875250

Microsoft-Aktien nach schlechter Gewinnprognose unter Druck

15.12.2000 | 00:00 Uhr |

Die Aktien des weltgrößten
Softwarekonzerns Microsoft Corp. sind nach einer überraschenden
Rücknahme der Umsatz- und Gewinnprognose unter starken Druck geraten.
Sie sackten am Donnerstag im nachbörslichen Handel um sechs Prozent
auf 52,25 Dollar, nachdem sie bereits im regulären Verkehr um drei
Prozent gefallen waren. Ende 1999 hatten die Microsoft-Aktien noch
knapp 120 Dollar gekostet.

Es war das erste Mal in mehr als zehn Jahren, dass Microsoft seine
Prognosen in derartiger Form zurücknehmen musste. Hintergrund ist der
Schwächeanfall im globalen PC- und Informationstechnologiemarkt. Vor
Microsoft hatte bereits eine ganze Reihe Computerfirmen wie Apple
Computer, Gateway und Dell Computer sowie Chiphersteller wie Intel
und Advanced Micro Devices ihre Prognosen nach unten revidiert.

Für das am 31. Dezember auslaufende zweite Quartal des
Geschäftsjahres 2000/2001 erwartet Microsoft nur noch einen Umsatz
zwischen 6,4 und 6,5 Milliarden Dollar (14,2 Mrd DM/7,3 Mrd Euro).
Die neuen Schätzungen für Umsatz und Gewinn liegen um fünf bis sechs
Prozent unter den bisherigen Prognosen. Dies teilte die Gesellschaft
am Donnerstag nach Börsenschluss mit. Der Gewinn pro Aktie dürfte bei
etwa 0,46 bis 0,47 Dollar liegen. Die Wall Street hatte mit einem
Gewinn von 0,49 Dollar je Aktie gerechnet.

Microsoft-Finanzchef John Connors verwies auf die gegenwärtige
globale Wirtschaftsschwäche. Sie habe zu einer Verlangsamung der PC-
Verkäufe und der Informationstechnologie-Ausgaben bei den Unternehmen
geführt. Die Verbraucher-Onlinedienste von Microsoft wie MSN und die
Online-Werbeeinnahmen sind ebenfalls betroffen. Auch der PC-Absatz
und die Software-Käufe der Unternehmen für Desktops entwickelten sich
schwächer als erwartet. Microsofts Windows-Betriebssysteme werden in
90 Prozent aller PC benutzt. Die PC werden nicht nur von Konsumenten,
sondern auch von vielen kleinen und mittleren Firmen gekauft.

Microsoft erwartet für das laufende Geschäftsjahr einen Umsatz von
25,2 bis 25,4 Milliarden Dollar. Das sind fünf Prozent weniger als
die bisherigen Erwartungen. Der Gewinn pro Aktie dürfte bei 1,80 bis
1,82 Dollar liegen. Die Wall Street hatte mit 1,91 Dollar je Aktie
gerechnet.

«Der PC ist aber alles andere als tot», erklärte Connors nach
einem Bericht der US-Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg.
Microsoft verspricht sich viel von einer in Vorbereitung befindenden
neuen Office-Version und einer neuen Windows 2000-Softwareversion für
Unternehmen-PC.
dpa

0 Kommentare zu diesem Artikel
875250