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Mehr Details zum iPhone dank Video-Detektiven

28.02.2007 | 14:50 Uhr |

Das Team von Actioncorp.com hat sich das Keynote-Video mit der iPhone-Präsentation wieder und wieder angeschaut - und neue, interessante Details gefunden.

Ihnen verdanken wir einen kurzen Blick auf den eingebauten Kalender, entdecken neben dem Scrollen mit dem Finger weitere Navigationsmöglichkeiten und entlarven die Google-Maps-Version von der Keynote als unfertig. Am interessantesten aber ist, dass Apple offenbar plant, ins Klingeltongeschäft einzusteigen - Bildmaterial legt dies nahe.

"...ach, das versendet sich!" Wenn sich bei einem Radio- oder TV-Beitrag ein Fehler eingeschlichen hat, dann war das bislang stets ein kleineres Problem als bei den Kollegen bei Print. Was einmal gedruckt ist, hat fast ewig Bestand - was über den Äther geschickt wird, ist flüchtig, so glaubte man bisher. In den heutigen Zeiten von Video-Podcasts aber hat das alte Credo keinen Bestand mehr. Gut für uns, denn so können wir etwa die Keynote von Steve Jobs zur Macworld Expo immer wieder ansehen und detektivische Arbeit an den Bildern betreiben. Das Team von Actioncorp hat genau das gemacht und einige bisher völlig unbeachtete Details zum iPhone herausgefunden. Wenn Sie den Keynote-Videocast schon geladen haben, dann sind sie jetzt bereit, mit uns Cluedo a la Web 2.0 zu spielen.  

Inside the calendar

Zu Beginn der iPhone-Demo (1:02:50) hatte Jobs angekündigt, neben den Programmen Phone, Photos und SMS Texting auch die Calendar-Applikation zu demonstrieren, doch letzteres ist nahezu unter den Tisch gefallen. Den Grund offenbart David Pogue von der New York Times : Dieses Programm war noch gar nicht richtig fertiggestellt. So ist die Präsentation in diesem Punkt recht sparsam ausgefallen, nur ein ganz kurzer Screen zeigt bei Position 1:12:56, wie der Kalender aussieht: drei Ansichten für Tag, Woche und Monat. Zu sehen ist auf dem Screen bloß die Monatsansicht, die in etwa der des Mini-Kalenders zum Navigieren in iCal entspricht. Die Termine des ausgewählten Tages erscheinen im unteren Drittel, mittels der "+"-Taste in der oberen rechten Ecke können offenbar neue Termine hinzugefügt werden. Wozu jedoch die Taste oben links gedacht ist, wird nicht deutlich. Möglicherweise ist es eine "Today"-Taste, die zu einer Kompaktübersicht mit allem führt, was am aktuellen Tag wichtig wird - und von PocketPCs wohlbekannt ist.  

Google Maps - mit und ohne Routenplaner

Offenbar ist eine weitere Implementierung noch nicht gelungen: der Routenplaner von Google Maps. Während der Demo (1:24:00) fehlte auf der Google Maps-Oberfläche jeder Hinweis auf einen Routenplaner und auf Verkehrsinformationen, erst auf einem Dia bei Position 1:28:22 findet sich ein Hinweis: In der unteren rechten Ecke ist ein Auto-Symbol zu erkennen, höchstwahrscheinlich, um die aktuelle Verkehrslage abzufragen. Ein Doppelpfeil in der unteren linken Ecke könnte ein Hinweis auf die Routenplanung sein.  

Navigieren über ein Alphabet-Register

Ein nettes Detail in mehreren Oberflächen des iPhone ist die direkte Auswahl von Einträgen über das Alphabet. In der Keynote zeigte Steve Jobs ab Minute 54 mehr als ausführlich, wie einfach es ist, mit den Fingern auf dem Touchscreen zu scrollen. Doch was ist, wenn man etwa im iPod-Modus gezielt das Album oder einen bestimmten Titel eines Künstlers sucht? Am rechten Bildschirmrand befindet sich eine vertikale Leiste mit den Buchstaben von A bis Z, eine Art Register. Steve Jobs nutzt genau dieses Register (1:23:50), um an ein Album der Ret Hot Chili Peppers zu gelangen - und bewegt sich mit nur einem Fingertip zum Buchstaben R.  

Klingeltöne via iTunes?

Das iPhone wird, soweit hat das Apple angekündigt, nicht mittels iSync, sondern wie ein iPod via iTunes synchronisiert. Steve Jobs demonstrierte dies auch anhand eines anderen Dias. Im bekannten Fenster für die iPod-Verwaltung verfügt das iPhone über zwei weitere Reiter: Unter Position 2, "Personal", kann sich alles mögliche wie Lesezeichen und E-Mail-Konten verstecken. Direkt danach folgen "Ringtones", also Klingeltöne. Das ist zwar im Keynote-Cast nur verschwommen zu erkennen, aber eine Abbildung, die bei Engadget aufgetaucht ist, bringt mehr Schärfe ins Bild. Die Actioncorp-Macher werten dies als Indiz, dass Apple mit dem iTunes Store auch in das lukrative Geschäft mit Klingeltönen einsteigen wird. Apple hält sich in diesem Punkt bedeckt - und lässt gleichzeitig alle Optionen offen. Doch wenn es für Klingeltöne einen eigenen Synchronisationsdialog in iTunes gibt, dann ist zumindest die Vermutung nicht unwahrscheinlich, dass es bald eine große Auswahl von Klingeltönen seitens Apple geben wird. Ähnlich wie bereits iPod-Spiele über den iTunes Store zu bekommen sind, könnte hier demnächst eine neue Abteilung öffnen und Kunden ganz besondere Handy-Melodien anbieten.  

10 Millionen iPhones will Apple 2008 verkaufen

Optimistisch zeigt sich nach einem Agenturbericht der zweite Mann bei Apple, Chief Operating Officer Tim Cook: Auf einer Veranstaltung des Investmenthauses Goldman Sachs spricht Cook von der planmäßigen Einführung des iPhone im Juni. Angesichts 90 Millionen verkaufter iPods seit Oktober 2001 gibt sich der Apple-COO selbstsicher und bekräftigt die Erwartung, 2008 bereits 10 Millionen Stück des neuen Mobiltelefons abzusetzen.

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