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Mehrere Macs im Cluster beschäftigen

13.09.2007 | 13:25 Uhr |

Clustering ist simpel: Ein Steuerprogramm empfängt die Aufgaben, sortiert sie und verteilt sie als passende Häppchen an die verfügbaren Rechner. Effizient wird es bei Aufgaben, die sich in unabhängige Abschnitte aufteilen lassen. Dazu gehören auch die Berechnungen in der Videopostproduktion.

Für Anwender von Video- oder 3D-Software gibt es verschiedene, leicht zu handhabende Werkzeuge am Markt. Unter anderem die von Apple angebotene Software Qmaster, die die Berechnung von Filmen verteilt, und das Programm Gridiron Nucleo Pro, das ganz ähnliche Dienste für Adobe After Effects leistet. Aus dem Bereich der 3D-Software arbeiten wir den Prozess mit Cinema-Net vom deutschen Hersteller Maxon durch, da sich 3D-Berechnungen für die Parallelverarbeitung besonders eignen.

Die Grundbegriffe fürCinema-Net

Wer über eine Handvoll relativ aktueller Macs (mit G4-Prozessor oder besser) gebietet, hat durch Cinema-Net die Möglichkeit, Animationen im Netz verteilt berechnen zu lassen. Ein Rechner im Netz wird als Server für die Aufträge definiert. Die Rechenleistung spielt keine große Rolle, denn er verwaltet lediglich die zu berechnenden Aufgaben, verteilt sie an freie Rechner und sammelt anschließend die fertigen Einzelbilder ein. Die anderen Geräte im Netz werden als „Clients“ bezeichnet. Sie warten nach erfolgreicher Verbindung zum Server auf Aufträge, die sie bearbeiten können. Dabei werden Lasten dynamisch verteilt – schnellere Rechner im Netz werden zügig mit mehr Aufgaben versorgt, langsamere bekommen weniger aufgebürdet.

Installation ohne Aufwand

Getrennt: Cinema-Net bietet die Möglichkeit, Nutzerkonten einzurichten, innerhalb derer Projekte abgearbeitet werden können.
Vergrößern Getrennt: Cinema-Net bietet die Möglichkeit, Nutzerkonten einzurichten, innerhalb derer Projekte abgearbeitet werden können.

Die Installation von Cinema Net 10.1.11 ist rasch erledigt und die Verbindung von Client und Server setzt lediglich ein funktionstüchtiges TCP/IP-Netz voraus – sprich: wenn Server und Client eine gemeinsame Verbindung zum Internet haben, ist der Grundaufbau geschafft. Speziell für den Server im Cinema-Net-Cluster muss man aber eine spezielle TCP/IP-Konfiguration einplanen: Dieser Rechner benötigt eine feste IP-Adresse, unter der er zu erreichen ist. Bei den Client-Rechnern ist es einfacher – sie verbinden sich mit dem Server bei Anmeldung, ihre IP-Adresse spielt eine untergeordnete Rolle. Deshalb muss man im firmeninternen Netz prüfen, ob die IP-Adressen vom Router (Airport, DSL-Router oder ähnlichem Gerät) dynamisch vergeben werden. Dafür genügt ein Kontrollblick in die Systemeinstellungen unter dem Punkt „Netzwerk“. In diesem (etwas komplexen) Fenster wählt man im zweiten Aufklappmenü von oben den Punkt „Ethernet“ und wechselt dann darunter in den Bereich „TCP/IP“. Steht dort in der ersten Zeile „IPv4 konfigurieren“ der Wert „DHCP“ („Dynamic Host Configuration Protocol“) erhält dieser Rechner die Daten für die TCP/IP-Verbindung dynamisch, sprich: nach dem Einschalten, von einem zentralen Gerät. Auf dem Server muss man die-se DHCP-Automatik abschalten und alle IP-Parameter in diesem Fenster von Hand eintragen.

Steht das IP-Netz, beginnt die Installationsarbeit mit „Install NET Render“. Beim Einrichten des Server-Rechners wählt man unter den Installations-Optionen von Cinema 4D „NET Render Server“. Nach Beantwortung einiger obligatorischen Angaben, landen alle notwendigen Dateien im Verzeichnis „Programme > MAXON > Cinema 4D R10“. Wer eine bestehende Cinema-Installation zum Cluster-Server ausbauen möchte, sollte unbedingt beim Aufspielen der Software mit manueller Angabe des Pfades sicherstellen, dass der Netzrenderer im oben genannten Verzeichnis landet.

Für die Clients im Netz gilt die gleiche Prozedur – bei der Installation muss man allerdings den Punkt „NET Render Client“ wählen.

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