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Medikamentenhandel über Internet verboten

30.05.2001 | 00:00 Uhr |

Medikamente dürfen nach einem Beschluss des
Berliner Kammergerichts nicht über das Internet vertrieben werden.

Mit der Entscheidung des Gerichts sei nicht nur der geschäftliche
Verkehr von apothekenpflichtigen Waren durch Versandhandel an den
Endverbraucher untersagt worden, sondern auch die Werbung dafür,
teilte ein Sprecher am Dienstag mit. Die Entscheidung sei nicht mehr
anfechtbar. Die Begründung liege noch nicht vor, hieß es.

Hintergrund ist ein juristischer Streit um die nach eigenen
Angaben erste europäische Apotheke im Internet 0800DocMorris mit Sitz
in den Niederlanden. Sie hatte die europaweite Bestellung von
Medikamenten per Post und im Internet angeboten. Angeboten wurden
Medikamenten zu Preisen, die im Schnitt etwa 20 Prozent unter denen
in Deutschland liegen. Dagegen hatte sich verschiedene Verbände
gewandt. In Berlin klagte der Verband Sozialer Wettbewerb.

Das Landgericht Stuttgart hatte im Januar dieses Jahres eine
einstweilige Verfügung gegen 0800DocMorris aufgehoben. In Frankfurt
am Main steht an diesem Donnerstag noch eine Berufungsverhandlung
gegen eine einstweilige Verfügung vor dem Oberlandesgericht an. Das
dortige Landesgericht hatte zuvor den Versand von Arzneimitteln an
deutsche Adressen unter Androhung eines Ordnungsgeldes von einer
halben Million Mark verboten.
dpa

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