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Meiners vs. Müller: Links und rechts des Rheins

17.06.2005 | 21:11 Uhr

Die dritte Auflage der Mac Expo in Köln unter kontroversem Blick.

Meiners: Müller, halten Sie das Glas nicht so schwul! Das sieht ja lächerlich aus: Sie als bärtiger Bayer, dessen Leibesertüchtigung überwiegend im Maßkrugstemmen besteht, Sie dürften diese Gläser eigentlich gar nicht anfassen. Jeder Wirt müsste doch befürchten, dass Sie das Glas wie einst Raimund Harmsdorf eine rohe Kartoffel zerdrücken. Und hören Sie auf, den kleinen Finger abzuspreizen. Das sieht so... so....

Müller: Meiners, wie sieht was aus? Das letzte Mal, als jemand meine Fingerhaltung kritisiert hat, war ich noch in der Musikschule und habe das Gitarrespiel zu erlernen versucht. Wie wollen Sie so einen Eierbecher sonst halten? Das sieht zwar ganz lecker aus, das kühle Kölsch in seinem schlanken Gläschen, aber das verzischt ja schon vom Hinschauen, das Noagerl. Na, wenigstens rennt hier ständig jemand mit so einem runden Teil herum und bringt Nachschub. Meiners, das wievielte Glas ist das jetzt eigentlich?

Meiners: Ich als Flaschenkind halte mich ja an Pils. Sie kennen die Flasche mit dem Bügelverschluss und dem "Plopp"? Genau, das "Flens". Damit bin ich groß geworden. Und ich warne Sie: Ihren Bierkonsum zähle ich nicht mit. Da müsste ich ja ständig neben Ihnen stehen und aufpassen. Maßkrüge zählen ist doch erheblich einfacher. Aber ich schätze, Sie dürften mittlerweile die Kopfschmerzgrenze überschritten haben. Halten Sie Köln denn nur im Vollrausch aus? So schlimm ist die Rheinmetropole doch auch nicht. Gut, der Dialekt ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber das ist das Oberbayrisch auch. Das heimische Bier ist mindestens so originär wie das München und auch hier fließt ein Fluss und teilt die Stadt in links und rechts. Ein Unterschied aber fällt mir auf: der Flirtfaktor. Der Kölner Express titelte gestern, dass hier die Flirthauptstadt Deutschlands sei. Und was soll ich Ihnen sagen: Ich bin in den vergangenen 72 Stunden viermal aggressiv angeflirtet worden, von durchaus interessanten Menschen. In München werde ich ja eher angegafft, als sei ich ein Alien. Apropos Alien: Haben Sie eigentlich schon Intel hier auf der Mac Expo entdeckt?

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