876840

Metabox: Schadenersatzklagen und neue Strafanzeige

15.03.2001 | 00:00 Uhr |

Dem Multimedia-Unternehmen Metabox AG
drohen Sammelklagen auf Schadenersatz wegen angeblichen Kursbetruges.

Die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) in Frankfurt hat
nach Angaben vom Montag eine Münchner Anwaltskanzlei beaufragt.
Außerdem vertritt eine Frankfurter Kanzlei nach eigenen Angaben
bereits mehrere Metabox-Aktionäre. Die SdK erstattete zudem beim
Landgericht Frankfurt Anzeige wegen Verdachts des Kursbetrugs und
Insiderhandels. Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt bereits in
diesem Fall.

Nach Angaben von Oberstaatsanwalt Manfred Knothe werde auch die
neue Klage in Hannover bearbeitet werden. Derzeit würden Unterlagen
gesichtet, die in der vergangenen Woche bei der Durchsuchung von
Geschäftsräumen sowie Wohnungen von Metabox-Vorstandsmitgliedern
sichergestellt wurden. Die Ermittlungen werden mehrere Wochen dauern.
Der Ausgang sei offen. Metabox-Vorstandschef Stefan Domeyer hatte
eine rasche Aufklärung des Falles begrüßt, da Unternehmen und
Vorstand «permanent Verdächtigungen ausgesetzt» seien.

Bei dem Verfahren geht es vor allem um drei Börsen-
Pflichtmitteilungen (so genannte Ad-hoc-Meldungen) des Hildesheimer
Unternehmens von April, Juni und Juli 2000. In der Folge war der Kurs
von Metabox-Aktien am Neuen Markt in Frankfurt von weniger als 10 auf
mehr als 40 Euro gestiegen. Am Montag notierte das Papier bei weniger
als 3 Euro. Die Metabox AG erwirtschaftete im Jahr 2000 einen Umsatz
von etwa 50 Millionen DM (25,56 Mio Euro). Damit verfehlte das
Unternehmen seine Prognose von zuletzt 70 Millionen DM. Für 2001
erwartet Metabox 600 Millionen DM Umsatz. dpa

0 Kommentare zu diesem Artikel
876840