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Melissa: So hat der Wurm keine Chance

23.01.2001 | 00:00 Uhr |

Die wirkungsvollste Schutzmaßnahme gegen die aktuelle Virus-Attacke ist nach wie vor, die Finger von zweifelhaften Mail-Anhängen zu lassen. Aber auch Neugierige sind Melissa nicht mehr hilflos ausgeliefert.

Ein unbedarfter Mac-Anwender hat eine neue Lawine von Melissa-Makroviren losgetreten. Wie mehrere Hersteller von Antivirensoftware übereinstimmend berichten, ist eine Melissa-Unterart im Umlauf, die in ein Word-2001-Dokument eingebettet ist. Nach Ansicht von Sophos liegt der Schluss nahe, dass es sich dabei um ein Windows-Word-Dokument handelt, das mit dem mehrere Monate alten Virus WM97/Melissa-X infiziert war und das jemand als Office-Dokument unter Word 2001 für Macintosh gesichert hat.

Perfider Mechanismus

Das relativ neue und auf der virengeplagten Windows-Plattform selten vorkommende Dateiformat Word 2001 erweist sich als ideales trojanisches Pferd: Windows-Virenscanner sind durch das Mac-Dateiformat verwirrt und finden die gefährlichen Inhalte nicht. Einmal auf dem Rechner, bahnt sich Melissa weiter seinen Weg: Es deaktiviert die Makroviren-Warnung von Microsoft Office und nistet sich in weiteren Dokumenten ein.
Während die Infektion sich auf einem Mac nur innerhalb der lokalen Dokumente fortsetzt, stehen Melissa auf Windows-PCs durch die Microsoft-Skriptsprache VBA (Visual Basic for Applications) die Tore zu anderen Rechnern offen: Der Virus verschickt sich üblicherweise an die ersten 50 Einträge im Outlook-Wörterbuch.

So wehren Sie den Wurm ab

Zunächst gilt es, Mails mit der Betreffzeile "Important Message from …" und einem angehängten Word-Dokument sofort zu löschen. Als nächstes sollte man sicher stellen, dass in Word der Makrovirusschutz aktiviert ist. Ein entsprechendes Ankreuzfeld findet man unter "Bearbeiten > Voreinstellungen > Allgemein".

Voreinstellungen > Allgemein".

Allgemein".

Um ganz sicher zu gehen, kann man auch die VBA-Funktionalität seines Office-Pakets abschalten. Dazu entfernt man aus dem Ordner "Microsoft Office 2001 > Office" die beiden Dateien "VBA Converter (1.1)" und "Visual Basic for Applications".

Office" die beiden Dateien "VBA Converter (1.1)" und "Visual Basic for Applications".

Wer zudem noch über ein Antivirenprogramm verfügt, sollte seine Virendefinitionen aktualisieren. Dies kann er unter anderem bei:

Symantec

McAffee

Sophos .

Ist Outlook 2001 schuld\?

Nachdem Microsoft kurz vor dem ersten Erscheinen der Melissa-Unterart eine Betaversion der Mac-Portierung des Exchange-Server-Clients Outlook veröffentlicht hat, liegt der Verdacht nahe, dass Outlook 2001 den Mac zu einem ebenso hilflosen Viren-Verbreiter wie einen Windows-PC macht. Microsoft erklärt dazu: Mails, die von einem Exchange-Server auf einen Mac-Client übertragen werden, kommen im RTF-Format an, das keinerlei Skripte oder Viren mehr enthält. Entourage oder Outlook Express lassen sich nach Aussagen eines Microsoft-Sprechers ebenfalls nicht von dem Virus als "Wirt" missbrauchen.

Lars Felber

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