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Apple erweitert Informationen zum Umweltschutz

25.09.2009 | 12:05 Uhr |

Mit einer neuen und ausführlicheren Infoseite zur Umweltbilanz will Apple sich noch "grüner" zeigen. Jetzt kann jeder Nutzer sehen, wieviel Schadstoffe, Produktion, Benutzung und Verwertung freisetzen.

Macbook Umweltschutz Apple Recycling
Vergrößern Macbook Umweltschutz Apple Recycling

Apple will sein Image als umweltfreundliches Unternehmen aufpolieren. Dazu hat der Mac-Hersteller seine Seite mit Informationen zur "grünen" Philosophie Apples deutlich überarbeitet, seit gestern steht die neue Version im Netz. Hier gibt Apple ausführliche Informationen über den CO2-Ausstoß der Produkte von der Produktion zu Entsorgung an. So verursacht beispielsweise die Produktion der Geräte 38 Prozent der Treibhausgase vom gesamten Lebenszyklus. Knapp mehr als die Hälfte, 53 Prozent, fallen durch Stromverbrauch in der Nutzungszeit an. Der Rest entsteht bei der Logistik und Entsorgung oder dem Recycling. Drei Prozent entfallen auf Apples eigene Infrastruktur wie Büros oder Apple Stores.

Zu jedem verwendeten Material nennt Apple zudem die Giftigkeit und sagt, wie viel Energie einzelne Produkte noch im Ruhezustand verbrauchen. Wie Apple gegenüber der Business Week erklärt, ist der gesamte CO2-Ausstoß von Apple mit 10,2 Millionen Tonnen zwar deutlich größer als jener der Konkurrenten HP und Dell mit 8,4 Millionen respektive 470.000 Tonnen, doch würden die Rivalen darin nicht die Kohlenstoffdioxid-Emissionen ihrer Produkte über deren gesamte Lebensdauer mit einrechnen.

"Zigarettenhersteller mit gesundem Büro"

Steve Jobs kritisiert, dass einige Konkurrenten zwar positive Angaben zu ihrem Unternehmen machen, aber nichts über die Bilanz der Produkte sagen: "Viele Unternehmen veröffentlichen, wie grün ihre Gebäude sind. Das zählt aber nicht, wenn man Millionen stromfressende Produkte mit giftigen Chemikalien drin verkauft."

Das sei, als ob man einen Zigarettenherstelle frage, wie gesund seine Gebäude seien, so Jobs weiter. Laut Business Week hat Apple zusammen mit dem Fraunhofer Institut in den letzten Jahren daran gearbeitet, die Daten für die Umweltbilanz auszuwerten. Außerdem habe man Chemiker eingestellt, um Giftstoffe zu ersetzen.

Die neue Infoseite legt auch dar, dass Apple-Produkte laut eigener Aussage länger halten als Geräte der Konkurrenz. Als Beispiel nennt das Unternehmen hier die Akkus in den neuen Macbook Pros, die laut Herstellerangaben bis zu 1.000 Mal wiederaufladbar sind, während andere nach 200-300 Ladezyklen ihr Lebensende erreichen würden.

Für Apple sei es wichtig, den tatsächlichen aktuellen Einfluss auf die Umwelt darzulegen, anstatt auf künftige Pläne zur Umweltfreundlichkeit zu verweisen. Man darf auf das nächste Greenpeace-Ranking "A Guide to Greener Electronics" gespannt sein, die Umweltschutzorganisation hatte Apple zuletzt vorwiegend wegen fehlender Information kritisiert und trotz aller Anstrengungen des Mac-Hersteller diesen nur mit mittelmäßigen Noten bewertet.

Apple war nicht immer grün

Apples Engagement für die Umwelt hat noch keine lange Tradition . Noch 2006 reagierte Apple nicht auf die Anfragen von Greanpeace und machte keinerlei öffentliche Angaben über die Umweltfreundlichkeit der Produkte. Das Resultat war der letzte Platz im Umweltranking der Organisation.

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