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Metallica mögen das Internet wieder

28.04.2008 | 13:46 Uhr |

Die Metalband Metallica hat bekannt gegeben, dass sie dem Internet als Verbreitungsweg für Musik nicht mehr ablehnend gegenüberstehen. Jahrelang hatten sie das Web als Vertriebskanal abgelehnt und Jagd auf Filesharer gemacht.

In einem Interview mit dem Musikmagazin Rolling Stone sagte Schlagzeuger Lars Ulrich, das man sich von der Bekämpfung des Filesharings verabschieden möchte. Stattdessen wollen die vier Musiker das Internet als zukünftigen Vertriebsweg in Erwägung ziehen. Ulrich verwies dabei auf Veröffentlichungen der Kollegen von den Nine Inch Nails und Radiohead, die Alben günstig oder sogar kostenlos im Internet angeboten hatten.

Der Hintergrund: Nach dem nächsten Studioalbum von Metallica läuft der Plattenvertrag mit dem Label Warner aus. "Wenn unsere nächste Platte fertig sein wird, werden wir alle Möglichkeiten des Internets in unser Geschäftsmodell miteinbeziehen", so Ulrich. Die Einstellung der band zum Internet habe sich in den letzten acht Jahren grundlegend geändert, so der Schlagzeuger.

Im Jahr 2000 hatten Metallica der Musiktauschbörse Napster die Namen von 330.000 Nutzern vorgelegt, die Metallica-Lieder heruntergeladen hatten. Metallica forderte die Sperrung der Nutzer. Im anschließenden Rechtsstreit wurde beschlossen, dass die Betreiber eine Filtersoftware installieren müssten. Als diese nicht wirkungsvoll funktionierte, läutete dies das Ende von Napster ein. Metallica war eine der ersten Bands, die Nutzer von Tauschbörsen verklagte. Erst im Jahr 2006 stimmte die Band zu, dass der iTunes Store die Musik der Musiker vertreiben dürfe.

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