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Bundesnetzagentur befürchtet Strom-Blackout

02.04.2008 | 15:33 Uhr |

Die Bundesnetzagentur warnt vor möglichen Stromengpässen im kommenden Sommer - und liefert den Netzbetreibern damit neue Argumente für den Bau weiterer Kraftwerke.

Strommast
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Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur, mahnte in einer Meldung, den Ausbau des Stromnetzes nicht zu vernachlässigen. Zwar wurde im Jahr 2006 mit 66 Terawattstunden deutlich mehr exportiert als importiert worden ist, nämlich 46 Terawattstunden, die Netzagentur warnt dennoch vor Stromknappheit: „Jahresbilanzen sagen recht wenig darüber aus, wie sich die Situation in Belastungsphasen darstellt“, so Kurth. Eine Terawattstunde sind eine Milliarde Kilowattstunden, was dem Jahresverbrauch von 350.000 Zweipersonen-Haushalten entspricht. „Wenn in Schwachwindphasen die Windstromerzeugung ausfällt und in einem heißen Sommer die Kühlwassersituation zur Drosselung konventioneller Kraftwerke führt, sieht die Lage in Europa erheblich kritischer aus“, so Kurth.

Die Stromerzeugung geht in Deutschland seit wenigen Jahren leicht zurück, liegt aber immer noch über dem Bedarf. Vor wenigen Wochen hatte der Chef des Energiekonzerns RWE, Jürgen Großmann, ebenfalls vor Stromausfällen im Sommer gewarnt. Die Netzbetreiber hoffen auf neue Genehmigungen für den Bau neuer Kraftwerke, nachdem sie in letzter Zeit zunehmend auf Gegenwind aus Politik und Bevölkerung gegen den Neubau von Kern- und Kohlekraftwerken gestoßen sind.

Die Bundesnetzagentur mit Sitz in Bonn reguliert die Energie- und Telekommunikationsnetze und soll für Wettbewerb auf den jeweiligen Märkten sorgen.

Info: Bundenetzagentur

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