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Medienvertreter begrüßen geplante "Computersteuer"

12.09.2000 | 00:00 Uhr |

Zum Thema "Computersteuer: Der Vorsitzende der IG Medien, Detlef Hensche, hat die von der Regierung geplante Urheberrechtsabgabe auf Computer und Internetanwendungen begrüßt. Die Befürchtungen der Industrie, die Abgabe führe zu einer Belastung der Branche von einer Milliarde Mark "gehören ins Reich der Fabel", sagte Hensche der "Berliner Zeitung" (Dienstagsausgabe). Die vorgesehenen Vergütungssätze bewegten sich vielmehr im "Pfennigbereich" oder bei "ein paar wenigen Mark".

Die Klagen über Abwanderungen ins Ausland oder gar den Verlust von Arbeitsplätzen nannte Hensche "baren Unfug". Seit 1965 gebe es bereits vergleichbare Regelungen für ältere Geräte "und kein einziger Gerätehersteller etwa von Leerkassetten ist deswegen ins Ausland gegangen". Hensche rief die Computerhersteller auf, ihrer Verantwortung gegenüber den Autoren gerecht zu werden: "Kein Unternehmen könnte seine Geräte verkaufen, gäbe es nicht Texter, Komponisten oder Interpreten.»

Das Bundesjustizministerium will mit der Abgabe das Urheberrecht dem Stand der Technik anpassen. Künftig soll auch auf nahezu alle modernen Computer, Telekommunikationsgeräte sowie Internet-Anwendungen eine Abgabe erhoben werden. Die Einnahmen sollen die Rechte der Autoren stärken und Verwertungsgesellschaften wie der GEMA , der VG Wort oder der VG Bild-Kunst zu Gute kommen, die sie an die Komponisten, Autoren und Fotografen ausschüttet. ab

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