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Mehr als Word

27.04.2007 | 08:30 Uhr |

Texthilfen für Vielschreiber und Programmierer im Vergleich mit Microsoft Word und den Word-Alternativen.

Weitere Bilder der getesteten Textverarbeitungen - vor allem beim Import eines Word-Dokumentes, das auf einem PC mit Office 2003 unter Windows XP erstellt wurde.

Noch immer Standard: Microsoft Word
Vergrößern Noch immer Standard: Microsoft Word
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Microsoft Word (hier die Version 11.3.4 aus Office 2004 für den Mac) ist das Maß aller Dinge - und es besteht den Importtest eines Dokuments von der Windows-Variante von Word mit Bravour. Alle Bilder werden importiert, die Tabellen sind editierbar; alle Abstände stimmen mit dem Original überein. Mit im Bild sind die Werkzeugleiste und die Werkzeugpalette für die Bearbeitung von Tabellen.

Mellel von Redlex
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Unsere Empfehlung Mellel arbeitet sehr gut - nur beim Import von Word-Dokumenten hat die Software Probleme. Der Entwickler von Mellel verwendet für den Import eine vorgefertigte Funktion von Apple, doch Apples Word-Importsoftware kann die Bilder in unserer Tabelle nicht umsetzen. Alle anderen Formatierungen und Abstände sind aber korrekt.

Nisus Writer Express 2.7
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Nisus Writer Express macht die Sache deutlich besser als Mellel, dafür fehlen der Software viele andere Funktionen, die die Arbeit für Vielschreiber erleichtert. Deshalb sind wir sehr gespannt auf die erweiterte Version "Pro", die während des Tests in Macwelt 6/2007 in die Betaphase ging. Das Erscheinungsdatum dieser Pro-Version steht noch nicht fest.

Papyrus Version 12.5
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Papyrus schlägt sich ebenfalls gut beim Import der Word-Datei, die Abstände der Tabelle zum Seitenrand stimmen aber nicht. Doch die Textverarbeitung aus deutschen Landen macht deshalb im Test keine schlechte Figur - im Gegenteil, speziell bei langen Texten oder Texten mit Fußnoten glänzt sie mit Stabilität und Geschwindigkeit. Oberfläche und Menüstruktur könnte man aber stellenweise übersichtlicher gestalten.

Ragtime 6.0.1
Vergrößern Ragtime 6.0.1
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Ragtime passt eigentlich nicht ganz in den Rahmen dieses Tests, was unter anderem der Preis von mehr als 800 Euro klar macht. Ragtime versteht man besser als Layoutsoftware, in der eine Datenbank und eine Tabellenkalkulation integriert sind. An die Oberfläche muss man sich deshalb erst gewöhnen - starten und losschreiben, ist alles andere als einfach. Desto mehr erstaunt uns, dass der Import des Word-Dokuments scheitert. Der gute und schnelle Kundendienst von Ragtime versichert uns aber, dass der Fehler bekannt sei und verweist uns auf eine öffentlich zugänglich Vorabversion von Ragtime, die dann tatsächlich unsere Word-Datei öffnen kann.

Abiword 2.4.5
Vergrößern Abiword 2.4.5
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Große Schwierigkeiten (nicht nur beim Import von Word-Dateien) zeigt Abiword. Die kostenlose Alternative zu Word stürzt mehrmals beim Importversuch ab, zuletzt gelingt es dann doch, allerdings wird der Textteil der Tabelle doppelt importiert. Auffällig ist auch, dass während der Arbeit mit Abiword relativ viele Fehlermeldungen im Dienstprogramm Konsole sichtbar werden. Zum Absturz kommt die Software dadurch aber nicht. Wir vermuten aber, dass diese Meldungen einer der Gründe sind, weshalb Abiword generell etwas behäbig reagiert, der Import unseres langen Textes mit 500 000 Zeichen dauert geschlagene 3 Minuten und 13 Sekunden.

OpenOffice Writer 2.2
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Openoffice Writer hat über weite Strecken denselben Menüaufbau wie Microsoft Word. Leider funktionieren die Tastenkombinationen nicht gleich, da Openoffice die X11-Software von Apple voraussetzt. Unter X11 kann man aber nur Tastenkombis verwenden, die nicht von anderen Programmen unter Mac-OS X belegt werden. Die Entwickler von Openoffice verwenden deshalb in vielen Fällen Kombination mit der Control-Taste. Den Rückgriff auf die X11-Software merkt man auch beim Öffnen von Dateien: Openoffice zeigt nur die englischen Ordnernamen; die deutsche Lokalisation, die normalerweise im Finder und in allen Programmen sichtbar ist, funktioniert nicht.

Neooffice 2.1
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Neooffice basiert wie Openoffice auf der Arbeit vieler Freiwilliger, die eine kostenlose Alternative zu Microsoft Word bauen. Anders als Openoffice kann man hier aber mit den gewohnten Tastenkombinationen arbeiten, beim Öffnen von Dateien sieht man die gewohnten Ordnernamen in der deutschen Fassung. Beim Import unserer Word-Datei schlagen sich beide Versionen übrigens wacker; lediglich der Abstand zum linken Seitenrand stimmt nicht, so dass die Tabelle teilweise abgeschnitten wird. Das Bildschirmfoto am linken Rand stammt von der Version 2.1, allerdings war bei Redaktionsschluß Neooffice noch nicht an die Version 2.2 von Openoffice angepasst.

Pages 2.0.2
Vergrößern Pages 2.0.2
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Von Apple hätten wir mehr erwartet: Pages landet in unserem Vergleichstest ziemlich weit hinten, weil es nicht besonders schnell arbeitet und die Oberfläche einige Überraschungen verbirgt. Speziell die Arbeit mit Fußnoten oder mit Tabellen will gelernt sein. Wenn die Gerüchte stimmen, dass Steve Jobs diese Textverarbeitung benutzt, dann wundern wir uns um so mehr über die ungewöhnliche Bedienung - vielleicht denken wir aber einfach anders als Steve Jobs.

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