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Microsoft: Office-Dokumentenformat Open XML ist ISO-Standard

02.04.2008 | 09:34 Uhr |

Nach heftigem Streit ist Microsofts neues Dokumentenformat Office Open XML nach Angaben des Konzerns als Standard der Normungsorganisation ISO akzeptiert worden.

Das gehe aus den bisher bekanntgewordenen Abstimmungsergebnissen der einzelnen ISO-Mitgliedsländer hervor, teilte Microsoft am Dienstag mit. Die Anerkennung als ISO-Standard ist in den vergangenen Jahren zunehmend wichtiger geworden, vor allem weil Regierungen und Behörden bei ihrer Beschaffung verstärkt den Einsatz standardisierter Formate fordern. Microsoft führte Open Office XML (OOXML) mit der Bürosoftware- Sammlung Office 2007 ein.

Um die Anerkennung von OOXML als ISO-Standard hatte es in den vergangenen Monaten heftigen Streit gegeben. Ein Teil der Industrie um IBM, Google oder Sun Microsystems wehrte sich dagegen. Die Gruppe verwies darauf, dass das konkurrierende Format ODF (Open Document Format) bereits als ISO-Standard akzeptiert worden sei. Die Anerkennung von OOXML sei daher unnötig und würde nur den Kunden das Leben schwerer machen, weil die beiden Formate nicht miteinander kompatibel sind. Ein weiterer Vorwurf lautet, dass die mehr als 6500 Seiten umfassende OOXML-Dokumentation unreif sei. Microsoft warf den Rivalen im Gegenzug vor, ihre Programme auf ODF-Basis gegen Wettbewerb schützen zu wollen.

Microsoft berichtete, nach bisher vorliegenden Abstimmungsergebnissen der 87 ISO-Länder hätten 86 Prozent für die Anerkennung von OOXML gestimmt. Die notwendige Mehrheit liegt bei 75 Prozent. Im vergangenen September hatte OOXML diese Quote im ersten Anlauf verfehlt. Die offizielle Bekanntgabe des Votums durch die ISO wird für die kommenden Tage erwartet. Die streitenden Lager bezichtigten einander in den vergangenen Monaten, Druck auf die abstimmenden nationalen Standardisierungs-Gremien ausgeübt zu haben. (dpa)

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