logisches Denken und strategische Planung. Im ebenfalls von Lehrl getesteten Spiel "Tycoon City New York" schlüpft der Gamer in die Rolle eines New Yorker Finanz-Magnaten. Laut Untersuchung ermöglicht die Simulation durch die detaillierte Auseinandersetzung mit neuen Wissensgebieten und Lebensbereichen eine höhere Effizienz bei Alltagsaufgaben und -problemen.

27 von 30 getesteten Spielen werden von Lehrl als Intelligenz- und Gedächtnisförderer eingestuft. Wird ein Spiel regelmäßig gespielt, kann dies zu einer Erhöhung der Informationsverarbeitung und der Merkspanne führen. Die geistige Flexibilität, das intelligente und das mechanische Lernen werden gefördert. "Voraussetzung ist aber immer das maßvolle Spiel. Wer täglich viele Stunden allein am Computer spielt, fördert damit sicherlich nicht den Geist, sondern die eigene Vereinsamung", sagt Lehrl. "Das Computerspiel kann nicht die Erfahrungen in der Realität ersetzen. Es kann aber Lerneffekte auslösen, die –richtig umgesetzt – bei der Bewältigung des Alltags hilfreich sein können." (Detlef Scholz

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