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CeBIT: China wird USA als IT-Taktgeber überholen - Deutschland hält Stellung

15.03.2007 | 14:47 Uhr

China wird die USA als Taktgeber in der Informationstechnik laut Experten im nächsten Jahrzehnt überholen. Deutschland könne seine Stellung auf dem weltweiten IT-Markt halten, teilte der Branchenverband VDE auf der Computerfachmesse CeBIT am Donnerstag mit.

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"Standortvorteile liegen für die Bundesrepublik in der exzellenten Ingenieurausbildung, in der Vernetzung von Hochschule und Industrie und in den mittelständischen Strukturen", betonten die Experten. Deutschland punkte in den Bereichen Internet oder RFID- Funkchips. Den Standort Deutschland schwächten allerdings Bürokratie und der Expertenmangel, der sich mittlerweile verstärkt auch an den Hochschulen bemerkbar mache.

Die bisher in der Informationstechnik und Kommunikation (ITK) führenden USA geben für mehr als die Hälfte der befragten Experten momentan noch die wichtigsten Impulse, wie der Verband mitteilte. Ostasien und Europa lägen etwa gleichauf. "In zehn Jahren wird sich jedoch die chinesische Dynamik besonders zu Lasten der USA auswirken." Für die Zukunft sähen drei Viertel der Befragten Ostasien vorne, Europa und Nordamerika folgten auf den Plätzen. Nach Angaben der EU-Kommission trage die IKT etwa 50 Prozent zum Wirtschaftswachstum in der EU bei, in den USA seien es sogar rund 80 Prozent.

2005/06 wiesen laut VDE aufstrebende Staaten wie China und Indien die höchsten Raten mit knapp zehn Prozent IKT-Marktwachstum auf. Weltweit habe das Wachstum 5,9 Prozent betragen. Ähnliche Zahlen erwartet der VDE auch für das laufende Jahr. Während das IKT-Wachstum in Japan nur 2,2 betragen dürfte, rechnen die Experten für die USA mit 5,6 Prozent. Die EU-Staaten blieben mit prognostizierten Zuwächsen von 4,2 Prozent vermutlich leicht dahinter zurück. Deutschland liege mit knapp drei Prozent Wachstum unter dem EU- Durchschnitt.

Für Deutschland sehen die VDE-Experten besonders große Chancen in der Netzwerk- und Übertragungstechnik, bei Fest- und Mobilnetzen der nächsten Generation und Software-Anwendungen, aber auch bei Informationsverarbeitung und Displays. Davon profitieren werden vor allem unmittelbar davon betroffene Sparten wie die Kommunikationsnetze sowie traditionell starke deutsche Branchen wie Maschinen- und Automobilbau sowie Medizintechnik. "So werden zum Beispiel im Automobilbereich fast 90 Prozent der Innovationen durch die IT und Elektronik angetrieben", hieß es. Gute Chancen räumen die Experten auch den Bereichen Verkehr, Logistik sowie Dienstleistungen ein.

Der VDE (Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik) ist nach eigenen Angaben mit 34 000 Mitgliedern - davon 1250 Unternehmen - einer der großen technisch- wissenschaftlichen Verbände Europas. Seine Tätigkeitsfelder reichen von der Forschungs-, Wissenschafts- und Nachwuchsförderung bei Schlüsseltechnologien bis zur internationalen Zusammenarbeit und dem Wissenstransfer in die Praxis. (dpa/ala)

VDE, Halle 12, Stand B29

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