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Medienlobbyisten zensieren freie Rede

15.06.2005 | 16:09 Uhr |

Der langjährige Dozent Jorge Cortell wurde von Studentenvereinigungen seiner Uni eingeladen, einen Vortrag über die legale Nutzung von P2P-Netzen zu halten, tat dies und verlor daraufhin seinen Job.

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Dem Dozenten der Polytechnischen Universität von Valenzia, der unter anderem fünf Jahre im Bereich „geistiges Eigentum“ dozierte wurde einen Tag zuvor vom Dekan die Nutzung von drei Hörsälen untersagt, woraufhin er den fünfstündigen Vortrag vor 150 Leuten in der Uni-Mensa hielt. Der Vortrag befasste sich mit der legalen Nutzung von P2P- oder Filesharing-Netzen und deren Vorteilen.

Am Nachmittag bekam er einen Anruf von seinem Vorgesetzten, dass der Dekan verfügt hätte, dass er nie wieder auf dieser Universität Vorlesungen halten solle. Auch jegliche Erwähnung der Universität sollte von Cortells privater Homepage entfernt werden.

Auf Nachfrage erfuhr der aktive Blogger, dass „Promusicae“, das spanische Äquivalent der RIAA (Recording Industry Association of America) zusammen mit der MPAA (Motion Pictures Association of America) massiven Druck auf die Universität ausgeübt hatten indem sie mit akribischen Software-Lizenzprüfungen für die gesamte Universität drohten.

Der bei Studenten äußerst beliebte Cortell musste kündigen um den Dekan und seine Vorgesetzten nicht zu gefährden. Nun bereist er Spanien und hält Vorträge, in denen er auf die ihm widerfahrene Zensur aufmerksam machen will.

Info Jorge Cortells Blog

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