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Mehr iCloud: Neue Apple-Apps 2015

19.01.2015 | 13:31 Uhr |

Einige Entwicklungen aus dem Jahr 2014 lassen auf Apples Software-Strategie im Jahr 2015 schließen. Die Marschrichtung zeichnet sich schon deutlich ab

Die Optik von OS X Yosemite war nicht die spannendste Neuerung beim letzten Betriebssystem-Update für den Mac. Spannend sind auch die Details, die verraten, wohin langfristig die Reise in Sachen Software geht. Etwa die Handoff-Funktion, die nahtlos Dokumente zwischen dem Mac und iOS-Geräten hin und herreicht. Man beginnt auf dem iPhone oder iPad einen Text in Pages zu schreiben und macht in Pages auf dem Mac weiter – und umgekehrt.

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iCloud ist das „neue“ Dateisys­tem

Handoff ist ein erster und wichtiger Schritt zu Apples Ziel: Desktop-Mac, iPad und iPhone sollen zu einer einzigen Plattform zusammenwachsen. Das bedeutet nicht nur, dass sich OS X und iOS optisch und in vielen Apps weiter annähern. iCloud ist die Pipeline im Hintergrund, die alles zusammenhält und damit schrittweise das eigentlich uralte Dateisystem mit Laufwerken und Ordnern in den Hintergrund treten lässt. iCloud und das neu eingeführte iCloud Drive machen schon jetzt die Synchronisation zwischen Geräten und Apps auf dem Mac oder unter iOS intuitiv möglich. Wie das neue Bedienprinzip arbeitet, ist jetzt schon sichtbar: Einfach eine angebundene App wie Pages öffnen und man erhält die aktuell bearbeiteten Dokumente von iCloud Drive, ohne in Benutzerordnern suchen zu müssen – auch das Speichern funktioniert so schon im Hintergrund. Mit iCloud Drive bleibt der Zugriff auf Dateien ähnlich einfach, die Anwendung wird aber flexibler: Jetzt können die iCloud-Programme auch Dokumente von anderen Applikationen öffnen, iCloud-Dateien werden damit Programm übergreifend.

Apple wird mit Entwickler-Tools alles dafür tun, um noch mehr Drittentwickler und damit Apps für die iCloud-Plattform zu gewinnen.
Vergrößern Apple wird mit Entwickler-Tools alles dafür tun, um noch mehr Drittentwickler und damit Apps für die iCloud-Plattform zu gewinnen.

Mehr Programme mit iCloud –Anbindung

Apple wird mehr neue iCloud-Apps für iOS bringen, sodass nach und nach jedes Programm auf dem OS-X-Desktop sein Pendant auf dem Mobilgerät erhält. Die Gerüchteküche munkelt über iOS-Versionen von Vorschau und Textedit, die auf den Mobilgeräten in erster Linie zum Anzeigen von Textdateien und PDFs dienen, aber die Dokumente nahtlos aus iCloud holen sollen. Für Apple wird es wichtig sein, die Entwickler für die iCloud-Anbindung ins Boot zu holen, damit der Komfort nicht nur für die hauseigenen Apps besteht. Also wird es mehr und verbesserte Entwickler-Tools und möglichst viel Unterstützung für Drittentwickler geben, ihre Programme eng an iCloud anzubinden.

Mit iCloud / iCloud Drive und den angebundenen iLife-Tools hat Apple eine komplette Arbeitsumgebung mit Cloud-Anbindung, die es mit Google Docs und Drive sowie Microsoft Office und Onecloud (vorher Skydrive) aufnehmen kann. Das ist wichtig in Hinsicht auf das für nächstes Jahr angekündigte Office für Mac. Microsoft will 2015 endlich das nach fünf Jahren überfällige Update seiner Office-Suite auf den Mac bringen, eine Demo-Version kommt in der ersten Jahreshälfte, die finale Fassung in der zweiten. Die ersten Einblicke sind mit den iOS-Apps schon da, für den Mac gibt es bereits eine kostenlose Outlook-Version. Als Cloud setzt Microsoft natürlich auf das hauseigene Onedrive, das sogar mit unbegrenztem Platz für Abonnenten von Office 365 eine echte Kampfansage an die Cloud-Konkurrenz richtet.

