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McLaren dementiert Apples Interesse an Übernahme

23.09.2016 | 09:00 Uhr |

Nichts dran ist an einem Gerücht, Apple wolle den Superboliden-Hersteller aus Großbritannien McLaren kaufen. Schade...

Kaum mehr als ein Gerücht: Wird Apple ein eigenes Auto bauen oder nur Elektronik für selbstfahrende Vehikel entwickeln? Ohne Hilfe aus dem Fahrzeugbau wird das Apple kaum gelingen, so drehten sich in der Vergangenheit Gerüchte um eine Beteiligung von BMW oder Volkswagen am Project Titan, andere meinen, eine Fusion mit Tesla würde gewinnbringend. Nun will die Financial Times erfahren haben, dass sich Apple ein britisches Unternehmen als Partner auserkoren hat, die McLaren Technology Group, die nicht nur ein derzeit wenig erfolgreiches Formel-1Team betriebt, sondern mit einer anderen Tochter in Woking exlusive Sportwägen baut. Apple sei an den Technologien und Patenten von McLaren höchste interessiert, wird vermutlich aber nicht zum Zuge kommen. Denn gegenüber der Zeitung stellte McLaren klar, man stehe mit Cupertino in keinerlei Verhandlungen über mögliche Investments. Apple wollte die Geschichte überhaupt nicht kommentieren.

McLaren hat jedoch nicht abgestritten, je eine Anfrage aus Cupertino bekommen zu haben. Unabhängig davon, wie sehr die Briten im Fokus des Mac-Herstellers stehen, wirft die Geschichte ein neues Licht auf Apples angebliches Project Titan. Denn McLaren ist das, was Apple womöglich werden möchte: Eine Techfirma, die nebenbei Autos baut. Respektive sich als Autobauer tarnt, wie Bloomberg es sieht. Apple würde Expertise in Forschung und Entwicklung gewinnen und nicht für die Massenproduktion von Fahrzeugen, erklärt gegenüber dem Wirtschaftsnachrichtendienst der Professor für Automobiltechnik an der Universität Dusiburg-Essen, Ferdinand Dudenhöfer.

Die McLaren Technology Group baut nicht nur benzinschluckende Sportwägen für exklusive Geschmäcker, sondern hat reichhaltige Erfahrung mit der Hochtechnologie der Formel 1. Erst im Jahr 1966 vom neuseeländischen Rennfahrer Bruce McLaren gegründet, hat nur die Scuderia Ferrari mehr Rennsiege, Punkte und Weltmeisterschaften in der Königsklasse des Motorsports vorzuweisen. McLaren hat in seiner Rennfabrik in Woking in den letzten Jahrzehnten immer wieder innovative Fahrzeuge entwickelt und neue Techniken ausprobiert. So war der Rennstall der erste, der das Chassis mit Kohlefasern verstärkte und damit gleichzeitig leichter machte. Das erste Rennen in der Ära der Hybrid-Motoren, in denen ein elektrischer Antrieb beim Bremsen vernichtete Bewegungsenergie aufnimmt und beim Beschleunigen als Schub hinzugibt, hat mit Lewis Hamilton ein McLaren-Fahrer gewonnen.

Derzeit fährt McLaren dem Feld ein wenig hinterher, nachdem Mercedes ein eigenes Team aufgebaut hatte, liefert der deutsche Hersteller keine Motoren mehr nach Woking, die Probleme mit den neuen Aggregaten von Honda bekommt das Team erst langsam in Griff.

Vielleicht sollte Apple aber nochmals bei McLaren wegen einer strategischen Partnerschaft oder gar einer Übernahme anfragen, sofern das nicht schon geschehen ist.

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