Was ist und wird mit iLife?

Dramatische Veränderungen haben sich schon im letzten Jahr bei Apples iLife-Programmpaket angekündigt. Zu Yosemite bekamen die Produktivitätsprogramme Pages, Keynote, Garageband, iMovie und Numbers einen neuen Anstrich im Flatdesign, während sich bei iPhoto im alten Look schon die Zielgerade abzeichnet. Kein Wunder: Schon im Frühjahr 2015 sollen iPhoto und auch der Profi-Ableger Aperture durch die neue App Fotos für OS X und iOS ersetzt werden, die Apple schon auf der WWDC im Juni zeigte (siehe Kasten auf dieser Seite).

Fraglich ist, ob es ein iLife überhaupt noch geben wird. Apple listet auf seiner Website nur noch einzelne Apps zum Mac – und Safari reiht sich neben Garageband & Co ein. Die Begriff „iLife“ oder „iWork“ tauchen gar nicht mehr auf. iPhoto ist nicht der erste Abgang aus dem iLife-Paket, vorher hatte es schon iDVD und iWeb erwischt. Hier gab es aber handfeste Gründe: iDVD ging mit dem fast kompletten Wegfall optischer Medien über den Jordan, iWeb wurde durch Blogsoftware und soziale Netze, in denen jeder Inhalte ohne Kopfzerbrechen veröffentlichen kann, so gut wie überflüssig. Garageband, iMovie, sowie Pages, Numbers und Keynote sind jedoch für iOS, OS X oder iCloud aktuell. So gibt es keinen Grund, ihr Ende zu befürchten.

Fotos in OS X

Anfang dieses Jahres wird der Nachfolger von iPhoto und Aperture kommen: Fotos in OS X. Nach wie vor liegt keine Betaversion dieser neuen Foto-App vor, einen Start im Januar oder Februar halten wir daher für wenig wahrscheinlich. Ein paar Screenshots und die kurze Vorstellung der App auf der Apple-Keynote im Juni 2014 geben aber bereits einige Hinweise: Auch hier spielt die Integration in iCloud eine bedeutende Rolle und die Optik zeugt von der engen Verknüpfung von OS X und iOS.
Apple hat bereits einige Bildkorrektur-Funktionen von Fotos gezeigt. Diese sind deutlich umfangreicher als bei iPhoto, dürften aber nicht an die Möglichkeiten von Aperture heranreichen. Ob man mit Fotos in OS X weiterhin Einladungskarten, Kalender oder Fotobücher bestellen kann, wissen wir nicht. Diese und weitere Funktionen könnte man über Plug-ins verfügbar machen. Denn Apple bietet wie unter iOS auch unter OS X Programmierern die Möglichkeit, Plug-ins zu verwenden. Ein vollständiger Ersatz für Aperture dürfte Fotos in OS X nicht werden. Daher hat Adobe in die neueste Version von Lightroom eine Import-Funktion für iPhoto- und Aperture-Bibliotheken integriert.

Apple hat angekündigt, in seine App Fotos eine Bildersuche und professionelle Bearbeitungs-Funktionen einzubauen. Vor allem setzt das Unternehmen auf andere Entwickler, die die Apple-App über Erweiterungen um neue Fähigkeiten bereichern. Ob das Aperture-Anwendern reicht, wird sich zeigen.
Vergrößern Apple hat angekündigt, in seine App Fotos eine Bildersuche und professionelle Bearbeitungs-Funktionen einzubauen. Vor allem setzt das Unternehmen auf andere Entwickler, die die Apple-App über Erweiterungen um neue Fähigkeiten bereichern. Ob das Aperture-Anwendern reicht, wird sich zeigen.

Prognose für 2015

Apples Software-Strategie für das nächste Jahr ist klar: Anwender sollen auf jedem Mac oder iOS-Gerät alle Apps finden, die sie für Multimedia, Office und andere gängige Anwendungen brauchen. Produktivität zwischen den Geräten und Apps soll dank iCloud nahtlos „einfach funktionieren“. Drittentwickler verfolgen ähnliche Ziele, bei der Cloud-Anbindung nutzen Hersteller wie Microsoft und Adobe jedoch ihre eigene Plattform.

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